cineasten

kostenloser Counter

Das Film-und Comic-Blog von
Moviesteve & Cineast

Zur Startseite tf2star trek star trek Watchmen Benjamin Button Burn After Reading Tropic Thunder Hellboy 2 I am Legend I am Legend Nebel beowulf3d beowulf von löwen und lämmern transformers gucha silver surfer gucha silver surfer gucha silver surfer silver surfer silver surfer gucha silver surfer gucha gucha silver surfer gucha silver surfer gucha silver surfer gucha


  Startseite
    Kino
    DVD & TV
    Short Cuts
    Filmübersicht
    Sneak Preview
    Daumenkino
    Kino für die Ohren
    Drei - Zwei - Eins - Countdown!
    Schau's-Aufgaben
    Alles drumherum
    Disclaimer
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Freunde
    in-recensio
   
    hindi-film

    - mehr Freunde




  Links
   
   WSV Podcast RSS-Feed
   EMPIRE
   Ain't it cool
   Copyrightfreie Filme
   Kinotrailer
   Moviepilot
   widescreen avant*garde
   DVD VISION Forum
   Das Film-Duo
   Campusradio Jena
   Zach Braff
   Arno Boldt
   Brotbaecker
   
   DVD Narren
   Moviesteves Filmsammlung
   Filmsammlung des Cineasten




Filmmusik der Woche:

http://myblog.de/cineasten

Gratis bloggen bei
myblog.de





The Da Vinci Code - Sakrileg

"Also gut: Ich BIN der Messias!"


Ist leider wieder einmal sehr viel geworden, aber das paßt dann wohl zu Film und Buch.

Ich lese gern. Wahrscheinlich lese ich auch mehr als manch Anderer, aber immer noch weniger als sehr viele Menschen (die sich z.B. dann Cineast nennen anstatt Literat ;-)) und nach meiner persönlichen Einschätzung lese ich auf jeden Fall immer zu wenig. Dies liegt daran, daß neben germanistischer Pflichtlektüre und cineastischen Zeitschriften nur selten Zeit für das entspannende Schmökern aus reinem Eigeninteresse bleibt. Dabei gäbe es noch so viele Werke, die die Lektüre wert wären, egal ob nun aus der "sollte man mal gelesen haben"- oder der "wollte ich schon immer mal reinschnuppern"-Sparte. Zu allem Überfluß treten dann hin und wieder auch noch literarische Kulturphänomene auf, die - wenn man den Bestesellerlisten glauben mag - von jedem lesefähigen Lebewesen der ziviliserten Welt verschlungen und weiterempfohlen wurden. 'Müßte man eigentlich auch mal...' denkt man, während man von der werbegerechten Präsentation versucht am 10-Euro-Taschenbuch vorbeigeht.
Darum liebe ich Literaturverfilmungen. Zwar wird ein Film niemals das Buch ersetzen können, aber er hilft ungemein bei der Vorauswahl. Viele wirklich großartige Bücher, sind bei mir erst dank der filmischen Adaption im Regal (und unter den Augen) gelandet. Andere konnte ich mir dank dieses verknappten Eindrucks der Grundstory dann sparen, mußte aber nicht gänzlich aufs Mitreden verzichten.

Wie schon bei der Harry-Potter-Reihe scheine ich auch beim Sakrileg der letzte unbelesene Zeitgenosse zu sein. Obwohl ich generell ein Freund von Verschwörungsabenteuern bin, konnten mich konkrete Rezensionen und allgemeine Meinungen über Browns Erzählstil nie überzeugen. Da war der Zeitmangel eine willkommene Ausrede zur Leseverweigerung.
Mit dem Film ist diese Ausrede nun vom Tisch und es stellt sich lediglich noch die Frage, ob man den bewegten Da Vinci Code als Nichtkenner des Originals überhaupt angemessen bewerten kann/darf/sollte. Letztlich geht es hier aber um einen Unterhaltungsfilm und für diesen sollte meiner Meinung nach niemals übermäßiges Vorwissen nötig sein. Daher habe ich mich entschlossen, den Streifen wie jeden anderen auch als eigenständiges Werk zu betrachten. Sicher wird dies nicht in aller Konsequenz durchzuhalten sein, aber hier nun der Versuch.

Der Name Ron Howard steht seit vielen Filmen für gute Geschichten, tolle Visualisierungen und einen Cast, der wirklich alles gibt. Regisseur Howard hat seit jeher ein Händchen für gute Vorlagen und war in beinahe jedem Genre erfolgreich (von Backdraft und Apollo 13 bis zum Grinch und A Beautiful Mind). Auch hier versteht er es, die wichtigen Elemente herauszupicken, so daß ich trotz sicherlich vorhandener Kürzungen des 1000-Seiten Wälzers nie das Gefühl hatte, mir würde etwas vorenthalten. In seinen besten Momenten ist der Film ebenso schön wie Howards Meisterstück A Beautiful Mind (den ich neulich bei der ungerechtfertigt spät angesetzten Fernsehausstrahlung - wie gern würde ich mal mit den ARD-Programmdirektoren ein ernstes Wörtchen reden! - noch einmal angesehen habe, Fazit: x Punkte, wobei x + 1 = 10 :-)). Der Regisseur zitiert sich selbst, was aber angesichts der ähnlichen Code-Entschlüsselung durchaus in Ordnung geht. Hier werden die Gedankengänge dank fabelhafter visueller Umsetzung im Zusammenspiel mit einem tollen Score wirklich für den Zuschauer sichtbar. Howard versteht sein Handwerk.
Auch an der Besetzung ist nichts auszusetzen. Bis in die Nebenrollen gibt es hier souveräne Leistungen. Wobei die Betonung auf souverän liegt, nicht herausgragend. Einziger klarer Höhepunkt ist das Schauspiel Ian McKellens, der sich seit einigen Jahren nicht zuletzt wegen seiner großartigen Wandlungsfähigkeit langsam aber sicher in mein Filmfan-Herz spielt. Abzüge gibt es mal wieder für die deutsche Synchronisation. Textlich gibt es vielleicht nichts zu rütteln, aber sowohl bei Paul Bettany als auch Jean Reno wollen die Stimmen nicht so recht zur Figur passen.
Tom Hanks kann in meinen Augen wirklich alles spielen, bleibt in diesem Streifen aber blass und eindimensional.

Damit kommen wir zu den Schwachpunkten des Films.
Diese sind allesamt mit der Story verbunden. Dabei möchte ich mich keinesfalls den Besprechungen anschließen, die vor allem die vielen Worte und den Mangel an Action kritisiert haben. Von einem historisch inspirierten Verschwörungspuzzle erwarte ich nichts anderes. Ich kann die Häufung dieses Kritikpunkts erst recht nicht verstehen, da mir Leser des Buches bestätigt haben, daß auch in der Vorlage Worte und Erklärungen klar dominieren. Wenn wirklich fast jeder Erdenmensch das Buch gelesen hat, dürfte doch niemand etwas anderes erwartet haben.
Mit den Untertiteln bewegt sich der Film auf Messers Schneide. Einerseits sorgt es für realistische Verankerung, wenn Franzosen miteinander Französisch und religiöse Sektierer in Latein sprechen. Manchen Zuschauer kann dies aber leicht ermüden. Ich fand die gebotene Lese-Menge noch ok.

Viel störender als diese Informationsfülle sind jedoch die Lücken, die unausgefüllt bleiben. Die Story ist teilweise doch recht dürftig.
Wie schon erwähnt erfährt Tom Hanks Charakter Robert Langdon keinerlei Tiefgang. Warum er, was, wann, wo macht, bleibt größtenteils offen. Von Lebensumständen und Hintergrund erfahren wir fast nichts. Und nein: eine allzu simpel eingebaute Klaustrophie aus der Kindheit lasse ich nicht als Auslotung einer Figur gelten. Ähnlich wenig erfahren wir über den von Jean Reno verkörperten Kommissar, der Ansichten und Prinzipien wechselt, ohne mit der Wimper zu zucken.
Und auch die eigentliche Story weiß nicht zu überzeugen. Zwar ist das zu entschlüsselnde Geheimnis bzw. die Jahrhunderte alte Verschwörung im Hintergrund wirklich spannend (wobei der deutsche Name Sakrileg weitaus passender ist als der Etikettenschwindel Da Vinci Code, taucht das Maler- und Erfindergenie doch, gesamt betrachtet, nur als Fußnote auf - auch hier kann ich wieder nur für den Filmeindruck sprechen), das Geschehen im Hier und Jetzt hangelt sich aber immer wieder von gerade noch nachvollziehbar zu hanebüchen bis kaum schlüssig.
Nur zwei Beispiele: ACHTUNG SPOILER!!! Zum Lesen markieren.



Warum hinterläßt ein gebildeter, französischer Prieuré-Anhänger Anagramm-Botschaften aus denen englische Titel wie "The Mona Lisa" entstehen, wenn das Werk doch eigentlich unter "La Jaconde" im Louvre hängen dürfte? Na gut, ich selbst war noch nie dort... ;-)

Der doppelte Twist (der Strippenzieher ist Teabings Butler, nein es ist Teabing selbst) mag ja nett gemeint sein, ergibt aber zu Ende gedacht gar keinen Sinn. Wenn sich Teabing ohnehin am Schluß gegenüber Langdon als Bösewicht zu erkennen gibt, warum muß er dann zwischendurch seine Entführung bzw. Einsperrung in den Kofferraum vortäuschen? Er hätte doch ganz ohne diese Umstände einfach weiter mit Langdon und Sophie in die Kirche fahren und sich dann dort offenbaren können.



SPOILER ENDE.

Und da muß ich eben doch wieder zur Buchvorlage zurückkommen. Da Howards bisherige Filme keine derartigen Hänger in der Geschichte aufwiesen, drängt sich mir der Verdacht auf, daß hier tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Browns (mäßiger?) Vorlage und filmischem Resultat besteht. Andererseits kann ich, wie nun mehrfach erwähnt, eben wirklich nicht mitreden und möchte daher niemandem Unrecht tun. Vielleicht ist das alles im Buch doch schlüssiger, weil ausführlicher erklärt. Als Film will es jedenfalls nicht gänzlich überzeugen.
Langeweile kommt aber auch nie auf und die von Howard gewohnt stilsicher inszenierte Schlußeinstellung versöhnt einen irgendwie mit den Unzulänglichkeiten (ein Kinomoment vom Feinsten).

Alles in Allem also ein Film, der einen auf gesellschaftlichen Anlässen endlich wieder mitsprechen läßt. Ich persönlich werde mir nun jedenfalls die Lektüre mit ruhigem Gewissen sparen und mir die kleinen Unstimmigkeiten und offenen Fragen einfach von einem versierten Leser erklären lassen (Cineast, ich schaue in Deine Richtung! ;-)). Kann man im Kino sehen, muß man aber nicht.
Dafür gibt's dann also die Summe aus der zweiten und fünften Zahl der Fibonacci-Folge.

Spoiler:
Wer zu faul ist, bei Wikipedia zu schauen = 6 ,wenn bei f1 angefangen wird.
28.5.06 16:45
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung