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Gucha

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes
Verzweifelt versuchte Romeo zu ignorieren, dass ihm Funken aus dem rechten Ohr schossen.

Es gibt die Geschichten, die immer und immer wieder erzählt werden, weil ihr Inhalt zeitlos ist. Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ ist so eine Geschichte. Egal ob klassisch, auf dem Dorf, modern mit Leonardo Di Caprio oder im Weltraum (Roboter Rom30 und Alien Jul’I’Ja, warum nicht?), die tragische Geschichte um ein Liebespaar, dessen Glück durch die Fehde ihrer beiden Familien zerstört wird, weiß auch in x-ten Permutation noch zu berühren. Wie ihr euch noch dieser Einleitung sicher schon denken könnt, ist Gucha auch eine Variation der Geschichte.

Der Film verlegt den Plot von Shakespeares Tragödie nach Serbien. Der ehrgeizige junge Romeo (Marko Markovic) will beweisen, dass er der beste Trompeter weit und breit ist. Dafür muss er beim alljährlichen Trompetenfestival in Gucha mit der Kapelle seines Stiefvaters Sandokan (Slavoljub Pesic) den ersten Platz gewinnen. Doch die Trophäe, eine goldenen Trompete von Louis Armstrong, geht schon seit Jahren nur an die Kombo von Sandokans Konkurrent Sacmo (Mladen Djurdjevic). Zu allem Überfluss verliebt sich der dunkelhäutige Roma auch noch in Sacmos Tochter (Aleksandra Manasijevic) und die heißt natürlich Juliana. Der rassistische Vater sieht die Liason aber gar nicht gern und verbietet seiner Tochter den Umgang mit dem Jungen. Verzweifelt schlägt Romeo Sacmo einen Handel vor: wenn der junge Trompeter in Gucha über den alteingesessenen Sieger triumphiert, darf Sacmo dem Glück der Liebenden nicht Weg stehen. Der arrogante Vater schlägt ein. Doch bis Gucha ist es noch ein langer Weg…

Der eigentliche Star des Films ist aber keiner der eben Genannten, sondern eigentlich die traditionelle serbische Blasmusik. Diese dominiert weite Teile des Films und ist nicht nur zentral für den Konflikt zwischen Sacmo und Romeo, sondern fungiert unter anderem auch als Kommunikationsmittel für die Liebenden. Tatsächlich erobert Romeo das Herz seiner Juliana, indem er ihr auf der Trompete vorspielt. Die Musik ist im Film so vordergründig, dass man schon ein großer Fan von Blechblasintrumenten sein muss, um nicht irgendwann davon genervt zu sein. Regisseur Dusan Melic übertreibt seine offensichtliche Ode an die Trompete etwas. Andererseits sind die Klänge der Instrumente den Dialogen von Romeo und Juliana eindeutig vorzuziehen. Besonders Romeos Liebesschwüre klingen wie von Postkarten abgeschrieben und dürften auch dem romantischsten Zuschauer zum Brechreiz animieren. Teilweise rutschen dadurch die Liebesszenen ins unfreiwillig Komische ab.

Trotz dieser Kritikpunkte ist Gucha ein über weite Teile unterhaltsamer Film. Das liegt vor allem an der Chemie zwischen Marko Markovic und Aleksandra Manasijevic. Vor allem Letzere kann mit blondem Zopf und Eisenbeißer-Zahnspange durchaus bezaubern. Auf der anderen Seite ist da Sacmo, der souverän von Mladen Djurdjevic verkörpert wird. Trotz seiner feindlichen Haltung Romeo gegenüber kann man ihn auch Stück weit verstehen, wenn er seine Tochter nur vor seiner Meinung nach bösen Einflüssen beschützen will. Richtig beeindruckend ist die Darstellung des tatsächlich existenten Gucha Festivals. Live vor Ort gedreht, gelingt es Dusan Melic die Stimmung und Energie des Festes perfekt einzufangen. Man wünscht sich fast, er hätte nur eine Dokumentation über das Ereignis gedreht und die Liebesgeschichte weggelassen. Trotz Klischee und Kitsch wird die Story gegen Ende aber tatsächlich noch richtig spannend und entlohnt ein Stück weit für die scheinbar endlosen Trompetenarien.

Melic beschreibt seinen Film als „serbisches neorealistisches Bollywood“. Der Einfluss der indischen Kitschmusicals ist eindeutig erkennbar, ebenso wie die künstlerische Handschrift von Melics Mentor und Produzent Emir Kusturica (Schwarze Katze, weißer Kater). Wer osteuropäische Blasmusik liebt und auch für kitschige Romantik etwas übrig hat, den dürfte Gucha bestens unterhalten. Alle anderen könnten von dem Film streckenweise etwas genervt und/oder gelangweilt sein.

Gucha ist immerhin noch eine Quarte auf einer heptatonischen Tonleiter.
8.9.07 14:08
 



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