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"Warte, nicht bewegen... Tatsächlich, du hast eine Schraube im Auge."Ach ja, die Kindheit. Voller Nostalgie denkt man zurück an eine Zeit, in der man nur mit ein paar Plastikspielzeugen in einer andere Welt eintauchen konnte. In der Zeichentrickfilme einen in fremde Dimensionen voller Abenteuer und Action eintauchen ließen. Und in der sich unglaublich coole Roboter in Fahrzeuge verwandeln konnten. Im Alter von 10-12 Jahren war ich ein getreuer Fan der Transformers, habe jede Folge der Serie Samstag früh geschaut (den Fernseher leise gedreht, um meine Eltern nicht zu wecken) und mir in dieses Jahren zu jedem erdenklichen Feiertag einen der umwandelbaren Roboter gewünscht.
Die Idee eines Realfilms, der auf der Serie beruht, ist fast so alt wie meine kindliche Faszination. Zuerst konnte man eine Idee einer solchen Umsetzung im Michael Jackson Fantasy-Musical
Moonwalker bekommen, in welchem es eine Szene gibt, in der sich der damals noch zurecht als „King of Pop“ bezeichnete Musiker in ein extrem cooles Fahrzeug verwandelt. Ein sehr viel jüngeres Beispiel ist die Werbung eines Autokonzerns mit einem transformierenden und tanzenden Auto.
Im Angesicht der 80er-Jahre-Nostalgie Welle, die Zurzeit durch das Ideen-atrophierte Hollywood schwappt, mit Filmen wie
TMNT (Turtlesteves Meinung findet ihr
hier ) und der Rückkehr von angegrauten Haudegen wie Rocky, Rambo und Indiana Jones, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Transformers für die große Leinwand reaktiviert wurden. Mit Produzent Steven Spielberg und Regisseur Michael Bay schien die Franchise in fähige Hände gefallen zu sein. Doch sind die außerirdischen Maschinen schon zu eingerostet für das 21. Jahrhundert oder können die Gebrauchtwagen aus den 80ern überzeugen?
Eines ist von der ersten Szene an klar: Dies ist ein Michael Bay Film, und wir machen keinen Hehl daraus. Während sein letzter Film,
The Island für seine Verhältnisse eher ruhig beginnt, ist der Anfang von
Transformers vor allem eine optisch gelungene Zelebrierung von cineastischer Zerstörung irgendwo zwischen
Krieg der Welten und
Armageddon. Danach folgt die eigentliche Story. Und wie üblich für einen Michael Bay Film kann man diese in einem Satz zusammen fassen. Dieser lautet ungefähr so: Ein unbeliebter Teenager bekommt sein erstes Auto, dass sich als der Roboter Bumblebee herausstellt, der ihn in einen intergalaktischen Krieg verwickelt. Der Ursprung des Kampfes zwischen den guten Autobots und den bösen Decepticons ist dabei ebenso simpel wie in der Zeichentrick-Vorlage. Beide Parteien sind auf der Suche nach dem All-Spark, einer Art kosmischer Zauberwürfel, der Maschinen in Transformers verwandelt.
Die Story, die zwischen der Wüste Lybiens, L.A. und dem Pentagon hin und her schwenkt, ist völlig vernachlässigbar und mit hauchdünnen Figuren bestückt. Die verzweifelte Suche der Menschen, die bösartigen Maschinenwesen aufzuhalten, liefert aber auch nur notwendige Pausen für den Zuschauer zum Durchatmen, bevor er wieder mit krachender Transformers-Action im wahrsten Sinne des Wortes bombardiert wird. Diese ist dann auch absolut überzeugend und schafft es, die Latte für Actionfilme wieder einmal ein bisschen höher zu hängen. Der einzige Vorwurf, den man Michael Bay bei der Inszenierung dieser Szenen machen kann, ist tatsächlich der der Übertreibung. Teilweise passiert einfach zuviel auf einmal auf dem "Bildschirm", so dass man schon die Wahrnehmung einer Fliege bräuchte, um noch alles mitzukriegen.
Das Design der Roboter wurde teilweise im Vergleich zum Original radikal transformiert. Während der Autobot-Anführer Optimus Prime fast nicht verändert wurde, so ist sein Gegenspieler Megatron nicht mehr wieder zu erkennen. Letzterer bleibt dann auch ziemlich blass. Tatsächlich ist der Bedrohlichste der bösen Decepticons auch der Kleinste, nämlich der hyperaktive Hacker Frenzy, der sich wahlweise in CD-Player und Handys verwandelt. Auch kann man bemängeln, dass außer Optimus Prime und Bumblebee alle anderen der guten Autobots ziemlich farblos bleiben und man sie etwas distanziert beim Kämpfen beobachtet. Zusätzlich sind sich Einige der Roboter so ähnlich, dass man manchmal gar nicht weiß, wer denn jetzt gegen wen kämpft.
Und dann ist auch noch die eigentliche Geschichte von „einem Jungen und seinem Auto“. Gerettet wird die mit Klischees gespickten Mischung aus „Herbie“ und „Christine“ durch das überzeugende Schauspiel des aufsteigenden Jung-Stars Shia LeBeouf als Sam Witwicky. Und Megan Fox bietet als "love interest" Mikaela Futter für die Augen, das nicht aus kloppenden, haushohen Robotern besteht. Verschenkt ist jedoch sowohl die Wüstenstory um Captain Lennox (Josh Dushamel), als auch die Hackerabteilung von Verteidigungsminister John Keller (Jon Voight), die jeden, der sich auch nur entfernt mit Computern auskennt, in hysterisches Lachen ausbrechen lassen dürfte.
Ist
Transformers nun ein guter Film oder nur eine Gurke, die sich als Actionreißer ausgibt? Eins steht fest: intelligente Unterhaltung ist etwas anderes. Fast alle jüngsten Computerspiele dürften eine anspruchsvollere Geschichte haben als dieser Film, andererseits ist auch eine Verfilmung einer Vormittagstrickfilmserie, die vor allem Spielzeuge verkaufen sollte. Da kann man auch keinen Shakespeare erwarten. Für Kinogänger, die auch mal einfach nur das Hirn ausschalten und sich mit krachender Action unterhalten lassen wollen, ist dieser Film allerdings genau richtig. Ich habe mich zumindest für die 144 Minuten Laufzeit wieder wie ein zwölfjähriger Junge gefühlt, der sich am Samstag früh vor den Fernseher schleicht.
Transformers bootet mit 7 von 10 Energonwürfeln.