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Review: Von Löwen und Lämmern


"Und als George W. sagte 'Führ mich zum Schotter!', da mußte ich dem Auslandseinsatz einfach zustimmen."

"Im Osten Afghanistans sind sechs NATO-Soldaten getötet worden." So lautete eine aktuelle Meldung in der heutigen Tagesschau um 12.
Es sind diese und unzählige ähnliche Nachrichten, die uns Tag für Tag vor Augen führen, daß der im Jahr 2001 als "Krieg gegen den Terror" begonnene Einsatz der USA, mit dem Ziel die Taliban zu entmachten und das Land zu demokratisieren, noch längst nicht vom gewünschten Erfolg gekrönt ist.
Im Irak sieht die Lage teils ähnlich aus, die Hoffnung auf echten Frieden ist gering.

Mit der steigenden Anzahl von amerikanischen Soldaten, die nicht lebend in die Heimat zurückkehren, mehren sich auch die kritischen Stimmen gegen die Bush-Administration.
Es war nur eine Frage der Zeit, wann diese Stimmen auch in Hollywood immer lauter werden würden.

Eine dieser Stimmen gehört dem 71-jährigen Robert Redford. Sein Politdrama Von Löwen und Lämmern springt immer wieder zwischen drei mehr oder weniger stark mit einander verknüpften Erzählebenen hin und her.
An einer kalifornischen Universität redet ein Politikprofessor (Robert Redford) einem sorglosen Studenten (Andrew Garfield) ins Gewissen. Zur selben Zeit trifft sich in Washington die erfahrene Polit-Journalistin Janine Roth (Meryl Streep) mit dem Senator Jasper Irving (Tom Cruise), der ihr eine brandheiße Story verspricht. Hunderte Kilometer davon entfernt bereiten sich die beiden Freunde und US-Soldaten Arian (Derek Luke) und Ernest (Michael Peña) auf ihren entscheidenden Kriegseinsatz vor.

Der Film ist bereits die siebte Regiearbeit der lebenden Filmlegende Redford und zeichnet sich daher durch eine tadellose Inszenierung aus. Obwohl der Hauptteil der Handlung aus reinen Dialogen besteht, die nur selten von kurzen militärischen Actionsequenzen unterbrochen werden, vermag das kleine politische Stück den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Neben der richtigen Bemessung der maximalen Laufzeit einer solchen Machart und gutem Gespür für die richtigen Schnitt-Momente, ist dies den hochkarätigen Darstellern alter und neuer Schule zu verdanken.
So glänzt Meryl Streep als ambivalente Frau zwischen taffer Top-Journalistin und verunsicherter Privatperson. Nicht weniger beeindruckend ist Tom Cruise' Darstellung des ebenso charismatischen wie undurchschaubaren Politikers mit bestem Perlweiß-Lächeln. Redford selbst ist wieder einmal der sympathische Gutmensch mit großen Ambitionen (vgl. seine Rolle in Die Unbestechlichen), während Michael Peña und Derek Luke die Rollen der idealistischen Ex-Collegestudenten glaubwürdig ausfüllen.

Der große Knackpunkt des Streifens ist seine relative Seichtigkeit. Obwohl durchaus einige empfindliche Fragen aufgeworfen werden, schwierige Themen nicht ausgespart, sondern mehr als deutlich ausgesprochen werden - so z.B. die Einstellung vieler US-Politiker, die in der Kampfansage des Senators zum Afghanistan-Einsatz zum Ausdruck kommt: "Koste es, was es wolle!" - scheut sich Redford davor, eine allzu klare Stellung zu beziehen. Der liberale Unterton ist zwar spürbar, eine harte Anklage bleibt aber aus.
Von Löwen und Lämmern ist somit eher ein Film der Fragen als der klaren Positionen. Der Zuschauer wird dazu angehalten, sich selbst ein Urteil zu bilden. In Frage gestellt werden dabei beinah alle direkten und indirekten Elemente der amerikanischen Außenpolitik. Von der universitären Grundlage politischer Überlegungen über die entscheidungstragenden Machthaber bis zum vermeintlich meinungsmachenden und stimmungsbildenden Medienbetrieb muß sich jede Partei unbeqeme Fragen gefallen lassen, welche Rolle sie in der Entwicklung gespielt haben mag und noch immer spielt.

Damit regt der Film zwar politisch ohnehin interessierte Zuschauer sicherlich zu weiteren Diskussionen an. Fraglich bleibt aber die Möglichkeit einer spürbaren Wirkung auf die breite Masse.
Gewollt oder ungewollt, wirft Redford also auch auf diesem Gebiet Fragen auf: Was kann ein Film bewirken? Wie verändert sich die Wahrnehmung einer politischen Entwicklung durch kommentierende Film-Werke? Tut sie das überhaupt?

Letztlich fehlt es Von Löwen und Lämmern an bissigem Zündstoff, der weh tut, so daß das Publikum trotz der gezeigten oder besser besprochenen Probleme mit einem eher wohlgefälligen Gefühl den Kinosaal verlassen dürfte.
Gut gemacht und gut gemeint, aber für nachhaltige Effekte nicht entschlussfreudig und bedrückend genug.
Dank exzellenter Darstellerleistungen noch 7 von 10 Punkten.
10.11.07 14:24
 



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