"Du wirst für mich deine Freundin verlassen." "Na und? Ich werde dich schwängern." „Errare humanum est“ wussten schon die alten Römer. Übersetzt heißt es „Irren ist menschlich“ und abgekürzt „EHE“. Am Anfang von Mr. und Mrs. Smith scheinen die beiden Hauptdarsteller, gespielt von Angelina Jolie und Brad Pitt, ebenfalls in einem Irrweg ihrer Ehe angekommen zu sein. John weiß nicht mal mehr, ob er fünf oder sechs Jahre mit Jane verheiratet ist, und auf die Frage ihres Ehetherapeuten nach dem Sexleben schweigen beide betreten. Der Grund für die Probleme ist eine immer größer werdende Distanz. Aus einer heißen Liebesbeziehung ist ein dröger Alltag mit Gesprächen über neue Vorhänge und Salzstreuer geworden. Dieser Ehealltag spielt sich wahrscheinlich hinter vielen verschlossenen Türen ab, der wahre Grund für die häuslichen Probleme der Smiths ist aber eher ungewöhnlich. Sowohl Mr. als auch Mrs. Smith sind Geheimagenten, die aber nichts voneinander wissen. Als sie plötzlich auf dasselbe Ziel angesetzt werden, bekommt der Begriff Ehekrieg eine völlig neue Bedeutung, als sich die beiden plötzlich gegenseitig mit Automatikwaffen beharken und nebenbei ihre Wohnungseinrichtung zerlegen. Wohnst du noch, oder stirbst du schon?
Die Grundidee des Films ist ziemlich originell, obwohl man Ähnliches schon in „True Lies“ oder „Spy Kids“ gesehen hat. Doug Liman, Regisseur von die „Bourne Identität“, versteht es, Schusswechsel und Faustkämpfe furios zu inszenieren, ohne das es plakativ wirkt. Alles das garantiert eine unterhaltsame Actionkomödie, aber eben auch nicht mehr, wenn, ja wenn die beiden Hauptdarsteller nicht wären. Das sich Brad Pitt und Angelina Jolie beim Dreh kennen und lieben gelernt haben, ist ein offenes Geheimnis, und hat der Promotion des Films wahrscheinlich unermessliche Dienste geleistet. Auch ohne dieses Vorwissen sieht man sofort, dass zwischen den beiden die Chemie stimmt. Selbst in Szenen, in welchen sie sich streiten (und davon gibt es viele) oder sich wieder einmal gegenseitig umzubringen versuchen, knistert es zwischen den beiden wie ein Berg Ahoi-Brause im Regen. Und so sind es weniger die furiosen Blei- sondern eher die Wortgefechte, die den Film tragen. Das geht soweit, dass man sich manchmal wünscht, die Autos würden leiser explodieren, damit man die Dialoge besser verstehen kann. Das die Story dabei auf ein vorhersehbares Ende zu steuert, fällt dabei kaum ins Gewicht.
Eine perfekt inszenierte, sehr witzige Actionkomödie also, die dank der beiden unerlaubt attraktiven Protagonisten um einiges sehenswerter ist als andere Filme dieser Machart. Und einer der wenigen Filme, bei dem man sich eine Fortsetzung wünscht.
950 von 1000 Einschußlöchern.