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Fluch der Karibik 2

Da mit Fluch der Karibik 2 ein willkommener Anlaß gegeben ist, möchte ich die Filmbesprechung zunächst für einen kleinen Exkurs zum Thema Sequel-Wahn in Hollywood nutzen. Wen nur meine Meinung zum zweiten Piratenabenteuer von Gore Verbinski interessiert, der möge vorscrollen bis zum Abschnitt "Captain Jack is back".

Fluch der Fortsetzung 2 - Die Rückkehr



Ein Ungeheuer durchstreift seit vielen Generationen die Meere von Hollywood. Fast jeder hat schon davon gehört und viele Legenden ranken sich darum. Manche sagen, es bringe nur Schrecken und Ungemach. Andere behaupten, wer es kontrolliert, werde reicher und reicher. Auch in letzter Zeit haben sich immer wieder tapfere, aber auch viele gierige Männer und Frauen in das Abenteuer gestürzt, dieses Mythenwesen zu bezwingen. Wißt Ihr, von welchem Untier ich schreibe? Es ist die vielerorts gefürchtete 2 am Ende eines Filmtitels.
Doch gibt es den "Fluch der Fortsetzung" wirklich oder ist all das nur Seemannsgarn?

Besonders in den letzten Kinomonaten drängt sich mitunter der Eindruck auf, den Filmemachern fiele nichts mehr ein. Es hagelt zweite Teile ohne Ende und das Genörgel der Kinofans wird lauter und lauter. Doch machen wir uns nichts vor. Schon immer, seit es erfolgreiche Filme gibt, werden Fortsetzungen gedreht. Ob Marx-Brothers, Herbie-Abenteuer, French Connection, Planet der Affen, Insepktor Clouseau, Rocky, Pate, Matrix oder Scream. Das Phänomen ist fast so alt wie das Kino. Wer dies also auf ein hier und jetzt aufkommendes Ideendefizit der Industrie schiebt, macht sich was vor und neigt sicher auch zu "Früher war alles besser!"-Sprüchen.
Ebenso ungenau ist aber auch das ewige (im Internet-Zeitalter noch lauter gewordene) Lamentieren gegen jedes Sequel per se. Wie oft liest man, daß Fortsetzungen immer nur ein lauer Aufguß sein könnten und fast immer schlecht, schlechter, am schlechtesten seien? Dabei gibt es dutzende Gegenbeispiele (gleich gut oder besser als das "Original"): Ghostbusters 2, Zurück in die Zukunft 2, Indiana Jones und der Tempel des Todes, Terminator 2, Austin Powers 2, Wayne's World 2, Toy Story 2, Batmans Rückkehr, X-Men 2, Spider-Man 2 und jeder Filmkenner kann dieser Liste sicherlich locker noch einige Titel anfügen.
Wieso also hält sich die Mär vom unsäglichen Teil 2 dermaßen hartnäckig?
Nun, meine These zumindest lautet, daß Vorfreude und Erwartungsbugwelle einfach einen massiven Bedarf an kommunikativem Austausch erzeugen. Diesem kann man ohne das eigentliche Ergebnis zu kennen, natürlich nur schwer nachkommen. Daher wird spekuliert, oft mit vermeintlichem Insiderwissen wichtig getan und hochgebauscht, was bereits in Umlauf ist oder was die eigenen Vorstellungen hergeben. Da im Gespräch oftmals das Contra die spannendere Seite darstellt und zudem noch die eigene Enttäuschung nach dem Kinobesuch vermieden werden soll, fällt die Vorbesprechung meist negativ aus. Dies frißt sich im Hirn fest. Bloß keine Fortsetzung. Das heiß geliebte Bild des Helden, der Story, des Universums könnte beschmutzt werden. Das eine Weiterentwicklung durchaus positiv wirken kann und vor allem immer wieder Spaß macht, wird getrost verdrängt. Und wenn das filmische Resultat dann doch besser ausfällt, ist dies eben die zu erwartende Ausnahme. Aber die nächste Fortsetzung, die wird wieder ganz sicher schlimm...
Natürlich kann die 2 ein wichtiges Indiz dafür sein, daß hier (noch stärker als sonst) reine Geldschneiderei betrieben wird. Aber ob sich nur auf platten Grundideen des Vorgängers ausgeruht und null Handlung plus schlechtes Schauspiel geboten wird, läßt sich für den erfahrenen Kinobesucher auch an den beteiligten Namen ablesen. Daher kann ich die vermeintliche Fortsetzung Open Water 2 ebenso unter "gespartes Eintrittsgeld" verbuchen wie einen (noch?) Einzelfilm wie Stealth. Die Erkenntnis, daß ich diese nicht gesehen haben muß, hat rein gar nichts mit einer Sequelregel zu tun, vielmehr mit gesundem Kinoverstand.

