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Pulse (Kairo)


"Oh mein Gott, ihr wächst eine Hand aus dem Rücken!!!" "Das ist deine eigene Hand, Trottel!"

Es gab einmal einen unglaublich erfolgreichen japanischen Horrorfilm namens „Ringu“. Dann wurde ein amerikanisches Remake davon gemacht, namens „The Ring“. Auch diese Version wurde unglaublich erfolgreich. Aber genauso, wie das Ansehen des verfluchten Videos in beiden Filmen einen rachsüchtigen Geist in das eigene Wohnzimmer einlädt, so hat der Ring auch einer nicht enden wollenden Flut von asiatischen Horrorfilmen ein Tor geöffnet in den westlichen Filmmarkt. Einige Originale sind genauso schlecht wie ihre unvermeidlichen amerikanischen Neufassungen (merke: immer einen aufstrebenden weiblichen Jungstar in der Hauptrolle casten). In anderen Fällen ist das Original fantastisch und das Remake wirkt wie ein blutleerer Zombie dagegen. Jetzt erscheint ein weiterer Film dieser Machart auf DVD. Und bald kommt auch das Hollywood-Remake im Kino. Hier soll es aber vor allem um das Original gehen.

Die Geschichte von „Kairo“, wie der Film auf japanisch heißt, beginnt mit dem Programmierer Taguchi, der sich, plötzlich und von seinen Freunden unerwartet, erhängt. Bei dem Versuch, heraus zu finden, wieso der lebensfrohe Mann sich umgebracht haben könnte, stoßen seine Freunde auf einen Computerausdruck. Darauf ist Taguchi zu sehen, der auf seinen Monitor starrt. Absurderweise zeigt der Monitor aber dasselbe Bild. Die Spuren führen zu einer Website namens „Der Verbotetene Raum“. Hier nimmt man mittels Webcam keinen Kontakt mit den Lebenden auf, sondern mit den Toten. Gleichzeitig richtet sich der Technikmuffel Tagashima seinen neuen Computer ein. Als er sich mit dem Internet verbindet, landet er plötzlich auch auf der Homepage der Toten.

Die Grundidee des Films ist originell, und modernisiert das Konzept von „Ring“ für das Internetzeitalter. Auch ansonsten folgt „Pulse“ in manchem Dingen auffallend dem Klassiker um das verfluchte Videoband. Wenn sich in einer Szene ein weiblicher Geist mit grotesken Verrenkungen auf sein Opfer zubewegt, hat man ein Gefühl von Deja Vu. Vorausgesetzt man kennt die Ring-Filme. In anderen Aspekten wiederum ist der Film erfrischend anders. So steigert sich die bedrohliche Atmosphäre des Film bis zu einem wahrhaft apokalyptischen Ende. Leider verlieren die gruseligen Momente gegen Ende auch an Kraft. Sind die Webcamausschnitte aus dem Totenreich anfangs noch sehr gruselig, werden sie dank ewiger Wiederholung irgendwann banal.

Mein Fazit: „Pulse“ fügt dem Genre des japanischen Horrorfilms einen weiteren sehenswerten Vertreter hinzu, tritt dabei aber auf altbekannten Pfaden. Der Fluch wirkt nur vier von sieben Tagen.

P.S.: Der Trailer des Remakes von „Pulse“ mit Kristen Bell sieht vielversprechend aus. Das der Film bei Testpublikum durchfiel und noch einmal komplett umgeschnitten wurde, stimmt dagegen eher besorglich. Auf jeden Fall sieht man schon im Trailer, dass die amerikanische Version auch kräftig bei Filmen wie „Dark Water“, „The Eye“ und sogar „Akte X“ borgt.
13.7.06 20:37
 
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