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Babel


"Angie-Baby? Kannst du mich hier rausholen? Ja, das ist ein humanitärer Notfall! Der Film ist furchtbar!"

Immer wieder stehen Kinorezensenten vor dem Problem, ernstgenommen zu werden. Vor allem wenn sie ihre Kritiken und Ansichten "nur" mittels Internetportal in die Welt hinaustragen, fällt den Beiträgen nicht immer die gebührende Bedeutung zu. Umso schwerer erscheint es dann, gemeinhin schon als hervorragende filmische Leistungen eingestufte Produktionen kritisch zu beleuchten. Fast ebenso häufig wie die "Lust am Verriss", die mitunter zu überkritischen, unsachlichen Kommentaren und prinzipiellen Negativurteilen führt (weil es eben "in" ist, einen bestimmten Film niederzumachen oder gerade als Gegenentwurf zum Trend für Aufmerksamkeit sorgt - so zumindest oft mein Eindruck), findet sich dann das blinde Lob. Betroffen davon sind zumeist europäische Programmkinofilme mit Wackel-Kamera, tief betroffen machender Gesellschaftskritik und jeder Menge Untertiteln. Im Sinne einer wahren "Des-Kaisers-neue-Kleider"- Mentalität wird dann emporgehoben und als besonders gepriesen, was man selbst eigentlich gar nicht so eingeschätzt hätte. Stell Dir vor, keiner versteht einen Film und keiner gibt's zu!
Aber darf man als ernsthafter Filmkritiker/-blogger einem inhaltlich um Anspruch bemühten und vielerorts als absoluter Niveau-Tipp gehandelten Streifen eine harte Absage erteilen? Wenn man es wirklich so empfunden hat, MUSS man das sogar, so meine klare Meinung.

Und darum folgt nun (fast) ohne weitere Umschweife - trotz des Wissens, daß mancher belanglose Familienspaß (z.B. Nachts im Museum) und Standard-CGI-Ware (z.B. Madagascar) hier oft ziemlich wohlwollend kommentiert wurden und wir uns nun mittels Arthaus-Huldigungen endlich mal prima profilieren könnten - die deutliche Ansage:

Seit Jahren habe ich mich im Kino nicht dermaßen gelangweilt wie in Babel.
(Ähnlich grausige Erinnerungen verbinde ich lediglich mit Wenders Paris, Texas, den ich vor einigen Semestern mal im Rahmen eines Uni-Seminars ansehen muß... konnte.) Dabei hatte ich mich sehr auf den Film gefreut, sogar Freunde vom Mitkommen überzeugt. Ein spannendes Thema und mindestens zwei Darsteller, die für ein gutes Gespür bei der Rollenwahl bekannt sind, deuteten auf lohnenswerte Kinominuten hin. Von den Nomierungslorbeeren mal ganz abgesehen.

Das Ergebnis aber ist ein einziges Ärgernis. Dabei geht es mir nicht einmal vordergründig um die behäbige Inszenierung. Das etwas gehobenere Hollywoodkino hat mehrfach bewiesen, daß Langweile ästhetisch zelebriert und dadurch sogar irgendwie unterhalten kann (vgl. Ang Lee, David Lynch). Betulichkeit, langatmige und stille Szenen müssen nicht unbedingt ermüden. Wenn sich zu einer solchen Machart aber inhaltliche Belanglosigkeit gesellt, dann fällt es schwer, die Augen offen zu halten.
Obgleich die Schnitttechnik des Trailers und die darin von Brad Pitt gesprochenen Sätze eine atemberaubend quälende Studie über Verständigungsprobleme sowohl verbal-vokabularer als auch interkultureller Natur erwarten ließen, erlebte ich in zwei viel zu langen Stunden nur unsinniges Gerede und Szenen, die weder für mich noch meine vier Begleiter irgendwie eine Verbindung zur Thematik "Babel" erkennen ließen. Die Probleme und Notsituationen, die die Protagonisten erfahren, stehen meines Empfindens in keinerlei Zusammenhang mit echten Sprach- oder Kulturbarrieren. So hat Cate Blanchetts Figur einfach nur Pech und ist zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Das Dilemma ihrer Haushälterin hingegen entsteht durch eine Mischung aus eigenen Fehlentscheidungen und unglaubwürdig albernen Unglücksverstrickungen. Das taub-stumme Mädchen bleibt vollkommen in ihrem japanischen Kulturkreis (keine Verständigungsprobleme hier also) und kann sich sowohl durch Körper- und Zeichensprache als auch Stift und Zettel recht gut ausdrücken - was auch diese zweite Ebene der angeblichen Thematik unmöglich macht.