Darum sage ich: Nieder mit der Sequel-Meuterei!
Wenn das bearbeitete Thema auch Jahre später immer noch interessiert und die Macher sogar noch etwas Neues zu sagen haben, dann sollte sich niemand von der vermeintlich bösen 2 verschrecken lassen.
So kann auch das aktuelle Kinoangebot jede Menge Spaß bringen.

(Die endlose Debatte, inwieweit die Mittelteile einer Trilogie als klassische Fortsetzungen gelten können/dürfen/sollten, klammere ich hier mal aus. Zum Einen, weil jeder Zuschauer von Teil 2 noch nicht das Gesamtbild sehen kann, sondern nur diesen einen Film, der daher genau wie jede andere Fortsetzung auf ihn einwirkt. Zum Anderen, weil nachträglich natürlich gern behauptet wird, daß bestimmte Filmreihen schon immer als durchdachtes Trilogie-Gesamtkonzept vorlagen, um ja nicht den Eindruck zu erwecken, hier wolle jemand wegen überraschenden Erfolges noch mehr Geld verdienen. Inhaltliche Ungereimtheiten und Überraschungen lassen bei mir oft Zweifel daran aufkommen. Der Werbespruch von Scary Movie 4 fängt dieses Gefühl ganz gut ein: "The fourth and final chapter of the trilogy". Fortsetzung bleibt Fortsetzung. Noch ein Teil ist NIE ausgeschlossen.)

Captain Jack is back


Flucht der Karibik

Durchaus aufgeschlossen ging ich also zu Fluch der Karibik 2, der aus unerfindlichen Gründen nun in Deutschland zumindest zum Teil so heißt wie im Original (dort: Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest, bei uns: Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2). Anscheinend hat man den Unsinn bemerkt, den man mit der falschen Übersetzung des ersten Titels angestellt hatte (jaja, für den dummen deutschen Zuschauer mußte der Titel kürzer und griffiger werden - so daß er nun leider auf Teil 2 nicht mehr paßt). Leider hat man sich nicht getraut, ihn konsequent zu korrigieren (dabei hat die nachträgliche Herstellung der richtigen Titel-Reihe bei George Lucas doch auch problemlos funktioniert, so wurde aus Krieg der Sterne ohne viel Gehabe Star Wars - Episode IV: Eine neue Hoffnung).
Da bin ich ja echt mal auf den 3. Titel gespannt - aber ich schweife ab.

Die Aufgeschlossenheit machte sich jedenfalls bezahlt. Noch stärker als im ersten Film, wird Verbinski hier der Inspiration, einer Themenpark-Attraktion, gerecht. Das Schlagwort "Achterbahnfahrt" war selten passender. Der Ritt geht von einem Hoch zur nächsten steilen Abfahrt und wieder hinauf ins Unbekannte. Genau so muß Unterhaltungskino aussehen. Oder besser: Genau so muß Unterhaltungskino unterhalten!

Aber: Obwohl der Film mit wirklich fesselnden Schauwerten aufwartet (gegen Davey Jones' üble Piratenbande sehen Barbossa und seine Schergen wie brave Schulmädchen aus), verkommt er nie zum reinen Effektspektakel. Auch ohne schleimige Monster kann sich die Action sehen lassen. Traditionelle Stuntmen haben ganze Arbeit geleistet und wahnwitzige Degen-Duelle geschaffen, die Erol Flynn vor Neid erblassen lassen würden.

Auch auf schauspielerischer Ebene gibt's keine Beanstandungen: Johnny Depp ist Jack Sparrow, sorry, Captain Jack Sparrow und wird wohl mit dieser Rolle endgültig legendär werden. Ein Fest ihm bei diesem Kindergeburtstag zuzusehen. Die Freude am Spiel, der Spaß am Ulk überträgt sich mühelos auf den Zuschauer. Das Slapstick-Timing sitzt genau, die Sprüche sind feinsinnig und trotz reichlich Klamauk rutscht die Darbietung nie ins Platte ab. Wer hier nicht lacht, der freut sich über gar nichts mehr.
Die anderen Figuren sind - wie schon in Teil 1 - souverän. Bill Nighy (schier unkenntlich) ist der fieseste Pirat seit LeChuck, Stellan Skarsgard (kaum erkenntlich) trotz tollem CGI-Makeup reichlich blass (wörtlich und im übertragenen Sinne). Die altbekannten Abenteurer machen genau da weiter, wo sie aufgehört haben: Die Rollen sitzen, große Neuentdeckungen gibt es jedoch nicht.

