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Das Mädchen aus dem Wasser


"Ich weiß, es klingt völlig verrückt. Aber Mel Gibson schwört, hinter dieser Tür hocke ein Alien!"

Erinnert Ihr Euch noch an früher? Wißt Ihr noch, wie Euch märchenhafte Geschichten in ihren Bann zogen? Zur "Flimmerstunde" oder anderen Fernsehferienangeboten lümmelten wir uns vor die Kiste, ließen uns in ferne Welten entführen und fingen an, von heldenhaften Taten zu träumen. Vor allem in der Vorweihnachtszeit oder während der Winterferien war das einfach der Inbegriff der Gemütlichkeit. Neben den sehr guten DEFA-Kinderfilmen oder solch spannenden Abenteuern wie denen von Bastian und Fuchur, waren es vor allem die unglaublich atmosphärischen russischen Märchen, die gleichzeitig zu gruseln und zu begeistern vermochten. So ging es zumindest mir, das verbinde zumindest ich mit Märchen. Egal wie Eure Erfahrungen mit dieser Art von Geschichten sind - ob Ihr an Gutenachtgeschichten denkt, die Euch auf dem Bett vorgelesen wurden, oder an die Kinovorstellung im örtlichen Jugendclub - vermisst Ihr sie nicht manchmal auch? Sieht man die alten Schinken heute wieder, machen sich zwar angenehme Nostalgiegefühle breit, wirklich fangen können einen die Filme aber nicht mehr. Was damals mitfiebern und bangen ließ, sorgt heute meist nur noch für ein Schmunzeln. Das echte Gefühl eines neuen, schönen Märchenerlebnisses ist ausgestorben. Sicher, heute haben wir Mega-Märchen a la Der Herr der Ringe, aber diese sind doch eher massive Fantasy-Monster (im positiven Sinne) als leichtfüßige Zaubergeschichten. An die alten Märchenfilme reichen derzeit höchstens noch die traumhaften Einfälle eines Hayao Miyazaki heran. Im Realfilm gab es aber zu lange nichts vergleichbares.

Höchste Zeit also, daß sich jemand dieser Erzählform annahm. Nachdem M. Night Shyamalan mit The Sixth Sense bereits dem Gruselgenre wichtige neue Impulse geben konnte, gelingt ihm diese Frischzellenkur mit seinem neuen Werk Das Mädchen aus dem Wasser auch für den guten alten Märchenfilm. Denn nichts anderes ist Das Mädchen: Ein modernes Märchen.
In wunderschönen, wenn auch zumeist dunklen, Bildern erleben wir, wie der traurige Hauswart Cleveland der hilflosen Nymphe Story hilft und dabei erfährt, was Freundschaft, Zusammenhalt und Heldenmut bedeuten. Die visuelle Ästhetik des Films verkommt dabei nie zum pseudo-künstlerischen Selbstzweck, sondern trägt locker leicht zur märchenhaften Atmosphäre bei. Die Rollen sind ausnahmslos perfekt besetzt, wobei Paul Giamatti in der Hauptrolle besonders hervorsticht. Man leidet und freut sich mit ihm. Ja, man fiebert sogar wieder: "Du schaffst es, Dir darf nichts passieren, Du wirst die bösen Mächte besiegen!"
Auch die vielerorts massiv niedergeschriebene Figur des Regisseurs selbst (Shyamalan taucht diesmal nicht nur in einem Cameo auf, sondern nimmt eine wichtige Rolle in der Handlung ein), paßt in den Film, wirkt nie aufdringlich und ist eine absolut runde Sache. Die vielen negativen Äußerungen dazu erscheinen mir daher eher wie die nachträgliche Abstrafung wegen der früheren Enttäuschung über Shyamalans Filme (so waren viele einfach mit völlig falschen Erwartungen zu The Village gegangen). Man kann ihn und seine Filme aus Prinzip nicht (mehr) leiden und das soll "dieser arrogante Schnösel" auch zu lesen bekommen. Liest sich in meinen Augen dann immer sehr vorsätzlich wie: "Dem zeig ich's jetzt mal!"
Ganz ehrlich, beim Mädchen gibt es für mich, wenn überhaupt, dann höchstens den Kritikpunkt, daß alle Figuren jede noch so fantastische Offenbarung ohne Anflug von Zweifeln aufnehmen. Es gibt Wasserwesen? Klar. Böse Monster? Logisch. Diese treffen ausgerechnet im provinziellen Apartmentkomplex aufeinander? Nie was anderes erwartet. Ja, es bleiben viele Fragen offen und ja, die realitischen Reaktionen echter Menschen sähen sicher anders aus.
Aber hier greift wieder der Märchenbegriff. Innerhalb der Genregrenzen funktioniert alles wasserdicht. Wollen wir genau erklärt bekommen, warum der Wolf in Rotkäppchen sprechen kann? Natürlich nicht. Stört es uns, daß Iwanutschka keinen Hauch der Überraschung zeigt, wenn er plötzlich dem hühnerbeinigen Hexenhaus gegenüber steht? Keine Spur. Zumindest dem Kind in uns war all das immer vollkommen egal. Wir glaubten an Baba Yaga und wir glaubten an die kindliche Kaiserin. Heute wollen wir an den Scrunt glauben und an die Narf.

Wenn es uns also gelingt, Das Mädchen aus dem Wasser ebenso zu "lesen", wie wir es mit all den Märchenbüchern taten, wenn wir uns den naiven Blick eines Kindes behalten können, dann steht einem traumhaften Kinoabend nichts im Wege.
Zum Gelingen des selben trägt maßgeblich James Newton Howards Filmmusik bei. Diesmal darf Shys Stammkomponist meist träumerische, weniger beängstigende Töne anschlagen. Doch auch diesen Anspruch meistert er mühelos.

Damit trifft auch der nächste Streich Shyamalans wieder voll meinen Geschmack. Auch ohne jeden Anflug von Twist-Besessenheit, die ihm ja zu Unrecht unterstellt wird, weiß das Märchen zu überzeugen.

Dafür gibt's 90 von 100 Blim-Blam. Und die DVD dann an einem gemütlichen Winterabend.

PS: Ein besonderes Highlight des Films ist übrigens auch die feine Note Humor, die erstmals in Shyamalans Werk hervorsticht. Seine Art mit den ewig nörgelnden Kritikern "abzurechnen", vermag sicher nicht nur uns Filmbloggern ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Und das ist nicht der einzige Lacher - versprochen!
15.9.06 21:10
 



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