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Spider-Man 3

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes
"Ich sollte den Anzug mal wieder waschen. Die Verfärbung ist ja nicht so schlimm, aber der Geruch..."

Ich musste ziemlich lange nachdenken, bevor ich mit dieser Rezension angefangen habe. Abgesehen davon, dass ich mir zuerst über eine Meinung den Film betreffend sicher sein wollte, konnte ich keinen Aufhänger für meine Kritik finden. Dank externer Inspiration (Danke, Anita) kommt hier die kongeniale Einleitung zu meiner Meinung über Spider-Man 3:

Es gibt in diesem Film eine Szene zwischen Peter und Tante May. Während die beiden sich unterhalten, gießt May aus einer Teekanne Tee in zwei Tassen und fügt danach Milch hinzu. Interessanterweise fließt aber gar kein Tee aus der Kanne, sondern reines Wasser. Peter und May trinken also heißes Wasser mit Milch. Vielleicht sieht man in dieser Szene ja nur die Teebeutel in den Tassen nicht deutlich, aber dieses Bild fasst eigentlich ganz gut den ganzen Film zusammen. Spider-Man 3 ist eine Tasse heißes Wasser, die als Tee verkauft wird.

Wir erinnern uns: im ersten Teil der Franchise sahen wir die Geburt des Spinnenmanns mit dem bürgerlichen Namens Peter Parker (Tobey Maguire), sowie die zeitgleiche Entstehung seiner Nemesis Green Goblin (Willem Dafoe), Vater von Peters bestem Freund Harry (James Franco). Während alle Szenen mit Peter und seine Flamme Mary Jane (Kirsten Dunst) hervorragend die Balance zwischen Gefühl und Humor fanden, litt die eigentlich sehr bedrohliche Figur des Green Goblin unter einem grauenhaften Kostüm, dass ihm das Aussehen eines Power Rangers verlieh. Von dieser schwachen Designentscheidung abgesehen, ist es ein sehr guter Film, der zu Recht ein Erfolg wurde.

Der zweite Teil schien sich die Fehler des ersten zu Herzen zu nehmen und alles richtig zu machen. Man könnte höchstens bemängeln, dass die Figur des Bösewichts Doc Ock (Alfred Molina) vom Ansatz her zu sehr an Green Goblin erinnert, aber insgesamt ist Spider-Man 2 ein beinahe perfekter Superhelden-Comicfilm, eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber dem Vorgänger.

Nach dieser Evolution waren die Erwartungen gegenüber dem dritten Teil natürlich denkbar hoch. Zuversichtlich stimmte es, dass sowohl der Regisseur, als auch sämtliche Hauptdarsteller dafür zur Verfügung standen, ein Glück, dass der dritte Teil von X-Men nicht hatte. Ein wenig Sorgen machte mir (und Steve auch) die ziemlich frühzeitige Ankündigung, dass Spider-Man dieses Mal gegen mehrere Gegner antreten würde. Diese Entscheidung hat bisher noch keiner Superhelden-Franchise gut getan, weil es kompliziert wird, die Herkunft gleich mehrerer neuer Figuren zu meistern, ohne dass die bereits etablierten Charaktere zu kurz kommen. Trotz dieses Vorbehalts war ich jedoch bereit, Raimis Talent auch weiter zu vertrauen.

Leider hat mich Raimi in dieser Hinsicht enttäuscht. Schon immer war das angebliche Regie-Wunder dass, was man im Englischen mit „mixed bag“ umschreibt. Während seine Evil Dead Filme ohne Zweifel stilistisch wegweisend sind, wenn auch überzogen; und er mit Schneller als der Tod einen der besten Neo-Western der Neunziger ablieferte; so ist er doch auch der Produzent der Fantasy-Schund-Reihen Hercules und Xena. Erst mit der Spider-Man Reihe hat er sich als ernst zu nehmender Regisseur in Hollywood etabliert, ähnlich wie es auch bei Peter Jackson der Fall war.

Spider-Man 3 ist für ihn stilistisch, inhaltlich und handwerklich ein Rückschritt. Wie immer bei Hollywood-Produktionen ist es unklar, wie viel von den Fehlern des Films ihm zu zurechnen ist, und wie viel auf die Initiative des Studios zurück geht (angeblich bestand Produzent Avi Arad auf die Miteinbeziehung des beliebten Bösewichts Venom gegen Raimis Willen), aber mit drei Jahren Produktionszeit und dem mit 250 Millionen Dollar höchsten Produktionskosten aller Zeiten hätte eigentlich etwas Besseres herauskommen müssen als dieser Film.

