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Kino-Review: Splice


"Den Karton hab ich so einem schwarzen Polizisten geklaut. Wollen wir mal schauen, was drin ist?"

They fuck you up, your mum and dad,
They may not mean to, but they do.
They fill you with the faults they had
And add some extra, just for you.

Diese Zeilen aus dem Gedicht "This be the Verse" von Philip Larkin fassen die Aussage des Films Splice perfekt zusammen. Aber der Reihe nach, beginnend mit dem Inhalt: Das Genetiker-Ehepaar Elsa Cast (Sarah Polley) und Clive Nicoli (Adrian Brody) wollen zwar keine eigenen Kinder, basteln aber aus dem Erbgut verschiedener Tiere neues Leben, eine Technik, die sich "Alternatives Spleißen" nennt. Die neu entstandene Art soll verschiedener Proteine erzeugen, die Krankheiten wie Krebs oder Aids heilen könnten. Nach einem Durchbruch wird ihr Projekt erst einmal auf Eis gelegt, damit daran geforscht werden kann, die neuen Proteine synthetisch zu erzeugen. Vorher wollen die beiden ehrgeizigen Genies sich jedoch selbst noch beweisen, dass sie auch die letzte Hürde des Spleißens beherrschen, nämlich die Kombination von menschlicher und tierischer DNA. Das quicklebendige Ergebnis ist ein neues, intelligentes Wesen, das schon bald auf den Namen „Dren“ getauft wird und rapide wächst. Nun müssen sie ihr Experiment nicht nur geheim halten, sondern auch die wachsenden Bedürfnisse Drens erfüllen, was ihre Beziehung immer mehr belastet…

1995 gab es schon einmal ein Film, der ein ganz ähnliches Konzept hatte und dessen Titel sogar fast aus denselben Buchstaben bestand, nämlich Species. Leider wurden darin die moralischen Dimensionen des Experiments schon bald für eine klischeehafte Monsterhatz mit lächerlichen Dialogen fallen gelassen. Nicht so in Splice. Regisseur Vincenzo Natali nahm schon in seinem Indie-Debüt Cube das Mystery-Konzept von einer Gruppe von Menschen, die einem Labyrinth aus tödlichen Fallen gefangen waren, nur als Anlass, um zu zeigen, wie verschiedene Persönlichkeiten mit dieser Situation umgehen. Ähnlich geht er auch in Splice vor. Drens Existenz ist der Katalysator für Krisen in der jungen, anfangs harmonischen Ehe der beiden Forscher, die immer mehr die Rollen von Eltern gegenüber ihrer Schöpfung einnehmen. Damit durchlaufen sie im Grunde genommen das, was wohl alle Menschen erleben, die zum ersten Mal ein Kind zu Welt bringen.

Das heißt jedoch nicht, dass die Figur Drens dadurch in den Hintergrund gedrängt wird. Im Gegenteil, der wohl faszinierendste Aspekt des Films ist das durch und durch glaubhafte Wesen, dass hier im doppelten Sinne erschaffen wird. Mit einer verblüffend nahtlosen und fast perfekten Mischung aus Computereffekten und Make-Up erscheint Dren zu keinem Zeitpunkt als bloßes Monster, sondern als durch und durch realistische Lebensform, die durch ihre Andersheit gruselig wirkt und den Zuschauer trotzdem durch ihre Menschlichkeit mitleiden lässt. Das ist zum großen Teil der Schauspielleistung von Delphine Chanéac zu verdanken, die Dren trotz aller Bedrohlichkeit eine naive Unschuld verleiht. Ihr gegenüber steht Sarah Polley, die als Elsa einer Miss Frankenstein gleich die Initiative bei Drens Schöpfung übernimmt und mit einer düsteren, persönlichen Vergangenheit zu kämpfen hat. Polley gibt der Figur genau die richtige Ambivalenz, so dass man sich ihrer Motive nie ganz sicher ist. Last but not least verleiht Adrian Brody als Clive einer Figur emotionale Tiefe, die von dem Trio der Hauptfiguren am wenigsten beleuchtet wird.

Der vierte Star des Films ist Regisseur Vincenzo Natali. Schon der wohl originellste CGI-Vorspann seit Fight Club zeigt sein Talent, dass sich mit der darauf folgenden Sequenz bestätigt. Aber auch im Rest des Films gelingt es ihm immer wieder, geradezu magische Bilder zu erzeugen, auch wenn die Handlungsorte vergleichsweise unspektakulär sind. Gleichzeitig vermeidet es sein mit Antoinette Terry Bryant and Doug Taylor (äh Dungeon Siege - Schwerter des Königs?!) geschriebenes Drehbuch, die Botschaft der Wissenschaftler, die für die Überschreitung von ethischen Grenzen bestraft werden, mit dem Holzhammer zu erzählen. Im Gegenteil: Mindestens zur Hälfte ist es die Erziehung (oder der Mangel daran), der aus Dren schließlich eine Gefahr für Elsa und Clive macht. Und dass der Mensch das einzige Raubtier im Gen-Cocktail Drens ist, spricht ebenfalls Bände.

Ganz perfekt ist die cineastische DNA von Splice jedoch nicht. Die Einführung der Charaktere ist ein wenig holprig und die Hintergründe ihrer Experimente weitestgehend uninteressant. Auch dem Schluss des Films mangelt die ansonsten immer präsente Originalität. Trotzdem, als intelligenter Sci-Fi-Horror über unüberlegte Experimente und ihre Folgen braucht sich Splice vor Klassikern wie Jurassic Park oder Die Fliege nicht zu verstecken. Neun von zehn Eizellen teilen sich.

Kinostart: 03.06.2010

Zum Vergleich hier die Meinung der Kollegen von der CINEMA.

P.S.: In einem gruseligen Fall von Realität, welche die Fiktion einholt, präsentierte Gen-Pionier Craig Venter kürzlich die erste künstliche Lebensform.
6.6.10 15:30
 



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