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Panzerkreuzer Potemkin, Dresden Prager Straße


"Kann einer von euch auch nur einen Moment an die Kinder denken?!"

Die Pet Shop Boys haben zusammen mit den Dresdner Sinfonikern einen neuen Soundtrack zu Eisensteins Stummfilmklassiker Panzerkreuzer Potemkin verfaßt.

Nach Aufführungen u.a. auf dem Trafalgar Square, London, und der Museumsinsel, Berlin, führten sie das Ganze gestern nun erstmals als sogenannte "Hochhaussinfonie" auf - und zwar auf der Prager Straße in Dresden.

Bei einem Ticketpreis von nur ca. 13 Euro, habe ich natürlich nicht lange überlegt (im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung, die Veranstaltung war restlos ausverkauft, so daß auch keine Abendkassenkarten mehr angeboten wurden) und die Gelegenheit genutzt, diesen so oft besprochenen Filmklassiker endlich einmal selbst anzusehen.

Heute kann ich stolz sagen: Ich habe gestern das wahrscheinlich beste Musikvideo aller Zeiten gesehen und bin noch immer echt begeistert von dieser einmaligen Vorstellung.

Der Film selbst ist wirklich sehr gut. Wenn man berücksichtigt, wie alt der Streifen ist und welche stilistischen Mittel und filmtechnischen Raffinessen Eisenstein damals schon aufbot, gehört er absolut zurecht zu den Meilensteinen der Filmkunst (vor allem die Massenszenen, die ja heute dank CGI locker aus dem Ärmel geschüttelt werden, beeindrucken unter diesen Umständen umso mehr).

Dann die Musik: Klassik trifft Pop, das hat schon öfter geklappt und funktioniert auch hier sehr gut. Während der ersten Szenen ist die moderne Musik zu den alten s/w-Bildern noch gewöhnungsbedürftig, mit zunehmender Laufzeit wird das Ansehen dann aber doch gerade dank der passenden Vertonung zur Freude.
Ich habe schon einige andere Stummfilme der Kategorie "sollte man kennen" gesehen und muß bei aller Filmbegeisterung zugeben, daß diese zum Teil wegen der Texttafeln, hauptsächlich aber wegen altbackener Klavierbegleitungen oft sehr zäh und langatmig rüberkommen. Die eingängige Musik gestern aber, die immer wieder deutlich die Handschrift der Pet Shop Boys trägt, ohne dabei je zu nerven oder die Filmhandlung in den Hintergrund zu drängen, ist absolut gelungen. Alt und neu verbinden sich perfekt und die Aufführung wird zur kurzweiligen (Film-)Geschichtsstunde. In ihren besten Momenten braucht sich die neue Potemkin-Musik keineswegs hinter bekannten A-Klasse-Scores zu verstecken.
Wenn jeder Stummfilm-Klassiker eine solche akustische Frischzellenkur verpaßt bekäme, würden Metropolis und Co. wohl auch heute noch viel öfter angesehen.
Ich kann mich nur wiederholen: Das Ganze würde auch prima als perfektes Musikvideo durchgehen.

Nun gab es dies sicherlich genauso schon bei den anderen Aufführungen.

Wirklich einmalig war in Dresden aber die Kulisse.
Beeindruckend, wie sich so ein wirklich unschöner (weil farblos abgelebter), alter Plattenbauklotz, der beispielhaft für die noch in meiner Kindheit allgegenwärtige DDR-Architektur ist, in eine moderne Kunstdarbietung integrieren läßt. Musiker auf Privatbalkons, der Dirigent im Hebekran davor schwebend, dazu besondere Illuminationen und der Film auf einer über das Haus gespannten Leinwand - ein tolles Gesamtbild.

Besonders gefallen hat mir auch die kurze filmische Collage der Dresdner DDR-Geschichte bis zur friedlichen Revolution von 1989 (durch geschickte Beleuchtung nur ausgewählter Balkons war zu jedem Filmausschnitt die Jahreszahl erkennbar, diese stiegen bis 89 an, um nach dieser Einführung herunterzuzählen auf (19)05, dem Jahr der russischen Revolution, die in Panzerkreuzer Potemkin behandelt wird). Abgesehen davon, daß hier Film/O-Töne und Musik mal wieder ihre volle emotionale Wirkung entfalten konnten (besonders bewegend, weil so etwas Geschichtsträchtiges in unserem Land, zu unseren Lebzeiten passiert ist), spannte es außerdem einen tollen inhaltlichen Bogen. Von der Prager Straße (1989 Ort der Dresdner Demonstrationen zum Mauerfall) geht die geistige Reise zur Revolutionsbewegung Russlands.

Insgesamt ein beeindruckender Abend, für den man allen Beteiligten einfach nur danken kann.
21.7.06 11:21
 



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