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Superman Returns


Lex Plan, die Welt auf Stelzen zu erobern, entpuppte sich als Reinfall

Die Kritiken für Superman Returns waren eher enttäuschend. Zwar wurde die Wiederbelebung des bekanntesten Superhelden aller Zeiten nirgends mit bösen Zungen komplett verrissen, aber von frenetischem Lob und solider Anerkennung sind die Besprechungen alle weit entfernt. Und auch ich kann keine euphorische Lobeshymne anstimmen, denn, ganz ehrlich, Meilensteine sehen anders aus.

So heißt es einmal mehr: "Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust." Denn ich hatte einen wirklich tollen Kinoabend, wurde nicht wirklich enttäuscht und bin nun doch ernüchert. Und das obwohl ich hochgradig als Fanboy vorbelastet bin. Immerhin war Superman (neben Spidey) mein erster Comicheld, durch den ich überhaupt über das Micky-Maus-Stadium hinausgekommen bin, und der erste, der den Sprung auf die große Leinwand (für mich natürlich auf die Mattscheibe) souverän geschafft hatte.

Allerdings sehe ich die Gründe für das schlechte Nachgefühl, das ich heute habe, etwas differenzierter als viele Rezensenten bisher.

Zunächst: Superman Returns ist kein schlechter Film. Genaugenommen würde ich ihn sogar als sehr gut bezeichnen. Das Zusammenspiel von altbekannter Musik, neuem Look (die stilsicherste Inszenierung des Mannes aus Stahl, die es je gab) und einer typischen Superman-Storyline bildet einen soliden Supie-Film. Die Darsteller sind, man darf hier wirklich so dick auftragen, perfekt besetzt. Besondere Erwähnung verdienen Brandon Routh, der es Christopher Reeve gleichtut und aus dem Nichts direkt in die Herzen der Fans fliegt, sowie Kevin Spacey, von dem ich aber nichts anderes erwartet habe.

Inhaltlich handelt es sich strenggenommen aber nicht wirklich um eine Fortsetzung, sondern viel eher um eine neue Adaption bzw. Neu-Interpretation der ersten Geschichte. Die Figuren durchlaufen fast die selben Stationen wie im Kinoabenteuer von 1978, abgesehen von kleinen Änderungen, die mitunter einzig den modernen Zeiten geschuldet sind. So gibt es viele Reminiszenzen an eine Zeit, in der wir das erste Mal glaubten, ein Mensch könne fliegen. Dabei wird der Slapstick-Anteil glücklicher Weise auf ein heute erträgliches Maß heruntergeschraubt, so daß auch der Humor einfach zum gesamten Erscheinungsbild paßt.
Ja, DAS ist Superman für das neue Jahrtausend. So hat man sich das gewünscht, so sollte es aussehen.

Wieso aber trotzdem die Ernüchtetung?
Zunächst einmal passiert einfach viel zu wenig für diese Laufzeit (zwei-einhalb Stunden). Lex' Plan kommt kaum voran und auch sonst gibt es zu wenige erklärende Handlungsszenen. Was passiert auf der Welt, wenn der größte Held aller Zeiten zurückkehrt? Wo zur Hölle hat er sich 5 Jahre lang herumgetrieben? Darüber gibt es nur marginale Andeutungen.
Aber, und das ist weitaus ärgerlicher, Singer nutzt die Minuten auch nicht, um die Mikroebene zu ergründen. Gerade die inneren Befindlichkeiten von Lois und Clark bleiben seltsam oberflächlich. Wenngleich der innere Monolog Lois' während der Nacht mit Superman im ersten Kinofilm etwas schmalzig wirkte, so gab er zumindest einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Dieser bleibt uns hier fast verborgen. Wo ist das feinfühlige Hineinversetzen in die Charaktere, das wir aus Singers X-Men-Filmen kennen?
Der Fairness halber muß man natürlich anmerken, daß diese sanfte "Oberflächlichkeit" auch in den alten Filmen maßgebend war. Darum fällt es schwer, hier echte Vorwürfe auszusprechen. (Dieser ständige Gedankensprung zu dem Vorangegangenen muß hier immer wieder mitvollzogen werden, da Superman Returns nicht im luftleeren Raum stehen kann. Viel zu deutlich hat der Regisseur im Vorfeld immer wieder betont, wie sehr sein Film nächster Teil eines begonnenen Ganzen sein soll.)

Noch schwieriger als die streitbare Schwerpunktlegung der Inszenierung ist aber der immanente Anachronismus der Superman-Figur. Denn wahrscheinlich hat Lois Lane recht, wenn sie in ihrem pulitzer-gekrönten Artikel konstatiert, die Welt brauche Superman nicht mehr. In einer (Kino-)Welt, in der normale Bohrinselarbeiter die Welt vor einem riesigen Meteoriten retten können (Armageddon) oder Agenten ohne jede Superkraft sich trotzdem mit monströsen Terrorakten mittels Atombombe herumschlagen müssen (Der Anschlag), wirkt ein Mensch, der Alles kann, irgendwie überholt.
Wer soll glauben, Superman habe Probleme damit, ein Flugzeug vor dem Sturz zur Erde zu bewahren, wenn er spielend leicht die Rotation eines ganzen Planeten ändern kann? Wo soll dabei die Spannung, der dringend notwendige Konflikt entstehen?
Dadurch ist Superman zum Auslaufmodell geworden. Singer selbst hat es mit den innerlich zerrissenen X-Men vorgemacht. Dort ist Konlikt, dort ist Dramatik.
Superman aber kommt heute einfach zu spät. Er war zulange weg, um uns nun wieder alle mit offenen Mündern gen Himmel schauen zu lassen.

Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wie ein Superman-Film gewirkt hätte, den wir vor 10 Jahren schon von Tim Burton serviert bekommen hätten. Oder die Wolfgang-Petersen-Interpretation vor 5 Jahren.
Hier und jetzt weiß der Stählerne durchaus noch zu faszinieren (vor allem die Flug- und Actionszenen sind ein wahres Highlights, die Effekte können sich absolut sehen lassen - diesmal glaubt man nicht nur, ein Mensch könne fliegen, man weiß es!). Über 2 Stunden zu fesseln, fällt ihm jedoch merklich schwer.

Versteht mich nicht falsch. Der Film war absolut gut gemacht. Ich hatte Spaß, freue mich jetzt schon auf das zweite Ansehen und habe die DVD fest in meinem Kaufplan aufgenommen.
Superman Returns ist somit ein toller Comicfilm, der dem Geist seiner filmischen Vorlage absolut treu bleibt. Allerdings macht er dabei aber auch genau die selben Fehler. Und diese sind durch das gewachsene Angebot an Vergleichsgeschichten noch ein Stückchen entscheidender.
Es wird also absolute Geschmackssache bleiben, ob man mit diesem neuen Kapitel etwas anfangen können wird.

Da ich das durchaus kann, fällt meine Wertung für das Gesamtwerk und den Rang als Teil der Superman-Reihe tendenziell positiv aus: 8 von 10 kryptonischen Kristallen.

Aber, da bin ich ehrlich, es wäre nicht das Schlimmste, wenn es in diesem Falle mal keine weitere Fortsetzung gäbe.
Andererseits... Doomsday auf der Leinwand?

PS: Auf Logikschwächen bin ich nicht gesondert eingegangen, weil diese fast alle zu den typischen Fehlern der Superman-Grundstory zählen (angefangen bei der Brille als "Kostümierung"). Die nimmt man entweder als gegeben hin oder spart sich den Kinobesuch bzw. die Comiclektüre gleich gänzlich.
17.8.06 17:17
 



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