cineasten

kostenloser Counter

Das Film-und Comic-Blog von
Moviesteve & Cineast

Zur Startseite tf2star trek star trek Watchmen Benjamin Button Burn After Reading Tropic Thunder Hellboy 2 I am Legend I am Legend Nebel beowulf3d beowulf von löwen und lämmern transformers gucha silver surfer gucha silver surfer gucha silver surfer silver surfer silver surfer gucha silver surfer gucha gucha silver surfer gucha silver surfer gucha silver surfer gucha


  Startseite
    Kino
    DVD & TV
    Short Cuts
    Filmübersicht
    Sneak Preview
    Daumenkino
    Kino für die Ohren
    Drei - Zwei - Eins - Countdown!
    Schau's-Aufgaben
    Alles drumherum
    Disclaimer
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Freunde
    in-recensio
   
    hindi-film

    - mehr Freunde




  Links
   
   WSV Podcast RSS-Feed
   EMPIRE
   Ain't it cool
   Copyrightfreie Filme
   Kinotrailer
   Moviepilot
   widescreen avant*garde
   DVD VISION Forum
   Das Film-Duo
   Campusradio Jena
   Zach Braff
   Arno Boldt
   Brotbaecker
   
   DVD Narren
   Moviesteves Filmsammlung
   Filmsammlung des Cineasten




Filmmusik der Woche:

http://myblog.de/cineasten

Gratis bloggen bei
myblog.de





TMNT: Teenage Mutant Ninja Turtles

© Eigentum des jeweiligen Studios / Vertriebes
"Äh, Leute? Kann mir eigentlich einer von euch noch mal erklären, warum wir diese Masken tragen?"

Wen meine persönliche Turtles-Vorgeschichte nicht interessiert, der springt kurzerhand direkt in die Rezension ab dem Zwischentitel "Turtle-Power".

Ach ja, die Turtles und ich.
Ich erinnere mich noch erstaunlich gut an meine erste Begegnung mit den Jungs. Es war ein halbseitiger Artikel in der BRAVO, der mich auf die neuen Kultfiguren aus den USA aufmerksam machte. Kleine Bilder aus Trickfilm- und Kinoversion reichten aus, um meine Neugier anzuheizen. Danach dauerte es tatsächlich nicht lange und die (damals noch) "Hero Turtles" wurden für mich das, was für andere die Transformers oder He-Man waren - Helden der Kindheit. Das Turtles-Universum bot genügend Stoff, um mich meine verbleibende Kinderzeit und frühe Jugend hindurch bei Laune zu halten.
Die Zeichentrickserie überzeugte ihr kindliches Publikum durch actionreiche Stories, abgedrehte Nebenfiguren und witzige Sprüche. Der Einstieg in mein Fan-Dasein war gemacht. Als ich etwas älter wurde, konnte ich auch den ersten beiden Kinofilmen einiges abgewinnen. Obwohl die schwerfälligen Kostüm-Schildkröten eher an knuddelige Muppets als an schneidige Ninjas erinnerten, war die Übertragung in die reale Welt für ihre Zeit einigermaßen gelungen. Vor allem die leichte Düsternis überraschte. Teil zwei war bunter, bot noch coolere Turtles und erschien damit sogar etwas leichter zugänglich. Mit albernen Mutantengegnern und dämlichen Zoink-Kabumm-Soundeffekten wurde aber bereits deutlich, wohin die weitere Reise ging. Vom dritten Film und der Live-Action-Fernsehserie, die noch weitaus mehr Power-Rangers-Charme boten, habe ich dann nie mehr ertragen als kurze Ausschnitte. Ich zog die Comichefte vor und entdeckte erst nach den eher oberflächlichen Fernsehablegern, daß es bereits lange vor dem TV-Hype anspruchsvolle Originalgeschichten gegeben hatte. Inzwischen hatte ich auch das richtige Alter, um diese zu verstehen.
Die neue Zeichentrickreihe ging dann leider vollkommen an mir vorüber. Sie sorgte aber immerhin für das wohlige Gefühl, daß meine vier Helden immer noch irgendwo da draußen waren. Nostalgisch schaute ich hin und wieder auf den alten Zeitungsausschnitt, den ich zusammen mit unzähligen anderen Schnipseln und Zeichnungen all die Jahre aufgehoben hatte.

Bereits bei der ersten Ankündigung eines neuen Kinoabenteuers als ernsthafte CGI-Umsetzung waren für mich also zwei Dinge klar. Erstens, diesen Film mußte ich sehen. Zweitens, im Falle einer Filmbewertung würde ich hochgradig vorbelastet sein.
Weniger klar war nun allerdings, ob mich diese Vorgeschichte besonders milde gegenüber einer Neuinterpretation stimmt oder ob ich durch das ehemalige Fan-Dasein außerordentlich kritisch an die Sache rangehen würde.
Entscheidet selbst!

Turtle-Power

Kommen wir gleich zur Sache. Das Beste, was man über einen Film mit adaptierten Figuren sagen kann, ist, daß er dem Geist der Vorlage gerecht wird, die Charaktere nicht verfälscht und exakt die Stimmung einfängt, die man vom Original gewohnt ist. Die gute Nachricht: All dies darf ich getrost über den neuen Kinoausflug der Teenage Mutant Ninja Turtles schreiben. Außer dem Schlachtruf „Cowabunga!“ ist wahrlich alles vorhanden, was zur richtigen Turtle-Power dazugehört.

Die Geschichte wird chronologisch nie genau eingeordnet. Es liegt jedoch die Vermutung nahe, daß die Ereignisse irgendwann nach den bisherigen Kinofilmen spielen sollen. Eine neue Einführung der Haupt- und Nebenfiguren gibt es nicht.
Zu Beginn des Films haben sich die Turtles gewissermaßen auseinandergelebt. Während Leonardo versucht, sich selbst zu finden, um ein besserer Anführer zu werden, vertreiben sich Michelangelo und Donatello die Zeit mit armseligen Nebenjobs. Nur Raphael kann den Kampf gegen das Verbrechen nicht lassen. Die Bedrohung New Yorks durch einen Jahrtausende alten Fluch zwingt die Schildkrötenjungs schließlich, ihre Zwistigkeiten beizulegen. Im Kampf zur Rettung der Welt werden sie unterstützt von ihrem Meister Splinter sowie den alten Freunden April O'Neil und Casey Jones.

Beinahe fühlt es sich so an, als wären die Turtles nie weg gewesen. Es dauert keine drei Minuten und das alte Fan-Herz schlägt wieder voll und ganz für die mutierten Ninjas. Es gelingt den Filmemachern, die überzeugende Atmosphäre des Trailers auch über die gesamte Laufzeit aufrecht zu erhalten.
Die CGI-Künstler von IMAGI Animations brauchen sich nicht vor den bereits renommierten Computerfilmspezialisten zu verstecken. Hier wird einiges an stilsicheren Bildern aufgefahren. Ein Duell im Regen ist nur eines der optischen Highlights. Die Animationen bieten zwar nicht den Realismus eines Pixar-Films. Der spaßige Comic-Look mit einer leichten Tendenz zur Karikatur paßt aber ohnehin viel besser zu den Turtles. Ihre Abenteuer waren schon immer eher Superheldenparodie als bierernste Kampfgeschichten. Gleichzeitig drifteten sie aber nie in die komplette Albernheit ab. Genau diese Balance zwischen verbalen Gags und düsterem Anspruch wurde im Film perfekt eingefangen. Das dürfte sicherlich die größte Herausforderung gewesen sein. Vom Blickpunkt der Werberelevanz gesehen, war es sicher verlockend einen banalen Kinder-Ulk zu inszenieren. Doch hier haben auch Ältere noch ihren Spaß.
Auf der musikalischen Ebene kann Klaus Badelt einmal mehr überzeugen. Seine Kompositionen sind nicht aufdringlich, haben aber genug Feuer, um so manche Szene erst zur vollen Entfaltung zu bringen. Leos triumphale Rückkehr z.B. würde ohne das überzeugende Thema nur halb so cool rüberkommen. Beim Einsatz von Songs hat endlich die Einsicht gesiegt, daß cooler Rock viel besser zu den "Teenager"-Helden paßt, als geleckter Chart-Rap (Vanilla Ice' Gastauftritt war wohl einer der Tiefpunkte des zweiten Films Das Geheimnis des Ooze). Nun gut, vielleicht verdanken wir Billy Talent und Co. auch nur der aktuellen Popkultur. Sei's drum. Gut kommt's so oder so.

Die wenigen Schwachpunkte des Films liegen im Grunde nur in der Herangehensweise der Drehbuchautoren. TMNT steht mitunter vor ähnlichen Problemen wie Superman Returns. Einerseits tut es den Figuren gut, sie nicht erneut eine Ursprungsgeschichte durchlaufen zu lassen. Zu bekannt ist die Herkunft, zu oft wurde die Entstehung der Helden durchgekaut (und wer sie nicht kennt, kann sie unzählige Male nachlesen oder ansehen). Dankbar sehen wir statt dessen Konflikte innerhalb der Gruppe und klar voneinander abgrenzbare Individuen. Die vier Mutanten erscheinen glaubwürdig als jugendliche Heißsporne. Lediglich ihre menschlichen Helfer bleiben etwas blaß. Außer der Beziehungskiste erfahren wir herzlich wenig über April und Casey oder deren Motive.
Andererseits erzeugt die Ambivalenz zwischen radikalem Neuanfang (zwangsläufig vor allem visuell spürbar) und bekannter Vorgeschichte (Geschehnisse der bisherigen Filme werden anscheinend vorausgesetzt) eine merkwürdige Spannung. Dadurch entstehen zwei Mißverhältnisse. Der Widerspruch zwischen alter und neuer Machart ist zu groß, um den Eindruck eines kohärenten Universums zu vermitteln. Das mag nur Fanboys interessieren, ist aber irgendwie schade. Außerdem - und das dürfte der schwierigere Punkt sein - haben die Charaktere zu viel mit ihrer Selbstfindung und Wieder-Einrichtung im Leben zu tun, als daß für wirklich bedrohliche Bösewichte oder einen kraftvollen Spannungsbogen genügend Zeit bliebe. Die Gefahr für New York City und die Welt ist zwar da. Tatsächlich spüren kann der Zuschauer davon aber nichts. Klarer Abzug auf der Mitfieberskala.
Obwohl die Kämpfe nicht enttäuschen, hätten sich Fans wohl einen übermächtigen Shredder oder wenigstens einen weitaus bedrohlicheren Food-Clan als Rivalen gewünscht. Für den Einstieg in ein neues Franchise, wäre dies allerdings verfrüht gewesen. Zwar erinnern der mystische Fluch und die Monsterhatz stark an simple Videospiel-Storylines, das Grundgerüst ist aber in sich schlüssig und bietet einen angemessenen Hintergrund, um die Charakterebene nicht zu überstrahlen. So wie in Batman Begins zunächst ein wenig populärer Gegner antrat und jedermanns Lieblings-Bösewicht, der Joker, noch für die Fortsetzung aufgespart wurde, brauchten die Turtles ebenfalls zunächst etwas Zeit für sich.

Und das ist vielleicht das Schönste am neuen Ninja-Turtles-Film: Er schafft wieder die selbe Vorfreude, wie der Bericht in der BRAVO vor mehr als zehn Jahren. Denn ein Sequel, das als kleiner Seitenhieb im Film bereits mit aller Deutlichkeit angekündigt wird, kann im Grunde nur noch besser werden. Die Voraussetzungen dafür sind zumindest geschaffen.

Bis dahin bleibt ein familientauglicher Spaß, der mit Action, Humor und coolem Look alte und neue Fans begeistern dürfte (falls es noch alte Fans gibt, ich war der einzige Erwachsene im Kino, der nicht als elterliche Begleitung im Saal saß). Dazu verputze ich glatt 7 von 8 Pizza-Stücken mit extra viel Käse.
23.4.07 09:28
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung