Im Laufe der Jahre war Indy nicht nur deutlich ergraut, er hatte auch einige Pfunde zugelegt.
Nicht jeder kann sich glücklich schätzen, eine kleine Tochter zu haben oder einen jungen Neffen zu kennen, welche man vorschieben könnte, um Horton hört ein Hu im Kino zu sehen. Dennoch möchte ich auch allen anderen Erwachsenen diesen Animationsfilm wärmstens empfehlen.
Thematisch ist und bleibt es ein Film für Kinder. Horton, der Elefant, vernimmt einen leisen Hilferuf von einem vorbei fliegenden Staubkorn. Daraufhin fühlt er sich verpflichtet, die Bewohner dieses besagten Körnchens zu retten – wenn es sein muss auch entgegen der Auffassung der anderen Dschungelbewohner, die in Hortons Bemühungen eine geistige Verführung ihrer Kinder befürchten. Den Regie-Neulingen Jimmy Hayward und Steve Martino, die bereits bei Produktionen wie Robots und Toy Story CGI-Erfahrungen sammeln konnten, gelingt es, auch den erwachsenen Zuschauer zu begeistern. Nicht nur Christoph Maria Herbst, der den Horton mit viel Liebe synchronisiert, zeichnet diesen Animationsfilm aus. Neben der fantasievollen Umsetzung des Originalbuches von Dr. Seuss darf sich der Zuschauer auch auf einen klugen Witz freuen, der mit den meisten Slapstick-Einlagen vieler Animationsfilme nichts gemein hat. In dieser Hinsicht hebt sich der Film von seinen Ice Age-Vorgängern des selben Studios ab und erweitert somit seine Zielgruppe.
Horton hört ein Hu schafft es, Jung und Alt im Kinosessel zu vereinen. Mit Hilfe der liebenswerten Figuren und der einfallsreichen Darstellung der Hu-Welt hält dieser Animationsfilm ein Plädoyer für Fantasie und Anderssein und begeistert auf diese Art und Weise das junge Publikum ebenso wie das junggebliebene. Und so muss auch kein junger Anverwandter vorgeschoben werden, um den Besuch im Lichtspielhaus zu rechtfertigen. Fünf von fünf Hus stimmen gemeinsam zur Hausmusik an.