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Death Proof

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes
Als Fan der guten alten 70er war er sehr enttäuscht, daß sie ihre Achsel rasiert hatte.

Ein mysteriöser Stuntman, heiße Karren und viele taffe Bräute - mehr muß man zum Inhalt des neuen Tarantino-Films eigentlich nicht sagen. Doch selbst wenn man wollte, gäbe es inhaltlich nicht sehr viel mehr zu erzählen...

Der Planet Tarantino dreht sich eifrig weiter um sich selbst. Dies tut er wie immer mit großem Tammtamm und reichlich Extravaganz, wodurch einen das bunte Spektakel, das sich der neue Film von Quentin Tarantino nennt, zunächst immer noch interessiert aufhorchen und hinsehen läßt. Doch letztlich tritt wirklich ein, was sich mit Kill Bill: Vol. 2 angekündigt hatte und nach den ersten Vorabberichten über das neue Projekt des Ausnahmeregisseurs, der mit Filmen wie Reservoir Dogs und Pulp Fiction in einer gefühlten Nanosekunde vom Underdog-Filmfreak zum gefeierten Kult-Künstler wurde, immer stärker zu befürchten war. Auch der spaßigste Mix aus Anspielungen auf die gute, alte Kinozeit und kongenialer Selbstreferenzialität nutzt sich irgendwann ab. Was anfangs für schallendes Gelächter sorgt, erntet später nur mehr müdes Schmunzeln - bis irgendwann auch der letzte Anflug von Begeisterung auf der Strecke bleibt.
Mit Death Proof schrammt Tarantino diesen Punkt so dicht, wie nie zuvor.

Die Idee klang spaßig: Zwei Regie-Kumpels mit Kultstatus zelebrieren eine Form des Kinos, die es so nicht mehr gibt. Neben der inhaltlichen Hommage an billige reißerische Machwerke aus den 60er und 70er Jahren, sollte das gemeinsame Projekt gleichzeitig an eine Art der Filmpräsentation erinnern, die die US-amerikanischen Lichtspielhäuser jahrzehntelang dominierte - das Double Feature. Zwei Filme zum Preis von einem, dazwischen einige Trailer für andere cineastische Kuriositäten, quasi ein perfektes Nachmittagspaket für Kinojunkies. Zu dumm nur, daß außer den beiden Wunderkindern niemand diese Kinozeiten zu vermissen schien. Während die Filme außerhalb der USA ohnehin unabhängige Einzelstarts erhalten sollten, wurden sie im Heimatland der Regisseure gemeinsam unter dem Titel Grindhouse veröffentlicht. Was folgte war ein Flop, wegen dem sich Harvey Weinstein wohl noch einige Zeit verwundert die Augen gerieben haben dürfte.
Dabei war das miese Einspiel von Anfang an vorprogrammiert.

Zunächst muß man ganz einfach eingestehen, daß die damaligen Filme, so kultig und legendär sie in der nostalgisch verklärten Erinnerung sein mögen, genau das waren, was der englische Sammelbegriff bedeutet: Trash = Schrott. Billig runtergekurbelte Abzocke der Massen. Punkt.
Wer sollte sich das ernsthaft zurückwünschen?

Des weiteren mag es ja sein, daß Herr Tarantino mal in einer Videothek gejobbt hat und dort nebenbei tausende noch so skurrile Filme genauestens studieren konnte - nur haben Millionen von Kinogängern keine derartige Vorbildung genossen. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Quen und Rob gemeinsam abgefeiert haben, als sie die ersten Szenen ihrer Werke begutachteten. Nur leider kann ich als normaler Filmfan von heute nix damit anfangen. Ich erkenne keine liebgewonnenen Details wieder, ich fühle mich nicht in meine Kindheit und/oder Jugend zurückversetzt und tolle Nostalgiestimmung a la Die wilden Siebziger! - ein Jahrzehnt, das ich auch nie persönlich erlebt habe, aber anhand der genialen Sitcom gut nachempfinden zu können glaube - kommt auch keine Sekunde lang auf.
Stattdessen frustriert das Gefühl, daß man hier bei einem großangelegten Insiderjoke zukucken darf, dessen Pointe einem aber niemand verrät. Es ist wie auf einer Party, auf der man der einzige Fremde ist. Alle Anwesenden haben sichtlich Spaß. Man sieht auch, daß hier viel Aufwand und Mühe betrieben wurde, zu Kritik an der Organisation der Feier gibt es keinen Anlaß. Leider unterhalten sich aber alle Partygäste ausschließlich über ihre gemeinsame Vergangenheit und die coolen Späße, die sie früher immer gemacht haben. Für den unbehelligten Neuling ist das ganz kurz interessant, dann immer langweiliger und irgendwann kann es ihn sogar regelrecht verärgern.
Echt toll, daß die Jungs sich diesen Traum vom neuen Grindhouse-Kino mal erfüllen konnten. Schön für Euch. Aber muß ich mir das ansehen? Ich hab neulich ein Daumenkino gebastelt, in dem ich meine Kindheit verarbeite - interessiert das jemanden?

