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Ultraviolet


„Und wie fandest du Cerebro?“ „Ja, ganz okay.“

Arme Milla Jovovich. Sie ist eine talentierte Schauspielerin (siehe Das Fünfte Element) und sie sieht atemberaubend aus. Aber ihre Schauspielkarriere verläuft seit dem bereits erwähnten Luc Besson Hit ziemlich im Sand. Während man ihr Resident Evil noch verzeihen kann, sieht das mit den sogar noch schlechteren Fortsetzungen anders aus. Ich habe nun den finalen Sargnagel ihrer Karriere gesehen. Er heißt Ultraviolet.

Der Regisseur dieses Machwerks ist Kurt Wimmer, dessen Vorgänger Equilibrium sämtliche dystopische Vorbilder wie 1984 und THX 1138 in eine große Schüssel geschmissen, etwas Matrix-Style Kung Fu hinzu gefügt und mit Christian Bale einen Hauptdarsteller gefunden hat, der seiner Rolle Tiefe verleihen konnte. Alles in allem war Equilibrium ein vielversprechender Erstling, dem Großes hätte folgen können. Es folgte jedoch Ultraviolet.

Aber kommen wir zum Film selbst. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft, in welcher die Regierung mit einem hochansteckenden Vampir-Virus eine Armee von Super-Soldaten erschaffen wollte. Doch das Virus geriet außer Kontrolle und infizierte einen Teil der Bevölkerung. Nun kämpfen Vampire wie Violet (Milla Jovovich) verzweifelt um ihr Leben und suchen nach Heilung. In diesem Kampf wird der kleine Junge Six (Cameron Bright) eine große Rolle spielen. Ohne zuviel spoilern zu wollen, aber es wird noch absurder. Am Merkwürdigsten ist dabei, dass es gar keine Rolle spielt, dass Violet und ihre Kameraden Vampire sind. Außer natürlich für das tolle Wortspiel des Titels.

Dabei ist die Story noch das Beste an diesem Film. Da wären dann noch die gestelzten und völlig idiotischen Dialoge, die von sämtlichen Akteuren gesprochen werden, als würden sie gerade eine Kaffee-Werbung machen. Oder selbst einen brauchen. Und da ist die völlig unrealistische Action, in der beispielsweise mit Schwertern gegen Maschinengewehre gekämpft wird oder sich Erschießungskommandos im Kreis (!) um ihre Opfer postieren. In der Zukunft, wohlgemerkt. Diese verfügt übrigens zwar über Handys aus Papier und Kleidung, die sinnloserweise alle paar Minuten ihre Farbe wechselt, aber Violet fährt trotzdem auf einem ganz normalen Motorrad von BMW durch die Gegend. In einer Szene sieht man sogar eine ordinäre Kaffeemaschine. Abgerundet wird das Ganze dann durch einen komisch schleimigen Weichzeichner, dessen einzige Daseinsberechtigung die schlechte Haut der Hauptdarstellerin zu sein scheint, die man in einigen Nahaufnahmen zu sehen bekommt.

Sämtliche Schauspieler in Ultraviolet wirken, als wären sie gerade lieber woanders. Das gilt insbesondere für Milla Jovovich, die irgendwie den ganzen Film hindurch denselben, leicht genervten Gesichtsausdruck zur Schau stellt. Nur Cameron Bright überzeugt als gruseliges Kind, was aber auch nicht verwundert. Er spielte nämlich exakt dieselbe Rolle erst kürzlich in X-Men 3.

Alles in allem ist Ultraviolet ein blutarmer Klon von Kurt Wimmers eigenem Equilibrium mit einer wirklich hanebüchenen Geschichte und der schlechtesten Inszenierung jenseits von Uwe Boll. Wimmer behauptete übrigens, der Film wäre ihm vom Studio weggenommen und bis zur Unkenntlichkeit geändert worden. Ob seine Version wohl besser gewesen wäre? Wir werden es wohl nie erfahren.

Dank einer Spur von trashigem Charme, welche einige der schrägeren Ideen verströmen und des Bauchnabels von Milla Jovovich glimmt Ultraviolet mit immerhin noch 20 von 100 nm Wellenlänge.
23.1.07 17:15
 
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