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Daumenkino

Freakangels



Die folgende Rezension streckt die Definition des Begriffs „Daumenkino“, denn viel zum Umblättern gibt es bei Freakangels in seiner ursprünglichen Form nicht. Es handelt sich nämlich dabei um einen Webcomic, es ist also in einem Internetblog wie diesem bestens aufgehoben. Die meisten Webcomics sind allerdings eher zusammenhanglose Einzelstrips mit einer selten durchgehenden Story und fast immer eher dem komischen Spektrum des Mediums zugehörig. Freakangels ist, seinem Namen alle Ehre machend, anders.

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Cineast am 4.2.09 17:10


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Jetzt malt der auch noch!

Ja, ihr seht richtig. Nachdem jeder halbwegs talentierte Zeichner Webcomics zeichnet, habe ich mich jetzt tatsächlich auch dazu durchgerungen. Und im Geiste der Cineasten ist es auch gleichzeitig eine Kurzkritik von Postal. Beim Klicken auf das Comic gelangt ihr übrigens zu einer Version in lesefreundlicherer Auflösung.
Cineast am 14.9.08 19:59


R.I.P. Michael Turner


Es waren die Neunziger, amerikanische Comics verkauften sich noch wie verrückt in Deutschland und ich war einer der Käufer. Und ich kaufte auch die Serien von Splitter, die als erste die Comicreihen des Top Cow Verlages nach Deutschland brachten. Trotz miserabler Druckqualität, schlechtem Lettering und schludriger Übersetzung waren es vor allem die fantastischen Bilder, die mich immer wieder davon überzeugten, Geld für die Comics auszugeben. Unter den talentierten Zeichnern von Top Cow war einer, der schon bald zu meinem Favouriten werden sollte, Michael Turner. Seine Zeichnungen begeisterten mich neben den leicht bekleideten, üppig ausgestatteten Frauengestalten (hey, ich war ein Teenager!) auch mit seinem filigranen, sorgfältigem Stil. Die Serie, mit der er als Zeichner anfing und die ihn bekannt machte, Witchblade, ist bis heute ein Aushängeschild des Verlages Top Cow und wurde bisher schon als Anime und TV-Serie adaptiert. An einem Kinofilm wird angeblich auch gearbeitet.

Nach Top Cow verschwand er nicht wie viele seiner Kollegen in der Versenkung, sondern gründete 2002 sein eigenes Studio Aspen Comics und vertrieb darüber seine Serien Soulfire und Fathom. Darüber hinaus war er vor allem als Coverzeichner für die beiden Riesen Marvel und DC tätig und zeichnete zuletzt Cover für die Serien Civil War und Identity Crisis. Schon zur Anfangszeit von Fathom wurde sein Krebserkrankung bekannt und er unterzog sich einer Reihe schwerer Operationen an der Hüfte. Nun hat er den Kampf gegen diese schreckliche Krankheit im Alter von nur 37 Jahren verloren. Möge er in Frieden ruhen in der Gewissheit, dass seine Kunst ihn überdauern und neue Generationen von Zeichnern inspirieren wird.
Cineast am 30.6.08 20:45


Wanted


"Na, wer muss jetzt etwas kompensieren? Hä? Hä?!"

Wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht: einfach mal dem Chef den Stinkefinger zeigen, dem nervigen Nachbarn die Meinung sagen und dem Lebenspartner die ganze Unzufriedenheit spüren lassen? Jeden Tag wünscht sich Wesley Gibson, dass er den Mut hätte, das alles in die Tat umzusetzen. Aber schließlich kuscht er doch vor seiner ihn beleidigenden Chefin, quält sich gegenüber dem nervenden Nachbar ein Lächeln ab und duldet stillschweigend, dass seine Grufti-Freundin mit seinem besten Freund schläft. Dies alles ändert sich jedoch eines schönen Tages mit dem Auftauchen der mysteriösen Frau namens „Fox“. Die hauteng in Lack und Leder gewandete Fremde eröffnet dem verblüfften Loser Wesley, dass er der Sohn des „Killers“ ist, eines Superschurken mit der Fähigkeit, immer sein Ziel zu treffen. Sein Talent konnte jedoch auch nicht verhindern, dass er schließlich selbst umgebracht wurde. Da Wesley sein einziger überlebender Verwandter ist, erbt er nicht nur sein erhebliches Vermögen, sondern auch seine Stellung in "der Bruderschaft". Dies ist eine weltweit im Verborgenen operierenden Gesellschaft aus Superschurken, die global im Hintergrund sämtliche Fäden der Weltgeschichte ziehen. Damit übernimmt Wesley sowohl Freunde des Killers wie seinem genialen Chef Professor Solomon Seltzer als auch Feinde wie dem entstellten Mr. Rictus. Aber wenn es Superschurken tatsächlich gibt, so fragt sich Wesley, wo sind dann die Superhelden? Das soll hier nicht verraten werden, die Antwort findet ihr nur im Comic.