Letzteres ist vor allem dem einzigen großen Manko des Films geschuldet, dem leichten Hang zum "zu viel". Mit zweieinhalb Stunden Laufzeit schrammt das Schiff nur knapp an der Overkill-Klippe vorbei. Zu viel muß beschafft, entdeckt, weitergereicht werden. Die Abenteuer finden kein Ende, die Figuren hetzen kreuz und quer durch die Karibik, Atempausen sind rar. Klar, daß da nicht ganz so viel Raum für emotionale Entwicklungen bleibt (sonst wäre der Film wohl auf Herr-der-Ringe-Länge angewachsen). Umso erstaunlicher, was Keira Knightley doch noch herausarbeiten kann.
Vielleicht wäre wieder einmal weniger mehr gewesen, nur was hätte man kürzen sollen? Oder wäre mehr mehr gewesen? Hätten zusätzliche Dialogszenen nicht doch zu sehr ausgebremst?
Ich bin untentschlossen, aber mit dem Endresultat insgesamt doch zufrieden.

Denn Verbinski will unterhalten und das gelingt. Hier gibt es Popcorn-Kino für Jedermann. Anders als bei anderen Eventmovie-Nachfolgern wie Men in Black 2 wird das Thema hier glücklicher Weise nicht verschenkt. Man ruht sich nicht auf dem Erfolg aus und kaut die selbe Geschichte (oder gar nur einen Bruchteil derer) noch einmal in minimal Variation vor. Hier wurden ganz klar neue Facetten entdeckt und die Motive konsequent weiterentwickelt. Dabei wird aber kein Detail des Originals über Bord geworfen oder ad absurdum geführt. Alles paßt, das Karibik-Universum dieser Geschichte wird wundervoll ausgereizt.
So wünsche ich mir Fortsetzungen. Alle bekannten Charaktere tauchen wieder auf und das Beste: sie tun dies nicht als bloßes Kanonenfutter, um beim Publikum ja die Bindung zur Serie aufrecht zu erhalten. Alle sind sinnvoll in die Handlung integriert, tragen mehr oder weniger großen Anteil am Fortlauf der Ereignisse.
Mini-Spoiler (zum Lesen markieren!):

Nachdem ich bereits berfürchtete, daß Commodore Norrington wegen der fortsetzungstypischen Besetzungsquerelen (siehe Crispin Clover bei ZidZ2) in der Verhaftungsszene abwesend sei, wurde ich durch seine plötzliche Wiedereinführung als abgehalfterter Taugenichts angenehm überrascht.
Ebenso großartig gelungen ist die Integration des Nach-Abspann-Gags aus Teil 1. Diese wenige Sekunden-Einstellung war eben doch nicht so nutzlos, wie es einem damals erschien.

Spoiler Ende.

Überhaupt gibt es unzählige Anspielungen und Weiterentwicklungen, die den Genuß der Geschichte unglaublich steigern. So gelungen war die Verknüpfüng von Erstling und Sequel zuletzt bei Zurück in die Zukunft 1 und 2. Vorbildlich.

Ansonsten möchte ich zur Story nichts verraten. Trailer und Werbezeitschriften haben da bereits genug erzählt. Die Geschichte bleibt der Linie des ersten Teils treu. Aufgrund der vielen Geschehnisse bleiben kleine Logiklücken nicht aus. Aber wer will die in einer Welt, in der u.a. Zombiepiraten sowie ein Riesenkrake (oder heißt es doch "ein Riesenkraken"? ) existieren, ernsthaft beanstanden?

Einzig die im Cliffhanger angedeutete Steigerung im Finale ist momentan nur schwer vorstellbar. Warten wir's ab!

Fazit: Ein Mordsspaß nicht nur für betrunkene Piraten. Hier geht es nicht ums Nachdenken, sondern um gepflegten Spaß an Schauspiel und Humor. Ich empfehle vor dem Ankerlichten unbedingt noch einmal das erste Abenteuer anzusehen. Insgesamt gibt's, nach leichtem Abzug wegen der kaum spürbaren Tendenz zur ermüdenden Überlänge, 85 von 100 Seelen.
31.7.06 01:17
 



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