Daher bleibt Death Proof mit all seiner Liebe zum Detail, trotz der punktgenauen handwerklichen Umsetzung recht schnell auf dem Standstreifen liegen, anstatt auf der Überholspur davonzuziehen.

Das ist bedauerlich, denn die Umsetzung der Geschichte vom mörderischen Stuntman (Kurt Russell) und seinen attraktiven weiblichen Opfern (u.a. Rose McGowan und Rosario Dawson) ist durchaus ansprechend. Nie zuvor gab es eine dermaßen perfekte Illusion alter Kinokunst im Heute. Obwohl es Handys und einige moderne Fahrzeuge im Film gibt, schreien die künstlich eingearbeiteten Filmrollenverunreinigungen und stümperhaften Schnittfehler sowie die Ausstattung mit kultigen Oldtimern lauthals: Das kann kein aktueller Film sein!
Tarantino gelingt damit die Übertragung des geglückten Experiments, das Steven Soderbergh zuvor mit The Good German für das Film-Noir-Genre der 1940er Jahre durchgeführt hatte, in ein anderes Jahrzehnt. Dabei kann er sich auf ein Schauspielensemble verlassen, das nicht nur jede Menge Freude am Spiel zeigt, sondern durch glaubwürdige Darstellungen in den wenigen dramatischen Höhepunkten für die nötige Spannung sorgt.

Doch was als Pseudo-Trailer, Kurzfilm oder wenige Minuten lange Sequenz in einem Parodiestreifen wie Kentucky Fried Movie sicher einen großartigen Eindruck hinterlassen hätte, wirkt als abendfüllende Geschichte einfach ermüdend. Man merkt, daß die Story für die längere Einzelauswertung gestreckt wurde. Viele Szenen wirken gedehnt und zäh. Die Ereignisse schleichen um den heißen Brei, bis dann... nichts so wirklich passiert, bevor dann... mal etwas kleines passiert.
So kultig Tarantinos Dialoge sind, denn das Texten hat er immer noch drauf, so sind sie am Ende doch vollkommen belanglos.

Wenn schon der Inhalt nicht immer fesselt, flüchtet sich der Zuschauer gern in die audiovisuelle Umsetzung. Doch auch die technischen Spielchen tragen keine knappen zwei Stunden.
Es mag an mir liegen, aber nach dem vierten abrupten Schnitt (*hihi* purer Trash), dem ach so einfallsreichen spontanen Wechsel zu Schwarzweiß (*haha* der Projektor im alten Billigkino hat schon Macken) und der hundertsten grisselnden Bildstörung (*hoho* die Filmrolle ist ja schon soooo abgenutzt) ist's irgendwie nicht mehr witzig. Da helfen dann auch versteckte Reminiszenzen an die eigenen Werke nicht weiter. Was zulange im eigenen Saft schmort, wird irgendwann fade - um ein weiteres Bild zu bemühen.

So bleiben unterm Strich zwar einige nette Szenen, manch spannender Moment und das Gefühl, daß Tarantino einfach nur nicht weiß, was er mit seinem Talent produktives anfangen soll. Ein Hit ist Death Proof aber nicht.
Kaum auszudenken, was für Filme von QT zu erwarten wären, wenn er endlich mal aufhören könnte, nur Fingerübungen und zur Stagnation verdammte Spielchen zu betreiben. Einen Vorgeschmack hatte er mit seiner CSI-Episode "Grabesstille" bereits gegeben. Man dürfte also durchaus noch auf einiges Großes hoffen - wenn es im Netz nicht inzwischen die Gerüchte um einen dritten und vierten Teil von Kill Bill gäbe...

Fazit: Ohne Kenntnis des Gesamtwerks Grindhouse erhält die Einzelversion von Quentin Tarantinos Beitrag 5 von 10 Punkten.

PS: Keiner Weiterentwicklung bedarf Tarantinos Musikgeschmack. Der Soundtrack ist einmal mehr hervorragend.
27.6.07 10:23
 



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