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Stirb langsam 4.0

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes
Ganz egal, zu welchen drastischen Mitteln John McClane greifen müßte, er würde seine 20% auf Tiernahrung schon bekommen.

Ein schurkiger Hacker (herrlich fies gespielt von Timothy Olyphant) will die Grundversorgung der USA lahmlegen (Gas, Wasser, Sch...trom). In einem großangelegten Akt des Cyberterrorismus, für dessen Vorbereitung sich der Bösewicht die Hilfe von unbedarften jugendlichen Computerfreaks zu nutze gemacht hat, bringt er die über-computerisierte Welt (nun gut, zumindest den US-amerikanischen Teil) an den Rand des Abgrunds. Wenn FBI, NSA und sonstige wichtige Abkürzungen wegen ihrer Abhängigkeit von PCs und Netzwerksystemen nicht mehr weiter wissen, wird es allerhöchste Zeit, der hochtechnologischen Digital-Bedrohung etwas analoge Gewalt entgegenzusetzen. Klarer Fall: Das ist ein Job für Super... ähm ja, -Cop John McClane alias Bruce Willis. Dieser ist wieder sozusagen zur falschen Zeit am falschen Ort - was für die filmische Lebenswelt und Millionen von Kinofans natürlich bedeutet, daß er genau zur rechten Zeit am rechten Ort ist.

Was wurde im Vorfeld über diesen Film diskutiert. Als erste Plotdetails und der Titel bekannt wurden, fürchteten viele, daß hier das lange geltende Gesetz der (Kino-)Serie greifen würde. Je höher die Anzahl der Fortsetzungen, desto niedriger die filmische Qualität und Professionalität. McClane versus Computerhacker? Wie sollte so etwas funktionieren? Wo sollte dabei bitte die Action stattfinden? Zwei Stunden lang Bruce Willis beim Tasten tippen?
Heute nun darf Entwarnung gegeben werden: Trotz aller Bedenken gelingt es den Autoren aus einer PC-zentrierten Handlung ein Höchstmaß an spektakulären Actioneinlagen zu generieren. Als Genrefilm funktioniert der Film großartig - mit allen Pros (krach-Bumm-PENG) und Kontras (Logikfehler, die durch krampfhaft erzwungene Krawallmomente entstehen - böse Zungen dürfen behaupten, daß der gesamte Film ein einziger Logikfehler ist, da die bösen Hacker immer genau so viel Macht zum freien Schalten und Walten haben, wie es der Fortgang der Story gerade verlangt). Ein typischer Actionstreifen eben. Und ein sehr guter noch dazu.
Wer sich darauf einläßt, bekommt einen mordsmäßigen Popcornspaß mit handgemachten Stunts und Explosionen geboten, dessen Krach-Faktor locker mit Meilensteinen wie Speed, Password: Swordfish oder eben dem originalen Stirb langsam mithalten kann. Insofern CGI eingesetzt werden, geschieht dies dezent und ohne die störende Sichtbarkeit der künstlich aufgeblähten Matrix-Fortsetzungen. Ok, viele Grundideen hat man schon anderswo gesehen. Der Nahkampf mit dem Jet (True Lies) und die massiv zerbombte Hochstraße (M:i:III) sind nur zwei Beispiele. Das Kunststück von Die Hard 4.0 ist jedoch, immer noch ein kleines bisschen Bombast oben drauf zu packen. Damit schrauben sich die Actioneinlagen in wahnwitzige Höhen. Zuschauer, die solchem höher, weiter, schneller etwas abgewinnen können, werden ein breites Grinsen in ihr Gesicht gezaubert finden. Wer allerdings gar nicht auf derartigen Wahnsinn steht, dürfte wohl nur den Kopf schütteln.
Die Umsetzung ist mehr als solide. Die Schauspieler sind bis in die Nebenrollen gut gewählt (amüsant: Kevin Smith als Warlock, sexy: Maggie Q als Nahkampf-Waffe, keineswegs nervig: Justin Long als jugendlicher Sidekick). Die Geschichte läuft geradlinig vorwärts, das abgenutzte Konzept des stundenlangen Streits zwischen den unfreiwilligen Partnern wurde glücklicher Weise ausgespart. Der Film ist angenehm kurzweilig geraten, so daß die für den kurzen Plot lange Laufzeit nie negativ auffällt. Ausgewählte Szenen bleiben auch nach dem Kinobesuch noch lange im Kopf.

Das große Problem, das die Rezeption von Live Free or Die Hard - so der US-amerikanische Verleihtitel - erfahren wird, ist einzig und allein der ewige Vergleich, den Fans der Vorgänger immer wieder ziehen werden.
Gemessen an den Erwartungen ist SL4 kein Stirb langsam mehr. Kein begrenztes Ein-Haus-Szenario, kein auf sich alleingestellter McClane, keine Happy-End-Liebesgeschichte als Subplot.
Nun da jedoch bereits zweieinhalb von vier Die-Hard-Filmen ohne dieses Grundkonstrukt auskommen, muß man sich ernsthaft fragen, ob es dieses zum Kult erhobene Prinzip "Stirb langsam", daß anfang der Neunziger immer wieder kopiert wurde (Bruce Willis stellte sinngemäß bereits selbst fest, daß es von "Stirb langsam im Flugzeug" bis zu "Stirb langsam in einem Fahrstuhl" inzwischen alles gegeben hätte), eigentlich je wirklich gab. Was macht Die Hard aus? Das Szenario oder die Hauptfigur bzw. die übergroße Präsenz des Bruce Willis?
Man kann es nicht wirklich real erfassen, aber auf der nostalgisch-emotionalen Gefühlsebene spricht dieses Abenteuer einfach keinerlei Erinnerungen an. Da nützt auch das obligate "Yippieh-ya-yeah, Schweinebacke!" nichts mehr. Immerhin gibt es endlich wieder die gewohnte Stimme von Manfred "Alles außer Tiernahrung" Lehmann (in Teil 3 hatte Willis einen anderen Synchronsprecher verpaßt bekommen), auch wenn sie mitunter eigenartig tief klingt.
Stirb langsam 4.0 würde jedenfalls auch ohne McClane funktionieren. Wäre es ein x-beliebiger Polizist, der unterstützt von einem computeraffinen Sidekick gegen übermächtige Terroristen antritt, täte dies der Wirkung keinen Abbruch. Würden wir z.B. Nicolas Cage anstelle von Bruce Willis erleben, wäre vom cineastischen Anspruch her kein Unterschied zu verzeichnen.

Daß sich Regisseur Len Wiseman dieses Umstandes offensichtlich absolut bewußt ist, beweist bereits seine Eröffnungssequenz. Diese ist wohl die größte Enttäuschung für (Achtung Wortspiel!) die hard Fans. Anstelle des knackigen unmittelbaren Einstiegs (BLAMM: Filmtitel - WUSCH: Beginn der Handlung) gibt es diesmal konventionelle Eröffnungstitel. Ja, richtig! LFoDH besitzt Opening Titles, einen standardmäßigen Vorspann. Neben den Namen der Besetzung, erfährt der Zuschauer darin, daß das Skript auf dem Zeitungsartikel A Farewell to Arms basiert. Aber interessiert das irgendwen ernsthaft?
Es mag ein unwichtiges Detail für den Film als Gesamtwerk sein und doch ist es symptomatisch für die gesamte Herangehensweise an dieses Sequel. Wiseman, der die originalen McClane-Filme noch vollkommen unvoreingenommen als Jugendlicher gesehen haben dürfte, schert sich wenig um solche Traditionen. Er eignet sich die Figur und das Setting im Namen einer neuen Generation an. Es gibt keinerlei unnötige(?) Rückbesinnung an vergangene Kinozeiten. Keine audiovisuellen Reminiszenzen an die ersten Teile.
Ich persönlich bedaure diese Entscheidung zutiefst, muß aber doch zugeben, daß der raue, unterkühlte Look, der nicht zufällig immer wieder ganz kurz an Underworld erinnert, sehr gut zum unmittelbaren Eindruck beiträgt.

Nicht jeder wird mit diesem Vorgehen sofort warm werden. Actionfans sollten aber wahrlich auf ihre Kosten kommen. Auf Seiten der Action explodieren daher 8 von 10 Sprengladungen sofort. Im Rahmen der Stirb-langsam-Reihe erlebt man hingegen die ein oder andere Fehlzündung: 7 von 10.
27.6.07 10:23
 



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