Doch was genau stimmt eigentlich an Spider-Man 3 nicht? Der Stil Raimis ist genauso präsent wie in den Vorgängern. Die Schauspieler spielen dieselben Rollen. Die Effekte sind nicht wirklich besser, aber auch nicht schlechter als im zweiten Teil. Trotzdem wirkt alles irgendwie blasser, ungenauer, schlampiger. Eben wie wässriger Tee.
Da ist zum Einen das Script. Das will auf jeden Fall viel zu viel in viel zu kurzer Zeit erzählen und verheddert sich dabei in seinen Erzählfäden. Da ist die Beziehung zwischen MJ und Peter, der Konflikt zwischen Peter und Harry, die Entstehung des neuen Gegners Sandman (Thomas Haden Church), seine angebliche Verwicklung in den Mord an Peters Onkel Ben, die Einführung der neuen Figuren Gwen Stacy (Bryce Dallas-Howard) und Eddie Brock (Topher Grace) sowie eine mysteriösen schwarze Substanz, die von Peters Emotionen angezogen wird.
Dies führt zu einem schwindelerregendem Hin und Her, bei dem Manches auf der Strecke bleibt. So wird zum Beispiel die Motivation Sandmans zuerst beleuchtet, versandet im Mittelteil jedoch komplett, um dann zum Schluss ziemlich willkürlich wieder auf zu tauchen. Dasselbe gilt für Eddie Brock und Gwen Stacy. Vor allem Letztere wird zur beliebigen Randfigur degradiert. Der mit Figuren und Handlungssträngen übervollen Story ist es auch zu verdanken, dass Konflikte nur aus belanglosen Missverständnissen entstehen, Entwicklungen aus bequemen Zufällen hervorgehen und dringend benötigte Erklärungen ad hoc von unerklärlich wissenden Nebenfiguren geliefert werden.

Vom katastrophalen Drehbuch abgesehen, spielen auch fast alle Darsteller ihre Rollen scheinbar lustlos und uninspiriert. Vor allem Tobey Maguire und Kirsten Dunst ist anzusehen, dass sie hier nur eine Vertragsklausel erfüllen. Ähnliches scheint auch für Raimi zu gelten. Statt origineller optischer Einfälle wechseln sich statische Dialogszenen mit hektischen Actionszenen ab.
Zumindest diese wissen dann allerdings trotz zeitweiliger Unübersichtlichkeit zu überzeugen und unterhalten. Von den in den Vorgängern etablierten Figuren hebt sich nur noch James Francos Harry Osborn angenehm ab und kann mit seiner Wandlungsfähigkeit am Meisten punkten. Dagegen schwankt Peters moralische Wandlung zwischen unglaubwürdig und albern, was zu gleichen Teilen Maguire und Raimi anzurechnen scheint. Eindeutig positiv hervor zu heben ist dagegen wiederum die Geburtsszene des Sandman, die einen eindrucksvollen und emotional bewegenden Einsatz von Computer-Effekten darstellt.

Alles in allem ist Spider-Man 3 trotz der vielen negativen Punkte, die ich aufgezählt habe, keinesfalls ein schlechter Film. Es ist nur leider auch kein besonders guter. Als Sommer-Action-Blockbuster weiß er durchaus zu überzeugen und auch im Genre der Comic-Verfilmungen gibt es deutlich schlechtere Vertreter (hustBatman&Robinhust).
Im Vergleich zu den beiden anderen Spinnen-Filmen fällt er jedoch weit hinter dem zweiten und sogar ein Stück hinter dem ersten Teil zurück. Dabei ist das Verhältnis zwischen Action und Handlung zwischen eins und drei genau umgekehrt. Während bei Ersterem die Action am Goblin-Design krankt; sind die Gegner hier spektakulär, nur die Handlung lahmt.

Alles in allem muss ich leider sagen, dass Spider-Man 3 für mich der schwächste Teil der Reihe ist und lediglich als Hollywood-Actionfilm, jedoch nicht als Drama oder Comic-Verfilmung funktioniert. Vor der Mittelmäßigkeit retten ihn lediglich einige inspirierte Szenen, die an bessere Zeiten der Franchise erinnern.

Daher hat die Spinne gerade mal 5 von 8 Beinen.
5.5.07 20:32
 



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