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Cineast am 29.3.08 11:59


WE3


Die japanische Version von "Hund, Katze, Maus" weicht in einigen Punkten auffällig vom deutschen Original ab

Wer kennt sie nicht, die schrecklichen Bilder von erbarmungslosen Tierversuchen. Notwendige Forschungsmaßnahmen, so ihre Befürworter. Überflüssige Quälerei, sagen die Gegner. Comicautor Grant Morrison und Zeichner Frank Quitely überhöhen die Realität dieser Tests am tierischen Subjekt in WE3 in den Bereich der Science-Fiction. Dabei bedienen sie sich einer Figur, die wie keine andere die Entmenschlichung in der modernen Gesellschaft verkörpert, den Cyborg. Diese Menschmaschine ist zwar stärker, schneller und manchmal auch klüger als normale Menschen („Der 6 Millionen Dollar Mann“), dafür aber auch von lebenserhaltender Technik abhängig („Darth Vader“).

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Cineast am 23.5.07 17:56


Vertigo vorgestellt

Quasi als verspäteter Nachtrag zu Cineasts Fables- Rezension möchte ich kurz auf einen - vor allem für Neulinge in der Materie - recht interessanten Beitrag auf SpiegelOnline hinweisen.

Wer Hintergründe zum Werdegang der DC-Tochter Vertigo-Comics lesen möchte, klickt hier.
Moviesteve am 25.1.07 14:10


Promethea (Buch I)



This is Texture. Digital Update:
Wir schreiben das Jahr 1999, wir befinden uns in einer futuristischen Version von New York. Polizeiufos sind auf ständiger Patrouille, die 42 verschiedenen Persönlichkeiten des schizophrenen Bürgermeisters Sonny Baskerville müssen sich wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten und die Superheldengruppe The Five Swell Guys streitet sich mal wieder den ganzen Tag.

Willkommen in der skurrilen Welt von Alan Moore!

Moore ist wahrscheinlich einer der bekanntesten und angesehensten Comicautoren aller Zeiten. Sein Watchmen vereinte Mitte der Achtziger den Superheldencomic mit der Postmoderne und er schuf damit nicht nur einen zeitlosen Klassiker (der bald von Zack „300“ Snyder verfilmt wird), sondern bewies auch mal eben, das Comics intelligente Kunst sein können (Rezi davon etwas weiter unten). Auf sein Konto geht die Wiederbelebung des Swamp Thing, in dessen Ausgaben er außerdem die Figur des John Constantine einführte, die Dystopie V wie Vendetta und die League of Extraordinary Gentlemen (deren Verfilmung leider eine Travestie des Comics ist). Außerdem hat er anderen (hauptsächlich) britischen Autoren wie Neil Gaiman den Weg in den amerikanischen Comicmarkt geebnet. Nach einigen Streits mit seinem Heimatverlag DC hat er seinen eigenen Verlag gegründet, den er selbstbewusst America’s Best Comics nannte. Eines der Zugpferde dieses Verlages ist die Serie Promethea.

