"Wie, ihr habt keine Lust mehr auf Computertrickfilme mit niedlichen Tieren?" Mit dieser Rezi halte ich so, wie die "Madagascar"-Macher mit ihrem Film. Kein langes Vorgeplänkel, kein überraschender Überbau, schlicht und einfach drauflos, auf den Punkt sauber serviert.
Meine keineswegs zu hohen Erwartungen wurden von diesem Film jedenfalls ziemlich genau erfüllt.
"Madagascar" ist ganz einfach ein netter Spaß mit herrlich cartoonigem Look, ner abgedrehten Story und annehmbaren Sprüchen auch für ein erwachsenes Publikum. Kein Megahighlight aber ein idealer Film für nen lauen Sommerabend im Autokino (in dem man ja nicht grad ein Digital-Surround-Megaeffektgewitter erwarten kann). Ja, da machen sich eher einfache Komödien, bei denen die lustigen Dialoge voll und ganz im Vordergrund stehen, wirklich gut.
Nur echte Nörgler haben an so einem lauen Film, bei dem es aus allen Poren nur nach "Unterhaltung" duftet, wirklich was auszusetzen. (Allerdings werden auch nur leicht zu beeindruckende Zeitgenossen nach dem Kinobesuch euphorisch.)
Nennenswerte Kritikpunkte gibt es analytisch betrachtet keine. Eine mögliche Schwachstelle war da höchstens noch die deutsche Synchro. Nicht wirklich schlecht, vor allem Pastewka kam super, aber eben auch nicht so ein Brüller, wie die Originalstimmen (soweit ich das aus dem engl. Trailer beurteilen kann) oder deren wirklich witzige Synchro in den ersten deutschen Trailern.
Aber leider hat es sich in Deutschland ja bei (vor allem CGI-)Trickfilmen inzwischen komplett eingebürgert, auf Biegen und Brechen unbedingt Promis oder Pop-Stars zu verpflichten, ob sie Synchronarbeit kennen und können oder nicht.
Ich hab ja nix gegen die Fanta 4, aber sie sind eben Musiker und keine Schauspieler/Sprecher. Da waren die Original-Pinguine einfach viel witziger.
Bei den US-Versionen macht die Verpflichtung von Stars ja nur deshalb durchaus Sinn, weil es erstens eigentlich ausschließlich gute Schauspieler sind (könnte mich jetzt an keinen Sänger erinnern, der da mal Sprecher war) und außerdem erst der Ton aufgenommen wird und erst dann das Bild dazu animiert wird.
Nachträgliches Aufdrücken einer vermeintlich guten Stimme auf eine vorgegebene Figur schadet aber oft mehr als es der Popularität helfen kann.
Hier werde ich jedenfalls auf der DVD unbedingt noch mal im O-Ton kucken.
Fazit: Dieser Film bringt 7,5 von 10 durchgeknallten Dschungelaffen zum Brüllen.
PS: Ach ja, besonders witzig fand ich, daß das Lied "I like to move it" zum Teil ins Deutsche übersetzt wurde. Klang spaßig und paßte gut.