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Inland Empire

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes
Familie Hase war besorgt. Franks Beharren auf seinen imaginären Freund "Donnie" nahm langsam bedrohliche Ausmaße an.

„Ich fühle mich, als hätte mir jemand ins Gehirn gepisst!“ Dieser Kommentar einer Figur im neuen David Lynch Film fasst ziemlich treffend das Gefühl zusammen, was man hat, wenn man sich den fast 3-stündigen Mysteryfilm anschaut. Die Frage lautet nur, ob man dieses Gefühl mag. David Lynch ist einer dieser Filmemacher, die gern als kontrovers bezeichnet werden. Was nichts Anderes heißt, als dass seine Filme genauso viele Menschen lieben wie hassen. Fest steht, dass er mit Twin Peaks die Fernsehserienlandschaft kräftig umpflügte, das Genre „Mystery erfand und Serien wie Akte X oder Lost den Weg geebnet hat. In seinen Filmen hatte sich Lynch dann erst richtig ausgetobt, und filmische Rätsel kreiert, die dennoch faszinieren. Dieser Linie bleibt er auch mit Inland Empire treu.

Die Story ist schnell erzählt. Die Schauspielern Nikki Grace (Laura Dern) will einen neuen Film drehen und verspricht sich damit eine Rückkehr zu altem Ruhm. Was ihr der Regisseur Kingsley Stuart (Jeremy Irons) jedoch vorenthält, ist die Tatsache, dass der geplante Film „On High in Blue Tomorrows“ in Wirklichkeit ein Remake des polnischen Films „47“ ist. Das Original wurde jedoch nie fertig gestellt, da beide Hauptdarsteller während der Dreharbeiten ermordet worden, nachdem sie „etwas Böses“ im Drehbuch entdeckt hatten.

Wen diese Story jetzt etwa auf den Geschmack gebracht haben sollte, der sei gewarnt. Nur etwa die erste halbe Stunden dieses surrealen Epos zeigt eine Geschichte im eigentlichen Sinne. Der Rest von Inland Empire ist eine Aneinanderreihung scheinbar zusammenhangloser alptraumhafter Szenen. Die Grenzen zwischen Realität und Film; Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; zwischen objektiver und subjektiver Wahrnehmung werden völlig aufgelöst, bis der Zuschauer ebenso wie Nikki das Gefühl hat, sich völlig zu verlieren.

Was für anderthalb oder vielleicht sogar zwei Stunden ein vergnügliches Verwirrspiel abgegeben hätte, wird durch die Auswälzung auf 172 Minuten zur quälenden Tour de Force. Absurdes Highlight des Films ist das wiederholte Auftauchen der Hasenfamilie (siehe Bild), die aus Lynchs Kurzfilm Rabbits stammt. Aber auch deren skurriler Humor, sowie der stimmungsvolle Grusel der anderen Versatzstücke werden durch die scheinbar endlose Wiederholung irgendwann schal, und lassen nur gähnende Langeweile zurück. Dabei liefern Laura Dern sowie ihre Leinwandpartner ein gutes Spiel ab, obwohl sie gezwungenermaßen oft nur ein verwirrtes Gesicht schneiden und somit die Reaktion des Zuschauers spiegeln.

Auch der Wechsel Lnychs zu digitaler Handkamera macht Inland Empire nicht gerade besser. Während man in seinen Vorgängern wenigstens die atmosphärischen Bilder genießen konnte, ist dieser Film auch optisch eine Tortur. Sobald sich die Kamera hellem Licht oder heftigen Bewegungen ausgesetzt sieht, verschwimmt das Bild nämlich zu einem unansehnlichen Brei. Wenigstens dürfte sich Lynch keine Sorgen bezüglich der Kosten gemacht haben, da er die Kamera sogar über weite Teile selbst bedient.

Jenseits des kafkaesken Trips um Zeitreisen und doppelte Identitäten besitzt der Film jedoch auch einen moralischen Kern. Wie schon in „Mulholland Drive“ ist auch „Inland Empire“ ein tatsächlicher Ort in Hollywood und wie ersteren Film kann man auch diesen als Zerrspiegel der Glitzerstadt begreifen. Die kalte, dekadente Welt der Stars wird entlarvt, wahre menschliche Wärme findet man nur in den Slums oder gleich in der Gosse bei den Obdachlosen. Darüber hinaus kann Inland Empire aber nichts weiter bieten, außer einer originellen Art, sich selbst Kopfschmerzen zu verpassen.

Eine Wertung des Films fällt von daher schwer, da man Inland Empire fast schon nicht mehr als Film im engeren Sinne verstehen kann, sondern eher als filmkünstlerisches Experiment. Eingefleische Lynchfans dürfte das wohl kaum stören, Kinogänger auf der Suche nach Unterhaltung sollten den cineastischen Mindfuck jedoch eher meiden.

Von mir bekommt der Film fünf von zehn blutigen Schraubenziehern.
28.5.07 14:01
 



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