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Borat


Trotz des weltweiten Hypes war die Aktion "Borat verkörpert Beatles-Albumcover" ein ziemlicher Flop.

Schon Kurt Tucholsky fragte seinerzeit „Was darf Satire?“ und gab auch gleich die Antwort hinterher: „Alles!“ Wenn es danach geht, dann ist Borat Satire par excellence. Aber alles der Reihe nach.

Borat ist eigentlich der britische Komiker Sacha Baron Cohen, der in seiner Ali G Show den fiktiven Reporter aus Kasachstan eingeführt hat. Dem ebenfalls von ihm verkörperten Ali G wurde bereits eine leidlich witzige Komödie auf den Leib geschrieben. Der Film war ein Flop. Kein Wunder, denn der Humor seiner Figuren resultiert aus seinem unheimlichen Talent für Improvisation und den ungespielten Reaktionen seiner Interviewpartner, seien es Politiker, Bürgerrechtler oder einfache Menschen auf der Straße. Diesen Fehler hat Cohen mit dem Borat-Film korrigiert und er macht darin das, was er am besten kann: Leute mit seinen Charakteren in den Wahnsinn treiben. Dabei hat er sich ein dankbares Ziel ausgesucht: die USA.

Borat, voller Titel Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan ist eine Fake-Doku bzw. Mockumentary, die vorgibt eine Dokumentation der kasachischen Regierung zu sein. In den ersten Minuten des Films stellt der Reporter Borat Sagdiyev sich selbst, seine Familie und sein Dorf vor. Der Zuschauer erfährt, dass für die völlig verarmten Kasachen Sex mit Tieren und Kindern, Vergewaltigungen, Inzest und Antisemitismus völlig normal sind. Kein Wunder, dass die echte kasachische Regierung Sacha Baron Cohen nach diesem Film verklagt hat. Borat fliegt mit seinem Produzenten Azamat Bagatov in die USA, um vom „tollsten Land der Welt“ zu lernen, wie man Kasachstan wieder zu Wohlstand verhelfen kann.

Damit verlässt der Film weitestgehend die fiktive Ebene und zeigt eine Reihe von Episoden, in denen Borat auf seinem Road Trip quer durch Amerika auf Menschen trifft und dabei eine Schneise der moralischen Verwüstung hinterlässt. Dabei bewegt sich Baron Cohen die gesamte Zeit hart an der Grenze des guten Geschmacks, übertritt sie des Öfteren und schlendert manchmal noch ein paar Kilometer ins Landesinnere. Witzig ist das Ganze allerdings trotzdem und der Film macht durchgängig einfach nur Spaß. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in einem Film so lange und konsistent gelacht habe. Der Rest des winzigen Saals, in dem ich den Film gesehen habe, übrigens auch.

Ich persönlich fand allerdings, dass vor allem die eher ruhigen Momente von Borat das Genie von Baron Cohen zur vollen Geltung bringen. Es sind Szenen, in denen sich die Interviewpartner des kasachischen Reporters völlig ohne sein Zutun um Kopf und Kragen reden und plötzlich ganz offen ihre rassistischen, sexistischen oder antisemitischen Überzeugungen zum Besten geben. Dann fährt Borat auch sein mimisches, gestisches und akustisches Arsenal völlig zurück. Plötzlich zeigt sich ganz von selbst die hässliche Fratze, die sich normalerweise hinter der glatten Fassade der political correctness versteckt.

Trotzdem gibt es auch etwas zu kritisieren. Da wäre zum einen die bereits erwähnte Geschmacklosigkeit, die vor allem in den rein fiktiven Passagen über die Stränge schlägt und dabei aber nicht wirklich etwas zur Geschichte beiträgt. Außerdem werden Borats einstudierte Phrasen und Manierismen über die Dauer eines ganzen Films etwas ermüdend, auch da die Situationen sich manchmal stark ähneln. Witzig ist es aber trotzdem noch, ob das allerdings nach einem zweiten Anschauen auch noch der Fall sein wird, wage ich zu bezweifeln. Als Letztes noch etwas, das nicht wirklich dem Film selbst geschuldet ist. Durch den Borat-Hype, den der Film ausgelöst hat, kennt man einige der witzigsten Szenen bereits aus den diversen Trailern, was den Überraschungswert einiger Aktionen etwas abmildert.

Trotz Ermüdungserscheinungen der Figur Borat und der unglaublichen Geschmacklosigkeit des Films kann ich abschließend trotzdem nur mit den Worten des Kasachen sagen: „I like! Is nice!“

Borat kann acht von zehn Strophen der kasachischen Hymne singen, ohne ausgebuht zu werden.

P.S.: Ich kann euch übrigens nur wärmstens empfehlen, den Film mit Originalton zu genießen. Durch die deutsche Synchronisation verliert der Film mindestens die Hälfte seines Witzes, meist auf Kosten der subtileren Töne.

P.P.S: Wer den Film schon gesehen hat, oder keine Lust hat, Geld für ein Kinoticket zu kaufen, kann sich hier die Bunny-Version in 30 Sekunden ansehen. Aber Vorsicht: Spoilergefahr!
22.1.07 14:39
 



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