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Review: Der Nebel

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes
Das Erscheinen des Coca Cola-Trucks gilt in vielen Kulturen als Vorzeichen der Apokalypse

Es beginnt mit einem verheerenden Sturm. Der Filmplakate-Maler David Drayton (Thomas Jane) macht sich mit seinem Sohn Billy und dem streitsüchtigen Anwalt Brent Norton auf den Weg in den hiesigen Supermarkt. Draytons Frau bleibt im ramponierten Haus zurück. Als sie zusammen mit anderen vom Sturm gebeutelten Bewohnern des kleinen Küstenstädchens shoppen, zieht plötzlich Nebel auf. Was anfangs nur wie ein seltsames Wetterphänomen wirkt, nimmt plötzlich bedrohliche Ausmaße an, als die Menschen im Supermarkt feststellen, dass sich im Nebel merkwürdige Wesen mit einem Appetit nach Menschenfleisch befinden. Sie beschließen, sich zu verbarrikadieren und auf Hilfe zu warten. Doch die Glasfront des Ladens ist eine willkommene Angriffsfläche für die Nebel-Monster. Während die Nerven bei allen blank liegen, spielt sich die psychisch labile Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) als Prophetin einer biblischen Apokalypse auf. Ihre schrillen Predigten finden schnell Anhörer und Dayton muss sich entscheiden zwischen der unbekannten Gefahr des Nebels und dem unberechenbaren Fanatismus des Mobs.

„Menschen sind von Natur aus wahnsinnig.“ Diese Aussage des Supermarkt-Angestellten Olli (Toby Jones) fasst die Aussage des Films perfekt zusammen. Obwohl anfangs die großartig designten (jedoch leider manchmal sehr künstlich wirkenden), offensichtlich von den Geschichten Lovecrafts inspirierten, Monster im Vordergrund stehen und für Angst und Schrecken sorgen, kommt der wahre Horror in der zweiten Hälfte des Films direkt aus der menschlichen Seele. Ungeschönt zeigt der Film, wie schnell die menschliche Zivilisation im Angesicht einer unerwarteten Krise zusammen bricht. Die Bereitschaft, den gesunden Menschenverstand zugunsten fadenscheiniger Versprechen gegen blinden Gehorsam einzutauschen, ist dabei gleichzeitig eine clevere Kritik an der von Terror-Angst vor den Machenschaften der eigenen Regierung geblendeten US-Gesellschaft.

Dieser aktuelle Bezug wirkt fast prophetisch, wenn man bedenkt, dass die Novelle von Horror-Meister Stephen King, auf welcher der Film beruht, über 20 Jahre alt ist. Regisseur Frank Durabont erkannte offensichtlich, dass die Zeit reif war, diese Geschichte des Autors zu verfilmen. Dabei ist ihm King alles andere als fremd. Nicht nur sind die beiden schon länger befreundet, Durabont kann mit Die Verurteilten und Green Mile sogar zwei der besten King-Verfilmungen für sich verbuchen. Das er sich jetzt ausgerechnet wieder eine Geschichte des Schriftstellers aussucht, könnte man ihm als kreative Faulheit auslegen. Dem ist aber tatsächlich nicht so, denn mit „Der Nebel“ erfindet sich der Filmemacher komplett neu. Dabei greift er auf der einen Seite als seine Wurzeln als Drehbuchautor von Horror-Filmen zurück (zu seinen Jugendsünden gehören Die Fliege II und Nightmare on Elm Street III). Gleichzeitig ist sein neuer Film geprägt von der Erfahrung, die er als Gast-Regisseur der Polizeiserie The Shield machen konnte. Der Perfektionist kam dabei mit einer völlig anderen, sehr viel schnelleren und spontaneren, Art des Filme-Machens in Kontakt. Prompt wurde auch Der Nebel mit einer ähnlichen Guerilla-Taktik gedreht, sogar unter Zuhilfenahme von Kameraleuten von The Shield.

Als Ergebnis ähnelt der Film optisch durchaus dem Stil realistischer Krimiserien, die Kamera wackelt, wird unscharf, technisch schwierige Perspektiven sind selten. Dadurch bekommt die fantastische Grundidee einen beklemmend realistischen Anstrich. Der nur sparsam eingesetzte Soundtrack tut sein Übriges. Trotzdem hat der Film auch einige Längen, die jedoch meist vorbei sind, bevor sich echte Langeweile einstellen kann. Dafür sind die Szenen, in denen etwas passiert, dann auch gleich nervenzerreißend spannend.

Auch der technisch beste Horror-Film verfehlt seine Wirkung, wenn die in Gefahr befindlichen Protagonisten zu eindimensional sind. Der Nebel macht diesen Fehler glücklicherweise nicht. Der Cast besteht zwar aus King-typischen Stereotypen, diese bekommen jedoch durch das clevere Drehbuch und das überzeugende Spiel beeindruckende Tiefe. Besonders hervor zu heben ist die Leistung von Thomas Jane als verzweifelter Vater, Toby Jones als besonnener Angestellter und vor allem Marcia Gay Harden als kreischende Kassandra, die man als Zuschauer geradezu liebt, zu hassen. Der Nebel ist ein Horror-Film in Reinform. Nicht blutiger Mord oder schleimige Monster erzeugen Angst und Schrecken, sondern das furchtbar Unmenschliche, das sich in jedem Einzelnen von uns verbirgt. Dabei geht der Film sogar noch weiter als die düstere Vorlage und präsentiert ein schockierendes Ende, welches noch lange nach dem Abspann weiter wirkt.

Die Luftfeuchtigkeit beträgt 95 von 100 Prozent.
21.2.08 19:16
 



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