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Review: The Dark Knight

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes

"Hm, nach nochmaliger Überlegung ist ein ganzes Kellergeschoß für einen Kleiderschrank wohl doch etwas dekadent."

„Ich habe es Ihnen doch gleich gesagt!“ Irgendwie erwartet man, dass Jim Gordon Batman im Laufe dieser Fortsetzung zu Batman Begins diesen Satz an den Kopf knallt. Denn der mit Gary Oldman perfekt gecastete, unbestechliche Cop hielt am Ende des ersten Batman-Films von Regisseur Christopher Nolan dem maskierten Rächer einen abschließenden Vortrag über die Gefahr der Eskalation: „Wenn wir Kevlar tragen, benutzen sie panzerbrechende Munition“. Daraufhin, wie um seinen Argument zu unterstreichen, zeigt Gordon ihm die Visitenkarte eines mordenden Bankräubers. Darauf sieht man die Figur des Narren, oder auf Englisch, des Jokers.

Das Ende ist der Anfang ist das Ende

In Batman Begins wollte der Bösewicht Ra’s Al Ghul Gotham vernichten, weil er es für nicht überlebenswert hielt. Zu korrupt wäre das Ordnungssystem der Stadt. In The Dark Knight erfahren wir erst, wie durch und durch verdorben Gotham wirklich ist. Polizei und Staatsanwaltschaft werden von verschiedenen kriminellen Organisationen geschmiert, die Unsummen an Geldern in legalen Firmen außerhalb Gothams waschen. Nur die Angst vor Batman grassiert zumindest unter kleinen Verbrechern. Aber selbst diese wissen, dass der fliegende Rächer nicht überall zur gleichen Zeit sein kann. Bruce Wayne (Christian Bale) ist sich dessen auch bewusst und würde am liebsten seinen Nachtjob an den Nagel hängen und seine gescheiterte Beziehung zur Staatsanwältin Rachel Dawes (Maggie Gyllenhall) wieder aufnehmen. Diese liebäugelt allerdings schon mit ihrem neuen Vorgesetzten, dem neuen Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart). Aber auch Wayne ist von seinen engagierten Erfolgen bei der legalen Bekämpfung der Kriminalität beeindruckt. Könnte Dent ein neuer Verbündeter in seinem Kampf gegen das Verbrechen sein? Oder vielleicht sogar seine Rolle als Beschützer der Stadt übernehmen? Derweil taucht bei einem Gipfeltreffen von Gothams organisiertem Verbrechen ein Mann auf, der sich selbst „der Joker“ nennt. Mit vernarbten Wangen und Lippen, über die er ein grellrotes Grinsen geschminkt hat und weißem Make-Up, macht der offensichtlich Irre den anwesenden Gangstern ein Angebot. Für eine gewaltige Summe will er ihr größtes Problem aus dem Weg schaffen: Batman. Mit dem Segen der Verbrecher löst der von ihnen als „Clown“ belächelte Psychopath schon bald ein Karussell des Todes aus.

Joker hält die Welt in Atem

Der Joker ist die am meisten in bewegter Form interpretierte Figur aus dem Universum das Fledermannes, wenn man einmal von diesem selbst absieht. Während Ceasar Romeros Interpretation in der Sechziger Jahre-Serie ein schlechter Witz war und die Interpretation in der animierten Reihe aus den Neunzigern vor allem das stimmliche Talent von Ex-Luke Skywalker Mark Hamill „zeigte“ (zumindest im englischen Original), so ist es doch vor allem die Verkörperung der Figur durch Jack Nicholson im ersten Batman-Film, die am bekanntesten sein dürfte. Nicholson war durch sein unverwechselbares Grinsen geradezu für die Rolle prädestiniert und Regisseur Tim Burtons Liebe zu dieser Figur ist in dem Achtziger Jahre-Blockbuster so offensichtlich, dass der Film eigentlich auch „Joker Begins“ hätte heißen können.
Damit war die Latte für eine erneute filmische Interpretation des „Clown-Prinzen des Verbrechens“ natürlich unmöglich hoch gehängt. Als bekannt wurde, dass ausgerechnet Heath Ledger, bisher eher als strahlender Held besetzt, diese Rolle verkörpern sollte, schrillten natürlich bei den meisten Bat-Fans die Alarmglocken. Nach ersten optischen Eindrücken aus Nolans Fortsetzung blieb den Kritikern Ledgers jedoch schon bald das Auslachen im Halse stecken. War DAS tatsächlich der Hauptdarsteller aus Ritter aus Leidenschaft und 10 Dinge, die ich an dir hasse?!

