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Review: Religulous

© Central Film
"Daddy, darf ich mit Bill spielen? Biiiitte!"

Egal, ob man an eine höher Macht glaubt oder nicht, Fakt ist, der Streit um den einzig wahren Gott der jeweiligen Religion war und ist der Grund für die längsten und blutigsten Kriege der Menschheitsgeschichte. Dabei glauben die drei größten Glaubensgemeinschaften sogar an denselben Schöpfer und bringen sich trotzdem gegenseitig um. Auf der anderen Seite kommt selbst dem eingefleischtesten Atheisten sicherlich ab und zu unbewusst ein "Oh Gott" über die Lippen und die Jahre werden nach der Geburt eines bestimmten Nazareners gezählt.

Bill Maher ist auch so ein Atheist (bzw. eher Agnostiker) und kommuniziert diese Überzeugung auch überdeutlich in den drei verschiedenen Talkshows, die er im US-Fernsehen und im Internet moderiert. Außerdem beschäftigt er sich dort auch mit politischen Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln. In seiner Dokumentation Religulous nimmt er allerdings fast ausschließlich die Religion aufs Korn, allerdings mit mehr als einem Seitenhieb in Richtung Bush und Konsorten. Dabei beginnt der Film recht ernst, mit Maher selbst, der mitten in der antiken Stadt Megiddo steht, die laut biblischer Prophezeiung unter dem Namen "Armageddon" der Ort des Weltuntergangs sein soll. Angesichts der Gewalt im Namen Gottes sieht Maher die Gefahr des Menschheitsendes für gar nicht so unwahrscheinlich an.

Was folgt, sind vor allem Interviews mit verschiedenen Vertretern unterschiedlicher Religionen. Dabei sucht sich Maher in der Regel natürlich nicht den normalen Kirchengänger um die Ecke aus. Das wäre wahrscheinlich auch wenig interessant gewesen. Dafür nimmt er die Extreme der Religionen aufs Korn und besucht unter anderem einen bekehrten Schwulen, der Homosexualität für eine Sünde hält, den Betreiber einer Intelligent Design Ausstellung, der Dinosaurier neben Adam und Eva ausstellt und einen Juden, der gegen den israelischen Staat ist und schon mal Ahmedinechad die Hand geschüttelt hat.

Aus viel mehr als diesen Interviews besteht der Film dann aber auch nicht. Die teilweise absurden Aussagen der Befragten werden zusätzlich (und mitunter überflüssigerweise) mit lustigen oder entlarvenden Videoschnipseln garniert, die das Ganze streckenweise noch etwas witziger machen. Trotzdem erinnert der Film eher an Michael Moore als an Borat, auch wenn dessen Regisseur diesen Film gedreht hat. Ähnlich wie bei Moore merkt man nämlich auch Maher deutlich die polemische Absicht an. Es geht ihm eigentlich gar nicht darum, ein ausgewogenes Porträt des Glaubens zu drehen, sondern vielmehr darum, seine These zu beweisen, der Glauben sei eine für die Menschheit gefährliche Massenpsychose. Dabei sind es vor allem die Momente, in denen Maher intelligent mit Jemandem diskutiert, der tatsächlich auf seine Argumente eingeht, wie eine Gruppe von Ex-Knackies und ein erfrischend undogmatischer Ex-Priester des Vatikan, in denen der Film nicht nur witzig, sondern tatsächlich auch richtig interessant wird. Leider überwiegen jedoch Gespräche mit Gläubigen, die gar nicht erst wirklich eine Diskussion mit Maher anfangen wollen.

Trotzdem muss man seinen Mut bewundern, dass er sich überhaupt traut, solche Fragen zu stellen, die anderen bereits Todesdrohungen eingebracht und manche sogar schon das Leben gekostet zu haben. "Preaching to the Choir" – Zum Chor predigen, nennt man im Englischen das, was Maher hier macht. Denn es ist zu bezweifeln, dass sein Film auch nur einen Gläubigen zur Abkehr von seiner Religion führen wird. Und die radikalen Gruppen, die Maher hier interviewt, werden den Film wahrscheinlich sowieso lieber verbieten, als ihn sich anzusehen. Auf der anderen Seite dürfte der Film den Nicht-Gläubigen dieser Welt wenig Neues über Religion erzählen und ihre Überzeugung höchstens noch verstärken. Und so bleibt auch Maher letzten Endes nur der Aufruf an Atheisten und Agnostiker, mehr in die Öffentlichkeit zu treten und sich für ihre Überzeugung einzusetzen. Alles in allem ist Religulous aber trotzdem noch eine unterhaltsame und witzige Pilgerfahrt durch die Untiefen der Religion. Deswegen singen auch noch acht von zwölf Aposteln "Hallelujah".

Deutscher Start: 04.April 2009
Offizielle Seite

P.S.: Umgerechnet in einen Dezimalbruch ergibt meine Wertung ziemlich genau 0,666. Zufall?
3.3.09 13:34
 



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