Die Serie ist ein perfektes Beispiel für das Erfolgsrezept von Alan Moore. Das sieht ungefähr so aus: man nehme eine oder mehrere archetypische Superheldenfiguren, füge ein bisschen esoterische Philosophie hinzu und gebe dem Ganzen einen postmodernen Anstrich. So auch bei Promethea.
Zur eigentlichen Story: die Studentin Sophie Bangs will eine Hausarbeit über eine Figur schreiben, die seit über hundert Jahren in unterschiedlichen Formen verschiedenen Menschen erschienen sein soll. Ihr Name ist Promethea. Die Spur führt zu der Witwe eines verstorbenen Comicautors. Diese macht einen ziemlich verstörten Eindruck und fordert Sophie auf, das Thema sofort fallen zu lassen. Aber es ist bereits zu spät. Ehe sie sich versieht, wird Sophie nicht nur von allerlei Dämonen verfolgt, sondern schließlich kommt es auch noch zum ersehnten Kontakt mit Promethea. Aber anders, als sich Sophie das vorgestellt hat…

Die Geschichte kommt langsam in Fahrt, nimmt dann aber doch rasant an Geschwindigkeit zu. Spätestens mit dem Eintritt von Sophie und Promethea in das Reich der Fantasie betritt man auch als Leser Welten, die man so nicht oft sieht. Womit ich zu dem Künstler komme, der Promethea gezeichnet hat. J.H. Williams III zeichnet das alternative New York als eine graue Mischung aus Elementen von Fritz Langs Metropolis und Ridley Scotts Blade Runner. Damit erfindet er zwar das Sci-Fi-Genre nicht gerade neu, liefert aber eine glaubwürdige Welt ab. Mit dem Übergang zum Reich der Fantasie hingegen tobt sich der Zeichner regelrecht aus, und der staunende Leser wird in komplexe Bildwelten entführt irgendwo zwischen Salvadore Dali und M.C. Escher. An diesem Ort ist wirklich alles möglich, und so hängen Münder und Augen an einem vielfarbigen Himmel und aus einem Totenschädel kann schon mal ein Ei werden, aus dem eine Fledermaus schlüpft, die sich in einen Regenschirm verwandelt.

Das größte Manko an der ersten Sammelausgabe der Promethea-Reihe ist das abrupte Ende mitten in einer immer interessanter werdenden Geschichte. Ich kann die Fortsetzung im nächsten Promethea Book (es gibt bis jetzt fünf davon) kaum abwarten. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass sich Moore ein bisschen bei den Sandman Comics seines Kollegen Neil Gaiman bedient hat. Das Fantasiereich Immateria erinnert nämlich stark an des Traumreich von Morpheus, der Hauptfigur von Gaimans Geschichten.

Trotzdem ist Moores Welt gerade zu übervoll mit originellen Ideen. Da wäre zum Beispiel Weeping Gorilla, ein allgegenwärtiger Comic, das immer nur aus einem Panel besteht, in dem ein weinender Gorilla in einer Gedankenblase deprimierend vor sich hin jammert („Why do pets have to die?“) Auch die Superheldengruppe The Five Swell Guys und vor allem deren verwirrter Telepath Kenneth sind fantastische Hintergrundfiguren, denen man fast einen eigenen Comic wünscht. Schließlich gibt es noch Sophies homophobe Freundin Stacia, die andauernd den Namen Promethea verunglimpft, z.B. als Prolapsia. Sie sorgt für den Comic Relief und für eine ironische Relativierung des epischen Geschehens. Zusätzlich gibt es noch unzählige andere Hintergrund- und Running Gags und Anspielungen, die ein mehrmaliges Lesen lohnen.

Alles in allem ist Promethea zwar nicht auf derselben Stufe wie Millers Meisterwerk Watchmen, aber trotzdem den meisten anderen Comicreihen haushoch überlegen. Die deutsche Übersetzung der Serie erscheint beim Tilsner Verlag (Speed Comics). Diese Rezension bezieht sich allerdings auf die englischsprachige Ausgabe (die ist nämlich preiswerter).

This is Texture. Digital Update:
40 von Bürgermeister Sonny Baskervilles 42 Persönlichkeiten lesen Promethea!!!
Cineast am 15.11.06 15:29


Frank Millers 300



Frank Miller. Dieser Name steht für bildgewaltige Comicepen. Mit seiner Neudefinition des düsteren Rächers in The Dark Knight Returns löste er in den 80er Jahren zusammen mit einigen anderen Autoren und Zeichnern eine Revolution der amerikanischen Comiclandschaft aus. Spätestens seit der detailgetreuen Verfilmung seiner Comicreihe Sin City ist der Name nicht nur Comicfans, sondern auch Cineasten ein Begriff. Erinnert ihr euch an die Szene des Films bzw. das Panel im Graphic Novel, in welchem der grobschlächtige Marv als ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit bezeichnet wird, in welcher sich die Menschen noch gegenseitig die Köpfe spalteten? Genau diese Zeit läßt Frank Miller mit 300 wiederauferstehen.

Die historische Quelle des Graphic Novels ist die Schlacht bei den Thermopylen im Jahr 480 v. Chr. Der Spartanische König Leonidas marschierte nur mit seiner Leibgarde aus 300 Elitekriegern und einigen hundert verbündeten Athenern der größten Streitmacht der Welt entgegen, dem 120000 Mann starken Heer des Perserreiches unter dem Gottkönig Xerxes I. Im Engpass der Thermopylen wollten sie den Persern den Weg nach Griechenland abschneiden. Ein bißchen wie die letzte Schlacht von Herr der Ringe am Schwarzen Tor, nur dass es keinen Frodo gibt, der den Ring in letzter Minute in das Feuer werfen könnte.

Frank Miller zeichnet (im wahrsten Sinne) ein düsteres Bild von den Anfängen des klassischen Griechenlands. Die für heutige Verhältnisse barbarische Kultur der Spartaner wird dabei keineswegs beschönigt. Im Gegenteil, die sozialdarwinistische Haltung der Spartanern bildet sogar die Grundlage ihres Charakters. So dulden sie keine behinderten oder missgebildeten Menschen in ihrer Gesellschaft. Soviel zu den Helden der Geschichte. Dem gegenüber stehen die dekadenten Perser, die über und über mit Goldketten behangen, ein imperialistisches Weltreich beherrschen, dass auf Sklaverei aufgebaut ist. Da die stolzen Spartaner auf ihrer Freiheit beharren, ist das Ergebnis ein ungleicher Krieg.

Obwohl die Spartaner eindeutig keine angenehmen Zeitgenossen sind, gelingt es Miller, die 300 als eine eng verbundene Gruppe aus entschlossenen Kriegern darzustellen, ohne allzusehr in Pathos abzurutschen. Aber die eigentliche Hauptfigur ist Leonidas, der als ein brillianter Stratege mit Weitsicht porträtiert wird. Wie schon bei Sin City entlockt Miller den lakonischen bis zynischen Dialogen geschickt eine ganz eigenen Poesie. Seine wuchtigen Zeichnungen tun ihr Übriges, um die rauhen Spartaner und ihre Zeit zu charakterisieren. Vervollständigt wird das Comic durch die Aquarellcolorierung von Millers Frau Lynn Varney. Die erdigen Farben fangen die Staubigkeit der Spartanischen Landschaft perfekt ein.

Frank Miller beweist erneut, dass er es wie kein Anderer versteht, mythologische Epen in Comicform zu schaffen, sei es nun in der Spartanischen Steppe oder im Großstadtdschungel. Er deutet die Schlacht bei den Thermopylen, die er nonchalant in „Hot Gates“ umbenennt, als ersten Sieg der Demokratie. Darüber lässt sie angesichts der tatsächlichen historischen Fakten zweifeln. Schließlich benutzten auch die Nazis den Mythos, um die Soldaten im Kessel von Stalingrad zu motivieren. Und die Gesellschaft der Spartaner trägt in der Tat faschistische Züge, so dass man sich über die moralische Richtigkeit einer Glorifizierung ihrer Kultur streiten kann. Abgesehen davon ist 300 aber ein weiterer Meilenstein der Comickunst von einem Meister des Fachs. Übrigens sollte man unbedingt das überdimensionale Graphicnovel im Breitbandfomart lesen, da nur dort die Bilder ihre richtige Wirkung entfalten.

Das Comic lesen 290 von 300 Spartanern.
Cineast am 22.10.06 18:53


Fables - Legends in Exile


Coverdetail Fables #1

Mögt ihr Märchen? Habt ihr euch als Kinder auch gern in Welten entführen lassen, in denen Tiere wie selbstverständlich sprechen und Feen die Träume der Menschen Wirklichkeit werden lassen? Was wäre, wenn alle diese Märchen wahr wären?

