Nach ihren Frisörbesuchen lief Reese Witherspoon manchmal tagelang verwirrt durch die Straßen.Liest du noch, oder würgst du schon? Ganz klar, bei dem Titel haben wir es mit einem Liebesfilm zu tun. Also die Art cineastischer Süßkram, um den gestandene Männer natürlich einen weiten Bogen machen. Aber warum eigentlich? Studien haben erwiesen, dass Männer beim Anschauen von Liebesschnulzen dieselben Hormone ausschütten wie Frauen. Mit anderen Worten, das starke Geschlecht kann an Romantik auch Spaß haben.
Der englische Titel dieses Films, „Just like Heaven“, ist zwar nur geringfügig weniger schnulzig, zeigt aber schon eher die Richtung, in welche sich die Geschichte bewegt. Schon Freud schmiss Thanatos mit Eros zusammen, also wieso sollte man den Tod und die Liebe nicht auch im Filmischen vereinen können? „Solange du da bist“ versucht es, und bedient sich das eine ums andere Mal bei dem großen Vorbild „Ghost – Nachricht von Sam“. Der Clou bei dieser neuen Version der Liebesgeschichte zwischen Lebenden und Toten ist, dass der Geist in diesem Fall eine Frau ist, nämlich die ehrgeizige Ärztin Elizabeth Masterson (Reese Witherspoon). Außerdem lernen sich die beiden Protagonisten erst nach dem Tod kennen. Der Landschaftsarchitekt David Abbot (Mark Ruffalo) zieht nämlich in die Wohnung ein, in der Elizabeth gewohnt hat, bevor sie mit einem LKW zusammenstieß. Beide wissen aber nichts davon und voneinander, so dass David sich plötzlich mit dem Geist von Elizabeth herumplagen muss, der immer wieder auftaucht, um ihn als Einbrecher zu beschuldigen, und dann wieder verschwindet. Langsam begreifen beide, dass Elizabeth ein Geist ist und David der Einzige, der sie sieht.
Damit beginnt eine kurzweilige Schnitzeljagd nach Elizabeths Identität (die nur der Zuschauer kennt) und die unvermeidlich dazu führt, dass sich die beiden Protagonisten ineinander verlieben. Dank Wiederholung immer besser werdender Gags und einer stimmigen Chemie zwischen beiden Darstellern wurde ich fast gegen meinen Willen mitgerissen. Übrigens schafft es der Film doch tatsächlich, halbwegs logisch zu einem Happy End zu finden. Wie, wird natürlich nicht verraten. Trotzdem ist „Solange du da bist“ kein Meilenstein des Kinos. Zu sehr wird darauf herumgeritten, dass alle David für bekloppt halten, weil er mit der Luft redet. Dafür ist das unvermeidliche Medium dieses Mal originellerweise ein verpeilter Kiffer.
Wenn man als Mann seiner Freundin großmutig einen schönen Abend mit einem „Frauenfilm“ schenken will, bei dem man nicht drei Stunden Indern beim Weinen und/oder Singen zuschauen muss, ist man mit „Solange du da bist“ gut bedient. Und Frauen können den Film ohne schlechtes Gewissen ihren Männern vorschlagen.
Mein Urteil: Ein Geist Klasse 6 von 10 auf der Ektoskala