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes

"Vergesst Batman. Tötet meine Maskenbildnerin."

Joker, der Leiden schafft

Anstatt eine blasse Kopie Nicholsons abzugeben, verschwand der Schauspieler Heath Ledger komplett in der von ihm erfundenen Figur. Sein Joker ist viel mehr als ein irrer Verbrecher. Er ist ein ausgewachsener Psychopath, völlig ohne jede Form von Empathie. Damit schafft er etwas, dass selbst Nicholson nicht vermochte. Dieser Joker ist nicht zum Lachen. Er ist zum Fürchten. Manische Ticks und Gewaltausbrüche wechseln sich ab mit beinahe vernünftigen nihilistischen Vorträgen. Noch nie war Wahnsinn so logisch. Doch letzten Ende ist es die alptraumhafte Stimme und die toten Augen, die den Joker zu einem Wesen machen, bei dessen bloßem Anblick einem im wahren Leben wahrscheinlich sofort schlecht werden würde vor Angst.
Ledgers kongeniale Interpretation komplettiert die von Christopher Nolan und seinem Bruder Jonathan geschriebene Figur. War Batman Begins eine thematische Auseinandersetzung mit dem abstrakten Konzept der „Angst“, so ist The Dark Knight die logische Weiterentwicklung davon. Dessen zentrales Thema ist nämlich der Terror. So wird der aufmerksame Zuschauer viele Elemente wieder erkennen, die auch den derzeitigen amerikanischen „Krieg gegen den Terror“ charakterisieren. Die Fratze des Jokers wird dabei zur Metapher für das ohnmächtige Unverständnis der westlichen Welt vor der scheinbaren Sinnlosigkeit terroristischer Anschläge wie die des elften Septembers. Gleichzeitig thematisiert der Film aber auch, wie schnell die Maske der Zivilisation angesichts dieser Bedrohung zerbröckelt und sein zweites Gesicht willkürlicher Rache zeigt.

Kazong! Krawumm! Klonk!

Angesichts meiner bisherigen Ausführungen könnte man glauben, dass in einem inhaltlich so dichten Film die eigentliche Action zu kurz kommt. Aber keine Angst, liebe Leser, oberflächlich betrachtet ist der Film nämlich mindestens zwei Stunden seiner Laufzeit perfektes Hollywood-Unterhaltungskino. Dabei kracht und knallt es an jeder Ecke in großen Maßstab, übrigens mit dem großmöglichen Anteil an altmodischen praktischen Effekten und einem Minimum an CGI (Hinweis an Lucas & Spielberg: so macht man das!). Gleichzeitig tritt auch die Handlung keine Minute lang auf der Stelle und verblüfft mit immer neuen Wendungen, die auch noch Überraschungen bereithält für jene, die bereits jedes Bild der Trailer analysiert haben. Optisch erinnert der Film an Heat von Michael Mann, eine bewusste Entscheidung Nolans übrigens. So wirkt das Ganze dann auch weniger wie eine Comic-Verfilmung, sondern eher wie ein packender Cop-Thriller, in dem zufällig ein maskierter Vigilant und ein geschminkter Psychopath die Hauptrollen spielen. Diverse düstere Szenen werden dem Titel des Films gerecht und dürften einmal mehr die Grenzen der amerikanischen „PG13“-Einstufung ausgereizt haben. Schließlich gibt es noch die diversen Gadgets des Helden, die James Bond vor Neid erblassen lassen dürften. Oder wie Nicholsons Joker so schön sagte: „Woher hat er nur immer dieses tolle Spielzeug?“
Auch der Soundtrack erinnert nicht an ein Superhelden-Abenteuer. So vermisst man zwar wieder ein „summbares“ Heldenthema, dafür experimentieren die beiden Top-Komponisten James Newton Howard und Hans Zimmer mit den Möglichkeiten von tonaler Untermalung und sorgen dadurch dafür, dass sich The Dark Knight noch mehr von der Hollywood-Masse abhebt.