Bill Willingham ist dieser hypothetischen Frage nachgegangen. Heraus kam ein fazinierendes Comic. In Fables: Legends in Exile wurden die Märchenfiguren aus ihren verschiedenen Reichen mit Namen wie „Oz“ und „Narnia“ von einem mysteriösen Feind vertrieben. Und so retten sich die „Fables“, in die einzige Welt, die noch nicht angegriffen wurde, die Welt der „Mundies“, der Menschen. Die magische Gemeinschaft teilt sich auf in ihre nicht humanoiden Mitglieder, die ihr Dasein auf der “Farm“ irgendwo im Mittleren Westen der USA fristen und den menschenähnlichen Fables, die mitten in New York leben. Damit sich ursprünglich böse Figuren wie Blaubart oder die Schwarzwald-Hexe nicht mit ihren ehemaligen Opfern bekriegen, wurden sie nach der Flucht von allen ihren Sünden freigesprochen. Neue Missetaten werden allerdings sofort und unbarmherzig geandet. Um diesen Status Quo aufrecht zu erhalten, wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Der Sheriff von „Fabletown“ ist nämlich der unfreundliche Bigby Wolf. Wie sein Name schon andeutet, verbirgt sich hinter seinem menschlichen Äußeren der große böse Wolf.

Die Handlung dieser Fables-Miniserie, die sich über die erste fünf Ausgaben erstreckt, dreht sich um den Mord an einem Fable, nämlich der berühmt-berüchtigten Rose Red. Bigby Wolf ermittelt in dem Fall mit Hilfe der wunderschönen Snow White. Sie ist nicht nur Rose Reds Schwester, sondern außerdem auch noch stellvertretende Bürgermeisterin von Fabletown. Und so machen sich die beiden ungleichen Partner auf, die üblichen Verdächtigen zu befragen, den Tatort zu untersuchen und die Vergangenheit von Rose Red zu beleuchten.

Das Ungewöhnliche an Fables: Legends in Exile ist, dass mit fantastischen Figuren eine sehr realistische Geschichte erzählt wird. Die Erzählung erinnert an Film-Noirs um heruntergekommene Privatdetektive, nur eben mit Märchenfiguren. Dabei werden die einzelnen Figuren mit ihren bekannten Eigenarten ausgestattet, gleichzeitig jedoch werden sie zu vielschichtigen realistischen Figuren gemacht. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wenn die Schöne und das Biest über ihre Eheprobleme streiten oder Prince Charming sich von einer Frau nach der anderen aushalten läßt, dann verleitet das den Leser ein ums andere Mal zum Schmunzeln.

Lan Medina und Steve Leialohas Zeichnungen ergänzen die Geschichte von Bill Willingham, indem sie genauso versuchen, einen Sinn für den Realismus dieses modernen Märchens zu wecken. Die Zeichnungen und die Farbgebung sind also eher unspektakulär. Trotzdem verstecken sich in manchen Bildausschnitten im Hintergrund witzige Anspielungen, vor allem natürlich auf verschiedene Märchen.

Für Fans von Detektivgeschichten und/oder Märchen ist Fables ein Muss. Alle anderen können sich einfach nur über eine originelle Geschichte freuen, die allerdings in einem schlichten Gewand daher kommt. Die ersten fünf Bände des Comics bekommen von mir 6 von 7 Zwergen.

P.S.: Die englischen Originalausgaben von Fables erscheinen bei DC/Vertigo. Ein deutscher Verlag hat sich für die Serie leider noch nicht gefunden.
Cineast am 1.8.06 12:22


WATCHMEN


Detail Watchmen #1, Seite 1

"Who watches the Watchmen?" - Wer bewacht die Wächter? ist die zentrale Frage dieses Klassikers von Alan Moore und Dave Gibbons. Es ist einer der ersten echten Graphic Novel und hat viel dazu beigetragen, dass Comics als Kunstform und Erzählmedium langsam ernst genommen werden. Obwohl bereits 1986/87 erstmals erschienen, hat der Comic nichts von seiner Faszination und Aussagekraft verloren. Im Gegenteil, angesichts des neokonservativen Amerikas ist der Roman sogar ziemlich aktuell.

