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Meine Begegnung mit den 300

Schon der erste Screenshot ihres neuesten PC-Spiels trug wieder die typische Handschrift der Lemmings-Programmierer.

Vorab eine kurze Erklärung:
Da inzwischen wohl jeder, der nur einen Funken Interesse für diesen Film verspürt, reichlich Besprechungen gelesen und das Werk selbst gesehen haben dürfte, habe ich mich für meine "Rezension" diesmal vielmehr für die Form des persönlichen Erlebnisberichts entschieden. Außerdem verzichte ich komplett auf eine Inhaltsangabe oder dergleichen (dennoch leichte Spoiler in Form von allgemeinen Aussagen über den Fortgang der Geschichte!). Deshalb äußere ich natürlich trotzdem eine persönliche Wertung. Nur liest sich der folgende Text wahrscheinlich doch etwas blog-typischer, als das auf dieser Seite sonst üblich ist. Ausführliche Kommentare zu dieser Herangehensweise sowie dem Film selbst sind wie immer ausdrücklich erwünscht!



"WOW! So muß Kino sein! Genau dafür wurde Kino erfunden!" So oder so ähnlich waren meine ersten Gedanken, während noch der stylische Abspann flimmerte, der mich als Comicliebhaber einmal mehr abfeiern ließ. Und dann noch die Verwunderung über so viel Kurzweil: "Waren das jetzt wirklich schon 2 Stunden Film?" Es ist wirklich schön, endlich mal wieder berichten zu können, daß ein Trailer nicht das Beste am ganzen Film war. Daß nicht nur findige Werbe-Cutter am Werk waren, sondern daß das komplette Ausgangsmaterial tatsächlich mit den kurzen Ausschnitten mithalten kann.
Noch kurz vor dem Kinobesuch war ich da trotz aller Erwartungen längst nicht mehr so sicher.

Als ich vor Monaten erstmals von 300 hörte, hielt sich mein Interesse noch stark in Grenzen. Sandalen-Filme gehörten nie zu meinen besonderen Lieblingen. Die alten Klassiker wie Spartakus sind meisterlich gemacht, aber eben auch... nun ja, alt. Gladiator war gut, aber letztlich irgendwie überschätzt. Troja fand ich nicht so mies, wie die Allgemeinheit ihn gemacht hat, und doch fehlte irgendwas. Wirklichen Bedarf an einem weiteren Kampf-Epos hatte ich eigentlich nicht.
Einzig der Credit des legendären Comicschaffenden Frank Miller war eine Merknotiz in meinen Hirnwindungen wert. Zwar kannte ich die gleichnamige Graphic Novel bis dato nicht, aber sein sonstiges Oeuvre war mir einigermaßen vertraut und positiv in Erinnerung geblieben.

Und dann kam der Trailer. Der beste seit langem. Punkt.
Sin City eingeschlossen. Diesen Film mußte ich einfach im Kino sehen. Daran ließen auch die folgenden Trailer keine Zweifel.
Selbst wenn der Film nicht alle eigenen Ansprüche erfüllen können würde, einiges an Neuem und einige Schauwerte waren garantiert.

Doch je näher der Kinostart rückte, desto weniger unbekümmert war meine Euphorie. Die harschen Schmähkritiken häuften sich. Von faschistoidem Schwachsinn war da sinngemäß die Rede. Diktatorische Gewalt und willenlose Unterwürfigkeit der Massen würden propagiert. Die Handlung sei nichtig. Das "style over substance"-Geschrei erklang. Einzig Harry und seine Mannen auf Aintitcoolnews sprachen noch ganz klar für den Film. Sollte Regisseur Zack Snyder, dessen Dawn of the Dead mir immer eher wie eine Fingerübung ohne große Originalität vorgekommen war (bei einem Zombie-Remake sicher kein Wunder), tatsächlich eine beängstigend simple Bestandsaufnahme der amerikanischen Eigen- und Weltsicht abgeliefert haben?
Letztlich hatte ich aber doch noch Hoffnung auf ein Starship-Troopers-Syndrom. Nicht immer verstehen alle Kritiker, daß ein Regisseur nicht automatisch und zwangsläufig auch die filmisch dargestellten Auffassungen vertritt, nur weil er einen bestimmten Standpunkt mit Ernsthaftigkeit inszeniert und auf die heute so leichtfertig überall eingesetzte Selbstironie verzichtet. Heroische Posen und glorifizierende Worte dürfen vom Zuschauer gern hinterfragt werden.
Oder ist jeder Slasher-Regisseur ein potentieller Serienmörder?
Snyder der Unverstandene?
So wirklich verdrängen konnte ich die Befürchtung von hirnloser Kampfpropaganda nicht.

Zum Glück sollte der Kinobesuch endlich all diese Sorgen zerstreuen.

300 ist eine stilsicher adaptierte Comicverfilmung, die zuallererst einer packenden Geschichte eine adäquate audiovisuelle Umsetzung verpaßt.
Die Eindrücke sind großartig. Kinobilder werden Kunstwerke. Einzelkompositionen verschmelzen zu einer filmischen Sinfonie. Zwar hätte ich mir, gefördert durch den unglaublich wirkungsvollen Trailersong vom NINE-INCH-NAILS-Album The Fragile, durchaus noch einiges mehr an Industrial-/Rocksounds gewünscht, aber das Zusammenspiel von Bild und Ton überzeugte auch so vollkommen. Die mit der Green-Screen-CGI-Optik erzeugte künstliche Modernität wurde durch den Einsatz klassischer Scoremusik teilweise wieder zurückgefahren oder zumindest abgemildert. Somit ist die Welt der Spartiaten in 300 am Ende nicht ganz so artifiziell geraten wie die Szenerien in Basin City.

Auf der inhaltlichen Ebene kann ich all den Rummel um fragwürdige Aussagen oder beängstigende Propaganda im nachhinein noch weniger verstehen als vorher.
Ich hatte niemals auch nur ansatzweise den Eindruck, daß mir Snyder hier irgendwie die Wertvorstellungen der Spartaner aufzwingen wollte. Natürlich waren sie die "Guten" in dieser geradezu klassischen Gegenüberstellung. Natürlich fieberte ich als Zuschauer mit Leonidas und seinen Mannen und verdrückte für jeden gefallenen Kämpfer auf Seiten der 300 eine Träne. Doch ich sah auch die Ausweglosigkeit und Nutzlosigkeit des noch so ehrenwerten Widerstands. Und ich sah auch, wie Leonidas über seine einzig auf den Kampf gegen die äußeren Feinde ausgerichtete Lebenseinstellung die Feinde im Inneren seiner eigenen Gesellschaft übersah. Und vor allem sah ich, wie diese Fehler zum Niedergang führten. Zum unausweichlichen Ende.
Wer hier allen Ernstes unterstellt, der Film rufe dazu auf, ebenso wie Leonidas und seine 300 Spartiaten in den Krieg zu ziehen, der hält Der Soldat James Ryan vermutlich auch für ein Rekrutierungsvideo der US-Armee.
Ich gehe ja soweit mit, daß der Film durchaus den Widerstand als hehres Ansinnen charakterisiert. Die Opfer, die der Widerstand bringt, gehen als Legenden in die Geschichte ein. Aber ihr Tod wird doch alles andere als angenehm oder erstrebenswert präsentiert. Im Gegenteil: In dieser Konsequenz wäre er womöglich sogar vermeidbar gewesen, wenn man die Geschichte so lesen will.
Noch abstruser erscheinen mir jegliche Parallelen zum "Krieg gegen den Terror" oder Parallelen, die mancher Rezensent zwischen Leonidas und George W. Bush zu sehen glaubte. Hier fehlen mir beinahe die Worte, um solchen Unfug noch zu kommentieren.

Letzten Endes kann man sich bei 300 eigentlich nur über eines streiten: Will der Film überhaupt irgendeine Form von zweiter Diskussionsebene liefern oder soll hier reine Unterhaltung geboten werden?
Egal, wie man diese Frage für sich selbst beantworten mag, die Ergebnisse beider Vorhaben können sich meiner Meinung nach absolut sehen lassen.
Als Action-Unterhaltungsfilm in pseudohistorischer Kulisse hat mich dieser Streifen mehr als überzeugt, ja beeindruckt.
Als kritisches Statement zu den Themen Krieg, Widerstand und Einsatz bis in den Tod, kann ich ihm immer noch genug abgewinnen, um die Aussagen als absolut vertretbar einzuordnen.

Wie so oft ist also jeder selbst dafür verantwortlich, was er oder sie aus diesem Film mitnimmt und inwieweit er oder sie dem Film kritisch oder positiv gegenüberstehen wird.
Meine Empfehlung lautet jedenfalls: Ansehen. Im Kino!

Übrigens, unabhängige Vor-Ort-Tests haben ergeben: 9 von 10 Männern schreien sich nach dem Kinobesuch lauthals kämpferische Phrasen zu.
11.4.07 12:45
 



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