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Der Teufel trägt Prada


"Na gut, der Entwurf ist nicht schlecht, aber wo kriegen wir jetzt so viele Dalmatiner her?"

Frauen und Männer sind bei aller Zugehörigkeit zur selben Spezies unterschiedliche Wesen. Soweit der allgemeine wissenschaftliche Konsens. Viel ist schon geschrieben worden über die kleinen und großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Und oft scheiden sich auch beim Filmgeschmack die sprichwörtlichen Geister. Bei Männern steigt ab einer bestimmten Anzahl an Explosionen, Verfolgungsjagden und coolen Sprüchen der Testosteronspiegel so hoch, dass man meinen könnte, sie hätten Helms Klamm gerade eigenhändig verteidigt. Bei Frauen lösen solche „Ahkschunfuime“ (Schwarzeneggerismus) meist nur eine mitleidige Reaktion irgendwo zwischen genervter Gleichgültigkeit und resignierender Langeweile aus.

Umgekehrt gibt es aber auch Filme, die diese Reaktion bei Männern auslösen. Wie z.B. die, in denen hässliche Inder drei Stunden lang singen, dass sie bald sterben müssen, nur um zum Schluss (Überraschung!) zu sterben. Oder die, in denen zwei Leute sich verlieben, dann trennen, dann wieder verlieben, dann trennen, und sich aber irgendwann so richtig echt verlieben, was man(n) meist nur daran merkt, dass danach der Abspann kommt. So etwas nennt sich dann „Frauenfilm“, was schon vom Begriff her irgendwie nach Langeweile klingt. Oder doch nicht?
Vielleicht muss man sich auch mal eine Meinung vom anderen Graben des Geschlechterkampfes machen, bevor man diese (Achtung Wortspiel!) verteufelt. Ich habe den Selbstversuch gewagt und den Film angesehen, der zurzeit wie kein anderer als DER Frauenfilm der Stunde angeworben wird, Der Teufel trägt Prada.

Zumindest thematisch bewegt sich der Film auf jeden Fall in einer Welt, die dem durchschnittlichen Mann ungefähr so vertraut sein dürfte wie die Sehenswürdigkeiten auf dem Uranus. Die Rede ist von der Welt der Mode. Während die meisten Männer eher klassische Kombinationen bevorzugen (T-Shirt, Jeans, Turnschuhe, getragen bis zum Zerfall zu Feinstaub), eröffnet das kleinen Wörtchen „Mode“ vielen Frauen einen schier unerschöpflichen Kosmos der puren Lebensfreude. Überraschenderweise gehört die Protagonistin von Der Teufel trägt Prada zu Beginn des Films nicht dazu. Im Gegenteil, Andy Sachs ist ihr Aussehen ziemlich egal, für sie zählen innere Werte. Die ehrgeizige Journalistin sucht nach einem erstklassigen Abschluss einen Weg in das Verlagswesen New Yorks. Schließlich bleibt ihr aber nur eine Wahl: entweder eine Autozeitung, oder das Modemagazin „Runway“, eine Art Fashion-Bibel der oberen Zehntausend. In einem Männerfilm hätte sie sich wahrscheinlich für Ersteres entschieden und wäre Mitglied eines illegalen Autorennringes geworden, leicht bekleidet versteht sich. Da dies aber nicht so ein Film ist, entscheidet sich Andy für das Modemagazin. Dort wird sie in ihrem ausgeleierten Pulli erst einmal angekuckt wie E.T. auf Urlaub, schließlich jedoch tatsächlich zur Chefin der Zeitschrift vorgelassen. Die heißt Miranda Priestly und ist ein in der Branche gefürchtetes Monster, was Andy natürlich nicht weiß. Trotz eines katastrophalen Bewerbungsgesprächs wird Andy tatsächlich Mirandas Assistentin. Plötzlich muss sie für die launische Diva allerhand absurde Botengänge unternehmen und sich in der ihr fremden Modewelt zurecht finden.

An diesem Punkt des Films ergeht sich der Film in das detaillierte Zeigen verschiedener Designertaschen, -schuhe und –kleider. Spätestens ab diesem Punkt sind sehnsüchtige Stöhnlaute weiblicher Zuschauer im Kinosaal immer wiederkehrende Geräuschkulisse des Films. Für Modefetischisten ist er also auf jeden Fall Pflicht.
Zum Glück kann Der Teufel trägt Prada auch mit einigen Pluspunkten aufwarten, die ihn für Zuschauer interessant machen könnten, die Haute Couture für ein versautes französisches Wort halten. Absolute Höhepunkte des Films sind die Auftritte der namensgebenden Teufelin. Meryl Streep spielt die arrogante Modezicke mit sichtlichem Spaß an der Rolle, und ihre zynischen Sprüche können denen von Harald Schmidt Konkurrenz machen. Trotz der unglaublichen schauspielerischen Präsenz von Meryl Streep braucht sich die eigentliche Hauptfigur trotzdem nicht im nächsten Kleiderschrank zu verstecken. Anne Hathaway verkörpert die unerfahrene Journalistin mit rehäugigem Charme und einer sympathischen Unschuld. Hinzu kommt eine ebenfalls sehr gute Riege an Nebendarstellern, aus denen insbesondere Stanley Tucci als Modedesigner Nigel hervorsticht.
Auch die Story des Films ist nicht vom Wühltisch. Stellt man sich am Anfang auf die Standardgeschichte über das hässliche Entlein ein, so wird man durch ein differenziertes Porträt der glitzernden Modewelt überrascht, das geschickt zwischen Satire und Homage pendelt und dabei nie langweilt. Fast nie. Manche Momente wirkten für meinen Geschmack dann doch eher wie Moden- als wie Kinoschau.

Ich war trotzdem überrascht, wie sehr mich ein Film fesseln konnte, dessen Thema mich ursprünglich überhaupt nicht interessierte. Vielleicht auch, weil er auf der Wirklichkeit beruht. Die literarische Vorlage ist der gleichnamige Bestseller von Lauren Weisberger und dieser beruht wiederum auf ihren tatsächlichen Erfahrungen als Assistentin der Vogue-Chefin Anna Wintour. Die nahm die Porträtierung als diabolische Modezarin mit Humor und kam sogar zur Premiere des Films. Was sie trug? Natürlich Prada.

Der Teufel trägt Prada ist ein interessanter und kritischer Einblick in die Modewelt, dank dem man(n) vielleicht sogar mal bei Frauengesprächen mitreden kann. Also Männer, gebt euch einen Ruck und ladet eure Lebensabschnittsgefährtin (oder die beste Kandidatin dafür) ins Kino ein. Sie wird es euch bestimmt danken. Und seht es mal so, damit habt ihr mindestens einen Schwarzenegger-Film gut!

Mein Urteil: 9 von 10 Stücke der neuen Kollektion werden Verkaufsschlager.
6.11.06 16:33
 



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