Der Comic erzählt die Geschichte einer Handvoll von Superhelden, die im Amerika der achtziger Jahre leben. Diese USA unterscheidet sich aber gravierend von den echten Vereinigten Staaten dieser Zeit. Amerika hat den Vietnamkrieg gewonnen, den Watergateskandal hat es nie gegeben und dank einer Änderung der Verfassung ist Nixon immer noch Präsident. Die Superhelden leben aber nicht nur in dieser seltsamen Parallelwelt, sie haben sie auch direkt und indirekt zu verantworten. Dank eines Polizeistreiks wird ihnen aber vom Gesetz verboten, ihre Kräfte einzusetzen.

Die Helden sind Nite Owl, ein Millionär im Eulenkostüm; die leicht bekleidete Silk Spectre; der gesichtslose Rorschach; der allmächtige Dr. Manhattan; Ozymandias, der intelligenteste und reichste Mann der Welt und der militaristische Comedian. Letzerer wird unter mysteriösen Umständen ermordet und setzt damit die Geschichte in Gang. Der paranoide Rorschach vermutet einen Maskenkiller und beginnt, seine früheren Kollegen zu warnen. Nach und nach erfahren wir die in einander verwobenden Geschichten der Helden und kommen schließlich dem furchtbaren Geheimnis hinter dem Tod des Comedians auf die Spur.

Die Hauptfiguren und Nebenfiguren des Comics und ihre Geschichten sind so interessant und geschickt miteinander verwoben , dass es immer wieder Spaß macht, den Comic zu lesen, um immer neue Verbindungen zu entdecken. Der Zeichenstil von Dave Gibbons ist zwar etwas altmodisch, passt aber perfekt zu der Stimmung der Geschichte und weiß mit subtilen Hintergrundgags zu unterhalten. Zum Beispiel taucht ein Smiley, das Markenzeichen des Comedians, immer wieder in den unterschiedlichsten Zusammenhängen auf und ein Comic im Comic kommentiert ironisch das Geschehen.

Für Fans von Superheldencomics ist es auch faszinierend, wie Alan Moore Merkmale berühmter Helden für Watchmen neu arrangiert hat. So ist der Comedian eine Mischung aus dem Joker und Captain America und der durch einen Kernfusionsunfall entstandene Dr. Manhattan scheint sowohl an Superman als auch an den Hulk angelehnt. Und auch Niteowl erinnert an einen anderen Millionär, der sich als ein fliegendes, nachtaktives Raubtier verkleidet.

Die größte Leistung des Graphic Novels ist aber, dass es das Medium des Comics nutzt, um philosophische, moralische und politische Fragen zu diskutieren und dabei trotzdem eine unglaublich spannende Geschichte erzählt. Besonders die politische Dimension läßt einen nachdenklich werden. Denn angesichts einer sich moralisch überlegen fühlenden Supermacht USA fragt man sich tatsächlich "Who watches the Watchmen?
Cineast am 28.4.06 15:18


Prolog


(Coverdetail Animalman #5)

Okay, noch eine neue Kategorie. Die scheinen ja in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Warum aber geht es in dieser? Um Comics, oder sequentielle Kunst, um mal hochtrabend zu klingen. Was hat das mit Filmen zu tun? Naja, zuerstmal sind wir Cineasten zu selben Teilen auch Comicfans. Und außerdem sind Comics und Filme zwei Medien, die sich parallel entwickelt haben und einander viel verdanken. Ohne Comics wäre Christopher Reeves nie geflogen und Michael Keaton hätte nie das coolste Auto aller Zeiten gefahren. Und auch Blade, Matrix und sogar Star Wars hätte es ohne Comics so nie gegeben. Auf der andere Seite flog auch Superman selbst erst auf Zelloloid, und Popeye aß zum ersten Mal Spinat in einem Trickfilm. Anders als bei Filmen ist es bei einer Comicreihe schwierig, eine Kritik zu schreiben, denn eine fortlaufende Serie wie z.B. X-Men hat ja kein Ende. Deswegen wollen wir uns eher auf die sogenannten Graphic Novels konzentrieren. Das sind abgeschlossene Geschichten, die in Comicform erzählt werden. In dem Sinne, Cowabunga, Excelsior und das ist ein Job für...!!!
Cineast am 27.4.06 17:57





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