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Pans Labyrinth


Die anderen Dämonen beneideten Jim um seine fabelhafte Hand-Auge-Koordination.

Märchen sind grausam. Wer von uns erinnert sich nicht an das kindliche Schrecken, das wir empfunden haben, als uns das erste Mal von aufgeschnittenen und wieder zugenähten Bäuchen, abgeschlagenen Hacken und kalten Herzen erzählt wurde? Für alle, die genau diese dunkle Seite der Märchen schätzen, hat Regisseur Guillermo del Toro Pans Labyrinth gemacht. Und ist dabei ein wenig über das Ziel hinaus geschossen.

Aber erstmal ein paar Worte zum Inhalt des Films: Der Handlungsort ist Spanien, die Zeit 1944. Das zwölfjährige Mädchen Ofelia (Neuentdeckung Ivana Baquero) reist mit ihrer schwangeren Mutter Carmen (Ariadna Gil) auf das Land zu dem Vater des ungeborenen Kindes. Der heißt Kapitän Vidal (Sergi López) und ist der sadistische Anführer der faschistischen Truppen, die das Land kontrollieren.
Angeekelt von ihrem neuen Stiefvater und verwirrt über ihre neue Umgebung, wandert Ofelia schon bald durch den Wald, der den Hof der Vidals umgibt. Sie findet uralte Statuen, einen merkwürdigen Käfer und schließlich ein Labyrinth. Dort trifft sie dann auf ein uraltes Wesen mit unzähligen Namen. Einer davon lautet Pan.

Die phantastische und die realistische Ebene des Films wechseln sich von da an stetig ab. Zuschauer, die ein völliges Verirren in der Traumwelt a la Narnia erwarten, werden allerdings enttäuscht sein. Das historische Setting ist die ganze Zeit nicht nur vorhanden, sondern sogar meist vordergründig. Man könnte Pans Labyrinth daher eher als Kriegsfilm mit phantastischen Elementen denn als Fantasy umschreiben.

Davon abgesehen sind die Märchenelemente aber im wahrsten Sinne des Wortes fabelhaft eingefangen. Das beginnt bei den überzeugend alten und mysteriösen Kulissen und setzt sich fort bis zu dem Kreaturendesign. Das ist wirklich einzigartig, und es ist fast ein bisschen schade, das man am Ende des Films nicht noch mehr gesehen hat von Pan, seinen helfenden Elfen und einem gewissen älteren Herrn mit merkwürdigen kulinarischen Genüssen. Die Oscars für Art Direction und Make Up sind mehr als verdient.

Durch del Toros Regie und Guillermo Navarros Kamera (der dritte Oscar) werden diese Welten in wunderschön poetische und abgrundtief düstere Bilder getaucht, die sich trotzdem nie der Versuchung der MTV-Ästhetik hingeben. Hinzu kommt noch ein sphärischer Soundtrack, von dem man mindestens das Schlaflied noch lange im Gedächtnis behält. Schließlich haben wir noch die darstellerischen Leistungen. Da wäre auf jeden Fall Doug Jones zu nennen, der es schafft dem „Monster“ Pan durch das dicke Make-Up hindurch trotzdem eine Seele einzuhauchen. Auf der anderen Seite der Geschichte ist da Sergi López, der als Vidal ebenfalls ein Monster verkörpert, aber ein nur allzu menschliches. Sein knarzender Kapitän ist ein Antagonist, den man liebt zu hassen. Schließlich wäre da noch Ivana Baquero, die als Ofelia die undankbare Aufgabe hat, den Film als Hauptfigur zu tragen. Sie schafft das allerdings mit scheinbar müheloser Grazie und hängt damit den Anspruch für Kinderdarsteller ein ganzes Stück höher.

Wenn ich mir dieses überschwängliche Lob so anschaue, das ich gerade niedergeschrieben habe, scheint es so, als gäbe es an Pans Labyrinth nichts auszusetzen. Leider ist dem nicht so, und eine bestimmte Sache ist mir sauer aufgestoßen, als ich den Film gesehen habe. Dieses Detail hat aber nichts mit den phantastischen Szenen zu tun, sondern mit denen, die den brutalen Alltag von Ofelia und ihrer Familie zeigen. Und das ist auch das Stichwort: brutal. Nun ist mir klar, dass del Toro vermutlich versucht hat, die Grauen des spanischen Bürgerkrieges, die schon Hemingway schockiert haben, so realistisch wie möglich darzustellen. Das gelingt ihm auch hervorragend. Leider gibt es Szenen, in denen er den Bogen überspannt. Wenn zum Beispiel in einer fünfminütigen Szene genüsslich gezeigt wird, wie eine klaffende Wunde zugenäht wird, dann ist das meiner Meinung nach kein Realismus mehr, sondern nur noch derselbe krasse Folter-Fetischismus, der auch die Saw Filme ausmacht. Während man bei Letzteren nichts Anderes erwartet, haben diese Szenen mich bei Pans Labyrinth leider immer wieder aus dieser ansonsten so makellosen Geschichte heraus gerissen. An dieser Stelle sei auch allen etwas zartbesaiteten Zuschauern geraten, sich das Anschauen des Films reiflich zu überlegen. Die Freigabe des Films in Deutschland „ab 16 Jahren“ halte ich für einen groben Fehler der FSK, ich würde ihm ein klares „ab 18“ erteilen.

Nun zu meinem Fazit. Sowohl als Kriegsfilm als auch als Fantasy für Erwachsene ist Pans Labyrinth ein Erfolg auf ganzer Linie und reiht sich in beiden Genres auf jeden Fall in die Top10 ein. Wäre nicht die übertriebene Gewaltdarstellung, würde der Film von mir die Höchstwertung erhalten. Aber auch so reicht es noch für 9 von 10 Seiten im Buch von Prinzessin Moanna.
3.3.07 11:54
 



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