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Review: Der Baader Meinhof Komplex

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes

"Ich habe keine Angst vor dir, Cloverfield-Monster! Komm und hol mich doch!"

Meinhof, Baader und Ensslin. Diese Namen und die drei Buchstaben RAF werden wohl jedem halbwegs gebildeten Deutschen etwas sagen. Die genauen Umstände des Deutschen Herbstes und der Terroranschläge der Roten Armee Fraktion sind jedoch Menschen wir auch mir, der ich als Ost-Kind in den Achtziger und Neunziger Jahren groß geworden bin, wahrscheinlich nicht wirklich detailliert bekannt. Dabei ist es ein bedeutender Teil der BRD-Geschichte, der immer noch voller Brisanz ist. Politisch interessierte Menschen konnten natürlich alles Wissenswerte über die RAF in Stephan Austs Buch „Der Baader Meinhof Komplex“ nachlesen. Jetzt dürfte diese Geschichte ein noch viel größeres Publikum erhalten, denn das Sachbuch wurde nun als Doku-Drama von Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel verfilmt. Und wieder einmal findet sich die Fraktion bestätigt, die lieber darauf warten, dass das Buch heraus kommt.

Auch wenn die RAF sich erst 1997 offiziell auflöste, konzentriert sich der Film auf die Zeitspanne zwischen den Studentenunruhen 1968 und dem kollektiven Selbstmord der RAF-Gründer Baader, Ensslin und Meinhof im Zuchthaus Stammheim. Zunächst aus der Perspektive der linksgerichteten Journalistin Ulrike Meinhof (Matrina Gedeck) wird gezeigt, wie die linke Jugendkultur zunehmend radikalisiert wird. Mit Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) tauchen dann die flammenden Revoluzzer auf, die das Pulverfass zur Explosion bringen. Hält sich Meinhoff zuerst noch mit direkter Hilfe zurück und sympathisiert lieber mit intellektuellen Artikeln, wird sie immer mehr in eine handelnde Rolle gedrängt, bis sie nach der Befreiung von Baader aus dem Gefängnis endgültig auch zur Terroristin wird. Was folgt, ist ein langer Abstieg der verblendeten Ziele der RAF in ein Chaos aus Zerstörung, Gewalt und Tod.

Vor meiner Kritik möchte ich anmerken, dass ich dem deutschen Film generell eher kritisch gegenüber stehe. Zu wenig wird sich hierzulande getraut und zu oft wird nur weichgespülte, optisch unbeeindruckende Massenware abgeliefert. Das ist bei Der Baader Meinhof Komplex schon einmal nicht der Fall. Dem Film sieht man an, dass weder Kosten noch Mühen gescheut wurden, um dieses grausame Kapitel westdeutscher Vergangenheit wieder auferstehen zu lassen. Kein Wunder, schließlich beweist Bernd Eichinger mit seinen Filmen gern einmal, dass man in Deutschland auch durchaus klotzen statt kleckern kann. Anhand der optischen Brillanz des Films, für die man auch Uli Edel überraschend Beifall zollen muss, drängt sich natürlich die Furcht auf, der komplexe Inhalt bleibe auf der Strecke. Tatsächlich aber werden die geschichtlichen Ereignisse realistisch auf die Bühne gebracht und es wird sich nicht gescheut, die Mörder der RAF als Menschen darzustellen. Im Falle von Andreas Baader, brillant gespielt von Moritz Bleibtreu, kann man sogar sehr gut die Anziehungskraft des Demagogen nachvollziehen. Natürlich steht trotzdem das schockierende Porträt von Menschen im Vordergrund, die im ideologischen Wahn über Leichen gehen. Auf der anderen Seite hält sich der Film auch nicht mit Kritik gegen die damalige Politik der BRD zurück, die der RAF erst den Nährboden für ihre Entwicklung gab.

Trotzdem werden bestimmte Ereignisse auch etwas zu schnell abgehandelt, einige Zusammenhänge bleiben in der an spannenden Szenen reichen Handlung auf der Strecke. Außerdem stellt sich bei einer Laufzeit von 2 ½ Stunden auch Ermüdung beim Zuschauer ein, nicht weil der Inhalt nicht interessant wäre, sondern weil einfach zu viele komplizierte Informationen an das Publikum vermittelt werden. So werden mit der Verhaftung von Baader, Ensslin und Meinhof diese zwangsläufig zu Nebenfiguren der Geschichte, während die folgenden Generationen der RAF in den Vordergrund rücken. Diese werden allerdings kaum tiefgründig beleuchtet, so dass der Film in der zweiten Hälfte deutlich an Fokus verliert. All dies sind aber Probleme, die in einer längeren Fassung des Films, wie schon bei Der Untergang als Zweiteiler im Fernsehen, behoben werden könnten. Insgesamt sollte man den Film nicht als lückenlose Aufklärung über die RAF ansehen, sondern als Anregung, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. So gesehen, kann der Film auf ganzer Linie überzeugen.

16 von 19 Fahndungsfotos können durchgestrichen werden.
12.10.08 19:19
 



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