cineasten

kostenloser Counter

Das Film-und Comic-Blog von
Moviesteve & Cineast

Zur Startseite tf2star trek star trek Watchmen Benjamin Button Burn After Reading Tropic Thunder Hellboy 2 I am Legend I am Legend Nebel beowulf3d beowulf von löwen und lämmern transformers gucha silver surfer gucha silver surfer gucha silver surfer silver surfer silver surfer gucha silver surfer gucha gucha silver surfer gucha silver surfer gucha silver surfer gucha


  Startseite
    Kino
    DVD & TV
    Short Cuts
    Filmübersicht
    Sneak Preview
    Daumenkino
    Kino für die Ohren
    Drei - Zwei - Eins - Countdown!
    Schau's-Aufgaben
    Alles drumherum
    Disclaimer
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Freunde
    in-recensio
   
    hindi-film

    - mehr Freunde




  Links
   
   WSV Podcast RSS-Feed
   EMPIRE
   Ain't it cool
   Copyrightfreie Filme
   Kinotrailer
   Moviepilot
   widescreen avant*garde
   DVD VISION Forum
   Das Film-Duo
   Campusradio Jena
   Zach Braff
   Arno Boldt
   Brotbaecker
   
   DVD Narren
   Moviesteves Filmsammlung
   Filmsammlung des Cineasten




Filmmusik der Woche:

http://myblog.de/cineasten

Gratis bloggen bei
myblog.de





Review: Watchmen

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes
Der Zusammenbau seines neuen Futon-Betts Model 'Dörte' brachte selbst Dr. Manhattan fast zur Verzweiflung.

23 Jahre nachdem ein besonderer Mann namens Alan Moore einen Traum hatte von einer Welt voller psychisch kaputter Superhelden mitten im Kalten Krieg, nach vielen Rückschlägen, Enttäuschungen und einem Gerichtsprozess, können Comicnerds auf aller Welt nun endlich stolz das Haupt erheben und sagen: Yes, we can… watch the Watchmen!

Wer diese ganze "Watchmania" nicht so richtig versteht, dem sei hier meine Rezension des dieses neuen Films zugrunde liegenden Graphic Novels wärmstens empfohlen. Hier soll es aber nicht noch einmal um den Comic gehen, sondern um dessen Verfilmung. Diese hat eine selbst schon fast legendäre Geschichte von gescheiterten Adaptionsversuchen hinter sich, mit Regisseuren wie Terry Gilliam, Darren Aronofsky und Paul Greengrass hinter und Stars wie Robin Williams, Keanu Reeves und Tom Cruise vor der Kamera. Doch ein Versuch nach dem anderen scheiterte und "Watchmen" bekam den Ruf, unverfilmbar zu sein.

Umso größer das Erstaunen, dass es mit Zack Snyder jetzt ein ziemlicher Newcomer verfilmt hat, der mit 300 immerhin schon gezeigt hat, dass er eine Comicvorlage optisch ansprechend umsetzen kann. Aber wo Frank Millers Comic eine relativ simpel gestrickte Sandalen-Geschichte erzählt, ist Moores Meisterwerk eine kunstvolle Verknüpfung von philosophischen und psychologischen Themen, welche für seine Anerkennung als Meilenstein nicht nur der Comicgeschichte, sonder der Literatur allgemein gesorgt hat. Doch schon der erste Teaser-Trailer, mit dem Snyder erneut sein Händchen für die perfekte Kombination von Ton und Bild bewies, ließ die anfängliche Skepsis bald weichen und mit jedem neuen Trailer zur freudigen Erwartung werden.

Bevor ich verrate, ob diese enttäuscht wurde, hier noch einmal eine kurze Inhaltsangabe: Die Geschichte beginnt mit dem Tod des Comedian (Jeffrey Dean Morgan), eine gealterten maskierten Helden der ersten Stunde, der von einem mysteriösen Angreifer aus dem Fenster seiner Penthouse-Wohnung geworfen wird. Der immer noch aktive Rorschach (Jackie Earle Haley) bekommt Wind von der Sache und dem paranoiden Verbrecherjäger ist sofort klar: Irgendwer hat es auf "Masken" wie ihn abgesehen! Er macht sich daran, seine ehemaligen Kollegen, die sich aufgrund eines Gesetzes, das Rorschach ignoriert, im Ruhestand befinden, zu warnen. Doch weder der depressive Dan Dreiberg/ Nite Owl (Patrick Wilson), der steinreiche Adrain Veidt/ Ozymandias (Matthew Goode), der gottgleiche Jon Osterman/ Dr. Manhattan (Billy Crudup), noch dessen frustrierte Frau Laurie Jupiter/ Silk Spectre (Malin Akerman) glauben ihm. Doch immer mehr verdichten sich die Hinweise, dass der Tod des Comedian nur ein Puzzlestück in einer viel größeren Verschwörung ist.