Zu dem fatalen Scheitern des Films an der eigenen Prämisse (oder ist es nur die des fehlleitenden Trailers?) gesellen sich weitere Störfaktoren, die ich einfach mal als Arthaus-Wichtigtuereien beschreiben möchte. Ein Beispiel dafür ist die nervende, weil in Bezug zum Plot absolut zusammenhangslose und unnötige Masturbationsszene ("Wow, wie schockierend und aufrüttelnd!" *gähn!*), die aber zum ebenfalls überflüssigen Sub-Sub-Plot paßt, in dem ein Dorfjunge gern mal seine nackte Schwester begafft. Dann der große Clou, mit dem die drei Hauptepisoden schließlich verknüpft werden: Dieser ist nicht nur hanebüchen sondern auch genauso nutzlos wie das verkappte Spiel mit der chronologisch korrekten Reihenfolge.

Ach ja, reichlich Untertitel gibt es auch. Was ja an sich nicht störend wäre, im Kontext der angestrebten (wenngleich niemals vorhandenen) Babel-Thematik würde das sogar irgendwie passen. Allerdings erscheint diese Entscheidung letztlich einfach arbiträr. UT um Anspruch zu suggerieren. Denn wenn alle anderen Figuren in den entsprechenden Episoden durchweg in ihren Muttersprachen sprechen und untertitelt werden, wieso sind dann unbedingt die Szenen mit den amerikanischen Touristen deutsch synchronisiert? Die Antwort bleibt unverständlich.

Schnitt, Musik, Atmosphäre tun ihr übriges, um den Zuschauer derart in Ödnis einzulullen, daß man wirklich unglaublich oft auf die Uhr schaut und wünscht, daß doch endlich mal etwas passieren möge. Oder wenigstens ein gnädiger Abspann eingeblendet wird. Der zu Unrecht für diese Leistung überschwänglich gelobte Regisseur Alejandro Gonzalez Innaritu entscheidet sich - viel zu spät - quasi für Letzteres. Ganz kurz wird es spannend, gegen Ende. Aber da hat der Regisseur schon so viel Zeit auf Sinnlosigkeiten verschwendet, daß die wahre Dramatik unsagbar kurz abgefrühstückt werden muß. Und bevor man wirklich mal einen dramatischen Anknüpfungspunkt finden kann, ist's dann doch vorbei.

Letztlich bleibt somit nicht viel Gutes übrig. Lediglich die Darsteller geben ihr Bestes und wissen durchaus zu überzeugen. Pitt ist zwar glaubwürdig wie immer, kann aber wie seine Kollegen nichts gegen die ermüdende Belanglosigkeit seiner Szenen ausrichten. Immerhin hat er die einzigen beiden wirklich anrührenden Szenen oder besser Momente.

Von mir also ein klarer Warnhinweis: Geld sparen und Babel die kalte Schulter zeigen!
Womöglich habe ich den Film aber auch nur nicht verstanden. Muß wohl ein Kommunikationsproblem zwischen mir und Innaritu vorliegen. Eigentlich ein interessantes Filmthema... ;-)

Höchstens drei von zehn Sprachen können richtig verstanden werden.
8.1.07 13:57
 



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