Das zweite Gesicht

Damit diese Rezension nicht zu einer uneingeschränkten Liebeserklärung an diesen dunklen Ritter gerät, sei jetzt noch angemerkt, dass ich keineswegs kritiklos das Kino verließ. Zum einen wirkt nach wie vor störend, dass Nolan zur „Bourne“-Regieschule zu zählen scheint, die verwackelte Kameras und rasend schnelle Schnitte mit einer vernünftigen Kampf-Choreographie verwechseln. Vor allem gegen Ende muss man schon über Sonar-Sinne verfügen, um die rasanten Geschehnisse noch in eine logische räumliche Abfolge bringen zu können. Mein zweiter Kritikpunkt betrifft einen zweiten bekannten Bat-Schurken, der in der zweiten Hälfte des Films sein Gesicht zeigt. Um seinen Auftritt nicht zu spoilern, sei hier nicht mehr über ihn verraten außer der Tatsache, dass er schon das zweite Mal in einem Batman-Film auftaucht. Auch wenn die Figur in The Dark Knight durchaus eine inhaltliche Berechtigung hat und eine wichtige Botschaft des Films transportiert, so ist es anhand des Potentials der Figur schade, dass sie gegenüber dem zentralen Joker nur die zweite Geige spielt. Aber vielleicht sehen wir sie ja noch ein zweites Mal. Der dritte Kritikpunkt betrifft Batman selbst und wieder ist es etwas, das mir schon in Batman Begins sauer aufstieß. Zwar ist es nur logisch, dass Wayne als Batman seine Stimme verstellt, um nicht erkannt zu werden. (Mann, versuch es doch mal mit einer Brille! Klappt super bei einem Kollegen von dir.) Trotzdem ist das gutturale Geknurre Batmans mehr als einmal das einzig Lächerliche an dem Film. Siehe auch hier:



Die dunklen Knappen

Last but not least noch ein paar Worte zur restlichen Besetzung, die anhand der überragenden Darstellung Heath Ledgers etwas in die Schatten gedrängt wird. Trotzdem sind ihre Leistungen ein integraler Bestandteil der Qualität des Films. Da wäre natürlich Christian Bale zu nennen, der wie schon in Batman Begins die definitive Interpretation von Bruce Wayne / Batman abgibt. Ebenfalls wie im Vorgänger halten sich die Film-Giganten Morgan Freeman und Michael Caine angenehm zurück und machen trotzdem das Beste aus ihren Rollen. Über Gary Oldman kann man nicht mehr viel sagen, außer dem was ich anfangs schon erwähnte. Erfreulich ist, dass Oldman etwas mehr zu tun hat als in Begins. Aaron Eckhart hat mir wie schon in Thank You For Smoking beweisen, dass er zur absoluten A-Klasse Hollywoods gehört. Und schließlich füllt Maggie Gyllenhall die Schuhe von Katie Holmes mühelos und schafft es, ihrer Figur deutlich mehr Dimensionalität zu geben als Holmes, obwohl sie auch nicht wirklich mehr Text bekommen hat. Überraschend gefreut habe ich mich darüber hinaus über Eric Roberts, der eine nicht unwichtige Rolle im Film spielt. Schön zu sehen, dass er auch mal wieder etwas anderes spielt als Sitcom-Cameos.

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes

"Als ich das entdeckt hatte, musste ich sie einfach informieren, Sir!" "Wow, Platz eins in der IMDB?"

Die Münze fällt

Nun zu meinem abschließenden Urteil (danke, lieber Leser, für deine Geduld bei dieser Mammut-Rezi):
The Dark Knight ist ein Film, der in fast allen Bereichen triumphiert. Durchgängig unterhaltsame Action, nachdenklich machender Inhalt, schauspielerische Glanzleistungen, aufsehenerregende Regie, grandiose Musik: dieser Film hat alles. Er schafft es sogar, auflockernden Humor in genau solchen Dosen zu verabreichen, dass es nicht vom eigentlich todernsten Inhalt ablenkt. Sein durchschlagender Erfolg ist trotz einiger zu vernachlässigender Kritikpunkte also voll und ganz verdient. Letzten Endes schaffte der Film vor allem eines: er zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht. Damit ist es der beste Batman-Film, die beste Comic-Verfilmung und der beste Film von Christopher Nolan. Es ist jedoch nicht der beste Film aller Zeiten. Das ist und bleibt meiner Meinung nach Citizen Kane.

The Dark Knight bekommt von mir 997 von 1000 mit Blut und Schminke beschmierten Spielkarten.

P.S.: Noch einmal vielen Dank an dieser Stelle an die Batman-Fansite www.batmans.de für die Gelegenheit, an der Pressevorführung zusammen mit vielen anderen Fans teilzunehmen.
3.8.08 18:16
 



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