Schon der Vorspann dürfte viele Kritiker verstummen lassen, die den Film bereits vor dem ersten Eindruck als gescheitert proklamierten. Snyder führt mit fantastische gefilmten Momentaufnahmen in die alternativen 80er Jahre der Geschichte ein, indem er bestimmte historische Elemente Revue passieren lässt, die durch die Existenz von Superhelden immer eine bestimmte Wendung erfahren. Allein dafür lohnt sich schon der Film. Aber auch der Rest kann durchweg überzeugen. Große Teile der komplizierten Dialoge wurden Wort für Wort übernommen, wirken dadurch zunächst gestelzt, dieser Eindruck (den ich bereits beim ersten Anschauen von Matrix hatte), löste sich allerdings im Laufe des Filmes immer mehr auf. Eine mutige und durchaus kontroverse Entscheidung ist das konsequente Verwenden von zeitgemäßer Musik aus den Achtziger Jahren, um die zeitliche Atmosphäre des Films dadurch zu spiegeln. Auch wenn das weniger gut gelingt wie z. B. in Donnie Darko, der ähnlich vorgeht, ist die Songauswahl jedoch alles in allem sehr gelungen und wer auf den Text achtet, dem wird sogar auffallen, dass dieser das Geschehen meist kommentiert.

Eine Warnung sei an dieser Stelle an alle angesprochen, die eine ähnliche Non-Stop-Action erwarten wie in 300, denn vor allem Dialogszenen überwiegen in Watchmen. Das heißt aber nicht, dass der Film langweilig wäre, ganz im Gegenteil. Snyder gelingt es nämlich die Handlung mit einigen perfekt choreographierten Kampfszenen und grandios getricksten Bildwelten zu versehen, die genau richtig dosiert sind, um nie Langeweile aufkommen zu lassen, ohne dabei von der Handlung abzulenken. Bestes Beispiel ist hierfür Dr. Manhattan, der zwar als komplettes CGI-Wesen realisiert wurde, sich jedoch sehr schnell als Charakter in die Handlung integriert, auch dank Billy Crudups subtilem Minenspiel. Überhaupt ist der Film perfekt besetzt, wobei vor allem Rorschach und der Comedian heraus stechen. Einzig Ozymandias bleibt etwas blass, was jedoch auch daran liegen kann, dass ihm nur wenig Zeit im Film gewidmet wird.

Eine perfekte Adaption also? Nicht ganz. Kenner des Comics werden sicherlich viele Nebenhandlungen vermissen, dessen Figuren entweder völlig verschwunden sind oder zu Hintergrundstatisten degradiert wurden. Und auch das verblüffende Ende wurde etwas vereinfacht, um nicht den Rahmen eines einzelnen Filmes zu sprengen. Dabei geht jedoch auf das Mystery-Feeling der Vorlage verloren, so dass die bewegte Version eher wie ein politischer Film Noir wirkt. Aber die Komplexität von Moores Comic wäre wahrscheinlich auch nicht anders in einen Film zu kondensieren gewesen und schließlich existiert das Graphic Novel ja immer noch für alle, denen die über 2 ½ Stunden ein zu kurzer Einblick in das Universum von Watchmen gewesen sind. Und schließlich wurde schon ein noch längerer Director’s Cut angekündigt, der ähnlich wie schon bei Der Herr der Ringe einige der losen Fäden noch besser verknüpfen könnte.

Mein Fazit also: ein optisch grandioser, inhaltlich anspruchsvoller Comic-Film, der noch mehr als Dark Knight beweist, dass auch mit bunt gekleideten Superhelden ernste und tiefgründige Themen in Filmform diskutiert werden können. Von allen der möglichen Watchmen-Adaptionen, die fast gewesen wären, ist diese sicherlich die bestmögliche und originalgetreueste, auch wenn der geniale Funke der Vorlage von den gemalten Seiten nicht ganz übergesprungen ist. Die Uhr schlägt trotzdem elf von zwölf.

P.S.: Einen schönen Gruß an dieser Stelle an alle neuen Leser, die dieses Blog erst vor Kurzem entdeckt haben.
28.2.09 09:30
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung